Der Sportgeschichts-Podcast

Geschichten über Legenden und Meilensteine des Sports

Fußball: Ballon D´or & FIFA Weltfußballer: Geschichte der beiden wichtigsten Auszeichnungen

Was ist der Unterschied und seid wann gibt es die Preise für die besten Einzelspieler

26.08.2026 43 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge tauchen wir tief in die faszinierende Geschichte der bedeutendsten Individualauszeichnungen des Weltfußballs ein. 
Von den bescheidenen Anfängen im Europa der Nachkriegszeit bis hin zum modernen globalen Medienphänomen: 
Wir beleuchten die sportliche Entwicklung, hinterfragen die historischen Kriterien und packen die spannendsten Anekdoten aus. Wer durfte sich zu Recht als der beste Spieler der Welt feiern lassen – und wo liefen die Jurys komplett am Puls der Zeit vorbei?Inhalt dieser FolgeDer Ursprung des Goldenen Balls (1956): 
Wie das französische Fachmagazin France Football den Ballon d’Or ins Leben rief und warum anfangs ausschließlich europäische Spieler in europäischen Ligen zur Wahl standen (der legendäre Stanley Matthews als erster Preisträger).
Das Monopol der Heimat: Der europäische Tellerrand und seine Grenzen – weshalb Genies wie Pelé oder Diego Maradona lange Zeit durch das Raster fielen.
Die Globalisierung durch die FIFA (1991): Der Weltverband ruft den FIFA-Weltfußballer ins Leben. Ein direkter Konkurrenzkampf entbrennt, der erst im Jahr 2010 in einer Zwangsehe (dem FIFA Ballon d’Or) und schliesslich in einer Entflechtung mündete.
Die Ära der Titanen: Wie Lionel Messi (8 Titel) und Cristiano Ronaldo (5 Titel) über anderthalb Jahrzehnte hinweg die Fussballwelt unter sich aufteilten und Rekorde für die Ewigkeit schufen.
Anekdoten, Skandale und historische Ausnahmen:Lew Jaschin (1963) – bis heute der einzige Torhüter, der den Ballon d’Or gewinnen konnte.
George Weah (1995) – der erste Afrikaner auf dem Thron und ein politisches sowie sportliches Märchen.
Fabio Cannavaro (2006) – als Abwehrspieler auf den Spuren von Legenden nach dem italienischen WM-Coup.
Die verpassten Kronen und historischen Dissonanzen, als sich France Football und die FIFA-Trainer/Kapitäne uneinig waren.
Erwähnte Statistiken & MeilensteineKategorieRekordhalter / Historischer FaktRekordsieger (Männer)Lionel Messi (8 Auszeichnungen zwischen 2009 und 2023)Erster deutscher GewinnerGerd Müller (1970)Jüngster PreisträgerRonaldo (1997 mit 21 Jahren für den FC Barcelona/Inter Mailand)
Einziger Torhüter-TriumphLew Jaschin (UdSSR, 1963)

Transkript

Herzlich Willkommen bei Sportarchiv. Mein Name ist Tim und wir sprechen heute, nachdem wir in der letzten Folge ja etwas über Karl-Heinz Schnellinger erfahren haben, über einen Preis oder über Preise, über die wir sowieso schon einmal gesprochen haben. Und zwar über den Ballon d'Or und den FIFA-Weltfußballer. Und schauen uns an, was ist eigentlich der Unterschied und wo kommen die Preise her? Ja, zunächst einmal ist es ja so, ein Einzelpreis für einen der besten Fußballer, das ist ja etwas sehr Subjektives und vielleicht auch ein bisschen Paradox, dass es sich bei Fußball ja um einen Mannschaftssport handelt. Aber schon früh gab es die Sehnsucht der Fans, der Medien und auch der Spieler selber zu überlegen, wer ist der Beste, der im Moment spielt oder vielleicht der Beste, den es überhaupt je gegeben hat. Und in diesem Zusammenhang hatte man immer schon den Wunsch, jemanden auszuzeichnen. Die Geburtsstunde dieses Preises, des Ballandors, das ist ja der goldene Ball, der entstand in den 50er Jahren und zwar in Frankreich. In den Redaktionsräumen der französischen Fachzeitschrift France Football, da war der damalige Chefredakteur und ehemalige Nationalspieler Gabriel Arnault und der zusammen mit seinem Kollegen Jacques Ferrand die Vision gehabt, die besten europäischen Fußballer des Jahres zu wählen und auszuzeichnen. Tja, Gabriel Arnaud, das ist auch eine ziemliche Legende. Der ist 1889 schon geboren, starb 1968 und war selbst Fußballer und hat selber zwischen 1908 und 1919 Zölf Länderspiele für Frankreich absolviert. Also ein ziemlich guter Spieler. Aber bekannt wurde er vor allem nach seiner aktiven Karriere als einflussreicher französischer Fußballjournalist und der vor allem auch für die L'Equipe geschrieben hat. Außerdem war er auch Trainer der französischen Nationalmannschaft und setzte sich vor allem für die Professionalisierung des Fußballs in Frankreich ein, was ja auch in Deutschland ein großes Thema war, was wir ja auch schon mal angesprochen haben. Deine große historische Leistung war allerdings Mitte der 50er Jahre, als er das Spiel zwischen den Wolverhampton Wanderers und Honvide Budapest im Dezember 1954 gesehen hatte. Da forderte er in der L'Equipe einen europäischen Vereinswettbewerb, den es damals nämlich noch nicht gab. Gemeinsam mit Jacques Ferrand und weiteren Kollegen entwickelte er daraus den Europapokal der Landesmeister. Dessen erste Saison 1955-66 ausgetragen wurde und aus dem später ja dann die UEFA Champions League wurde. Außerdem war Arnaud maßgeblich an der Einführung der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres, dem Ballon d'Or, beteiligt. Über den sprechen wir ja gerade. Ja und Jacques Ferrand, der ja da ebenfalls daran beteiligt war, der war auch ein französischer Sportjournalist, der dann ebenfalls 1948 zu der L'Equipe kam und dort bis 1985 tätig war. Der war einer der wichtigsten Fußballautoren Frankreichs und arbeitete später halt auch für France Football. Seine bedeutende Rolle neben dem Ballon d'Or war ja auch die Entwicklung des Landesmeisterpokals und er war vor allem verantwortlich für die Statuten und Regeln für den neuen Wettbewerb. Und gemeinsam mit dem Arnaud brachte er das Projekt 1955 zu UEFA und stellte es den Verbänden vor. Und die UEFA hat das Ganze so übernommen, wie er sich das dann ausgedacht hatte. Und er ist damit halt der eigentliche Architekt dieses Wettbewerbs. Aber kommen wir jetzt mal zurück zum Ballon d'Or. Das Wahlsystem war damals, als er entwickelt wurde, denkbar exklusiv. Ein Gremium ausgewählter europäischer Top-Sportjournalisten stimmte über die Kandidaten ab. In jener Premieren-Saison 1956 wählten sie eine Legende, deren Sieg heute noch einen historischen Rekord markiert. Sie wählten Sir Stanley Matthews, den haben wir ja auch in der letzten Folge erwähnt, den Wizard of Dribble, The Musician und der erhielt im Alter von 41 Jahren und 321 Tagen den Ballon d'Or, während er damals für den Erstligisten FC Blackpool auflief. Matthews hatte allerdings nur drei Stimmen Vorsprung gegen den ebenfalls genialen Spielgestalter von Real Madrid, Alfredo Di Stefano. Um die historischen Dimensionen des Sieges von Stanley Matthews zu verstehen, muss man sich vielleicht auch nochmal die Lebensumstände der damaligen Spieler anschauen. In einer Epoche, in der viele Fußballer nach dem Spiel rauchten, Bier tranken, schwererliche körperliche Arbeiten auch nachgingen, also auch noch berufstätig waren, war Stanley Matthews ein radikaler Außenseiter. Der trank keinen Alkohol, ernährte sich großenteils vegetarisch, trank täglich frisch gepressten Karottensaft und fastete jeden Montag. Außer hatte er besondere Trainingsmethoden, um seine Knöchel zu stärken und vor den Tritten zu schützen, lief er oft in schweren Bleischuhen am Strand von Blackpool entlang. Also der tat alles, um seinen Körper zu schützen. Zu schonen, zu pflegen, damit er möglichst lange Fußball spielen kann. Denn als er 1956 ja den Ballon d'Or gewann, lagen eigentlich seine größten Triumphe schon zurück. Die legendäre FA Cup Finale 1953, das nennt man bis heute das Matthews Finale, lag bereits drei Jahre zurück. Und die Journalisten würdigen aber immer noch seine unfassbare Leistung. Und der halt mit über 40 Jahren und wie wir in der letzten Folge gehört haben, auch noch mit 50 spielte und damit der älteste Spieler in der Premier League war und ist. Da sieht man schon, es ist zu diesem Zeitpunkt nicht so gewesen, dass man geguckt hat, wer in der Saison vielleicht am besten war, sondern eher so, wer noch spielt und da der Beste war. Und diese knappe Entscheidung zwischen Di Stefano und Stanley Matthews. Die sorgte zum einen ein bisschen für Aufsehen und steigerte auch das Prestige dieses Preises von Anfang an. Es ging also darum, nicht nur den besten Spieler, sondern gewissermaßen auch so das Lebenswerk eines Spielers und die spielerische Ästhetik eines Akteurs zu würdigen. Also das war für die auch sehr wichtig. Was man allerdings sagen muss, in den ersten vier Jahrzehnten war der Ballon d'Or ganz klar eine rein europäische Angelegenheit. Es waren ausschließlich europäischen Spielern vorbehalten, gewählt zu werden. Also deshalb hieß es ja auch Europas Fußballer des Jahres. Dementsprechend konnten auch nicht Spieler gewählt werden, die keine Europäer waren, obwohl sie in Europa spielten. Dementsprechend konnten Weltstars wie Pelé oder Diego Maradona den goldenen Ball einfach gar nicht gewinnen und wurden auch nicht ausgezeichnet. Das schmälert natürlich so ein bisschen den Wert dieses Preises. Wir werden allerdings sehen, das wird sich später ändern. Xenymestos hat den ersten Preis gewonnen. Tja, und Alfredo Di Stefano, der gewann dann halt den zweiten Ballon d'Or im Folgejahr. Und wo ich ja gerade gesagt habe, nur Europäer können gewinnen, muss man sagen, dass die Stefano ja eigentlich Argentinier war. Aber zu der Zeit hatte er schon die spanische Staatsangehörigkeit. Also der war ja sehr vielfältig und der war damals schon Europäer und deshalb konnte er gewählt werden. Ja, trotz dieser Einschränkung auf die Europäer bot die Ära bis 1994, danach kam an die Änderung, zu epischen Duellen und spiegelt gewissermaßen so die Evolution des Fußballs in Europa wieder. Alfredo Di Stefano dominierte die 50er Jahre mit Siegen 1957 und 1959. In den 70er Jahren brannte dann ein Zweikampf zwischen den holländischen Spielern und dem Football-Total und das war natürlich Johann Cruyff, der insgesamt dreimal gewonnen hat, 71, 73, 74. Und die Deutschen, die damals sehr stark waren. Natürlich, klar, Franz Beckenbauer, der gewann 1972 und 76, aber auch Gerd Müller gewann 1970 und Karl-Heinz Rummenigge gewann 1980 und 1981. Ja, Beckenbauer, muss man dazu sagen, war auch etwas besonders. Er ist der einzige Defensivakteur in der Geschichte des Ballon d'Ors, der ihn zweimal gewonnen hat. Abwehrspieler hatten es immer schon schwerer. Dementsprechend war ja auch Karl-Heinz Schnellinger, obwohl er so ein guter Verteidiger war, war er ja auch nur Dritter bei der Ballon d'Or-Wahl. Nur in Anführungszeichen. In den 80er Jahren war vor allem einer ein großer Star, Michel Platini. Ihm gelang es von 1983 bis 1985 dreimal hintereinander den Ballon d'Or zu gewinnen. Und der spielte ja dann für Juventus Trin und zog da so die Pferden im Mittelfeld. War ja der klassische Spielgestalter. Das zeigt, dass der Ballon d'Or also nicht nur nackte Zahlen, Titel oder. Weltmeistertitel berücksichtigt, sondern einfach das Gefühl, dass jemand den Fußball weiterbringt, entwickelt, was ganz Besonderes ist und das wurde dann ausgezeichnet. Insofern ist auch eine Besonderheit, es ist einmal ein Torwart ausgezeichnet worden. Und zwar 1963 schaffte dies einen Mann, den man die schwarze Spinne auch nannte. Lev Yashin, die schwarze Spinne von Dynamo Moskau, gewann den Ballon d'Or und revolutionierte halt das Torwartspiel. Und deshalb gewann er auch den Ballon d'Or, weil er eine so bedeutende Figur war. In einer Zeit, in der die Torhüter eigentlich starr auf der Linie verharrten, kaum rausgingen. Agierte Yashin so als erster moderner Mitspieler. Vielleicht sowas ähnliches wie Manuel Neuer. Natürlich nicht ganz so athletisch vielleicht und auch nicht so sehr mitspielend, aber er war der Vorbereiter. Er war der Erste, der aus dem Kasten stürmte, Flanken abfing, die Abwehr dirigierte, mitspielte und er war bekannt für seine präzisen Abwürfe, die blitzschnelle Konter einleitet. Yashin trat stets in seinem tiefen, dunkelblauen bis schwarzen Trikots aus und in dem Schwarz-Weiß-Fernsehen sah das sowieso wie sattes Schwarz alles aus. Und deshalb erhielt er diesen legendären Spitznamen. Ja, und er hatte so eine richtige Aura als Torwart. Auf die Frage nach dem Geheimnis seines Erfolges antwortete er eins mit einer Ironie, dass ein Schluck hochprozentiger Alkohol vor jedem Spiel die Muskeln doch entspannen würde und eine Zigarette danach die Nerven beruhige. Ja, sein Sieg 1963 konnte bisher von keinem Torwart wiederholt werden. Es waren einige nah dran, aber geschafft hat es noch keiner. Dann kommen wir noch zu einem besonderen Ereignis um den Ballon d'Or. Im Jahr 1989 und zwar an Heiligabend, dem 24. Dezember. Wurde ein besonderer Ballon d'Or vergeben, und zwar der Super-Ballon d'Or. France Football wählte mit dieser Wahl den besten Ballon d'Or-Gewinner der letzten 30 Jahre. Teilnahmeberechtigt waren dementsprechend nur ehemalige Gewinner des Ballon d'Ors. Die Abstimmung wurde durch eine dreigeteilte Jury durchgeführt, den Lesern und Abonnenten von France Football, einer Fachjury des Magazins. Sowie einer exklusiven Gruppe ehemaliger Ballon d'Or-Preisträger. In der finalen Auszählung triumphierte Alfredo Di Stefano vor Johann Cruyff und Michel Platini. Di Stefano ist also der einzige Spieler, der je den Superballon d'Or gewonnen hat. Ja, und anlässlich der letzten WM war ja auch das Thema Ballon d'Or groß und vor allem, dass es möglicherweise in ein paar Jahren, und zwar 2029, wahrscheinlich so weit ist, dass auch dann wieder der Superballon d'Or gewählt werden könnte. Wahrscheinlich müsste ihn dann ja wahrscheinlich Lionel Messi gewinnen, denn der hat mit Abstand die meisten Ballon d'Ors, nämlich 8 gewonnen. Ja, dieser Superballon d'Or im Übrigen, diesen Pokal, den der Di Stefano bekommen hat, der ist mittlerweile verschwunden. Denn nach dem Tod 2014 wurde die private Memorabiensammlung von Di Stefano von seinen Kindern 2021 versteigert. Tja, der Superballon d'Or wechselte für die Summe von 187.000 Pfund Sterling an einen anonymen Käufer. Und deshalb ist bis heute unbekannt, wo dieser Pokal abgeblieben ist. Ja, jetzt haben wir ja viel über den Ballon d'Or gesprochen. Was ist eigentlich mit dem FIFA-Weltfußballer? Für mich war das jahrelang auch irgendwie dasselbe gewesen. Da war mir das gar nicht so klar, dass das da unterschiedliche Preise sind. Tja, während der Ballon d'Or ja im Grunde so eine private Sache einer Zeitung oder jetzt Mediengruppe ist, beobachtete der Weltfußballverband das Ganze, diese Prestige, dass dieser Preis hat, so ein bisschen mit A quon. Und im Grunde wollte man sowas auch haben. Und damit man sozusagen sowas übertrumpfen kann und sagt, der offizielle Titel, der wurde dann FIFA-Weltfußballer genannt. FIFA-Worldplayer of the Year. Der wurde ab 1991 jedes Jahr vergeben. Und der erste Preisträger war Lothar Matthäus. Und er ist der einzige, der die Auszeichnung FIFA-Weltfußballer bis heute als Deutscher erhalten hat. Hängt natürlich auch mit den Zeiten zusammen. Aber das Ganze war ja im Anschluss an die Fußball-Weltmeisterschaft 1919, das war ja seine WM. Damit wurde er vielleicht unumstritten in diesem Jahr der beste europäische Spieler. In der Auszeichnung heißt es, er verkörpert als Mittelfeldspiel den dynamischen, zweikampfstarken und torgefährlichen Fußball in einer Person. Mit dieser Auszeichnung wollte der Weltfußballverband natürlich sagen, die eigentliche Krone, die vergibt nur die FIFA. Aber man muss dazu sagen, Lothar Matthäus hat ja nicht nur die Auszeichnung als FIFA-Weltfußballer erhalten. Nein, im Jahr davor war er auch Ballon d'Or-Gewinner. 1991 quasi, ist ja das Folgejahr zur WM, wurde dementsprechend auch dann nicht Lothar Matthäus Ballon d'Or-Sieger, sondern Jean-Pierre Papin wurde ausgezeichnet, der ja dann auch später mal beim FC Bayern spielen sollte. Ja, der wesentliche Unterschied zwischen dem Ballon d'Or und dem Weltfußball lag in der Struktur der Jury. Während ja bei France Football ausschließlich Journalisten stimmberechtigt waren, vertraute man bei der FIFA. Mehr auf die sportliche Basis. Stimmberechtigt waren die Nationaltrainer und die Kapitäne aller weltweiten Nationalmannschaften. Tja, dieses System sollte so ein bisschen die demokratische Legitimation und es sollte so aus den Spielern, aus dem Fußball selber heraus gewählt werden. Klingt sehr gut. Und allerdings gab es dafür auch ein bisschen Kritik, weil das Ganze so ein bisschen Populismus geprägt war. Und man der Meinung war, ob da jeder von diesen weltweiten Trainern und Spielern so genau sich die anderen Ligen alle anguckt, wie das vielleicht Sportjournalisten aus den jeweiligen Ländern machen. Tja, man weiß es nicht. Ja, also in den Folgejahren gab es dann so eine Dynamik zwischen diesen Preisen. Da die Nationaltrainer und die Kapitäne oft weniger Zugang zu den anderen Ligaspielen hatten, war dieser Preis des FIFA-Weltfußballs oft geprägt von den großen Turnieren, die stattfanden. Also alle zwei Jahre, entweder bei der Europameisterschaft oder der Weltmeisterschaft, aber auch in Lateinamerika, davon, von diesen Turnieren waren dann oft die Spieler ausgesucht worden, die da besonders gut waren. Und das führte dann vor allem in den 90er und 2000er Jahren zu einer besonderen Dominanz brasilianischer Offensivkünstler, die dann ausgezeichnet wurden. Allerdings war das ja auch die Hochzeit zu dieser Zeit. Da waren ja viele Brasilianer, die in Europa Fußball spielten. Das Ganze fing dann mit Romario an 1994. Ronaldo, also dem brasilianischen Ronaldo, der gewann 1996, 97 und 2002. Rivaldo 1999 Ronaldinho 2004 2005 und Kaka 2007 also eine große Dominanz in diesem Zeitraum und da war dann halt große Diskrepanzen auf zwischen dem Ballon d'Or und dem FIFA Weltfußballer. 2000 gewann der portugiesische Mittelfeldstar Luz Figo den Ballon d'Or, während dann beim FIFA-Weltfußball Sinedine Zidane den Titel gewann, nachdem er ja Frankreich zur Europameisterschaft 2000 geführt hatte. In der Liga allerdings nicht so gut war und auch mit Juventus Trin nicht so viel gewonnen hat. Dadurch gab es dann immer wieder Divergenzen und Debatten, wer denn jetzt wirklich der Beste wäre. Wobei ich glaube, für die meisten ist das gar nicht so entscheidend. Das ist so ein netter Preis, den man bekommt, aber das Ganze ist natürlich schon so, ob es nun von Journalisten gewählt wird oder von einer Auswahl von Fußballern und Trainern. Ich glaube, so bedeutend war das nicht, aber trotzdem war das irgendwie auch unbefriedigend und vor allem hat der Titel des Weltfußballers auch ein bisschen Druck auf den Ballon d'Or gemacht. Denn man merkt dann schon, ja, also nur Europäer wahlberechtigt zu lassen, ist vor allem auch unter Berücksichtigung des Bosman-Urteils Mitte der 90er nicht mehr zeitgemäß. Und unter diesem Druck auch dieses Urteils, das ja im Grunde jetzt das Aufgehoben ist, die Ausländerbeschränkung, hob dann auch France Football die Beschränkung auf. Ab sofort waren dann alle Spieler von allen Nationalitäten wählbar. Und das führte dann dazu, dass da natürlich vielleicht auch so ein bisschen, ja doch auch Annäherung an den FIFA-Weltfußball erfolgte. Und natürlich in diesem ersten Jahr hat dann auch ein Nicht-Europäer gewonnen und zwar, was außergewöhnlich wurde, George Weah, der Ballon d'Or-Sieger. George Weah, das war ein besonders dominanter und technisch beschlagener Stürmer aus Liberia und der gewann den Ballon d'Or für seine Leistungen bei Paris Saint-Germain. Die hatten das Halbfinale der UEFA Champions League erreicht. Und er war Torschützenkönig dort geworden und er wechselte dann zum AC Mainland für eine sehr große Summe. Aber vor allem war Weahs Triumph auch ein bisschen mehr als nur der sportliche Erfolg. Es war so ein bisschen, ja, so eine Auszeichnung, dass vor allem ein afrikanischstämmiger Spieler ausgezeichnet wurde. Das war ja auch so die Zeit, wo man dachte, der afrikanische Fußball, der wird jetzt immer dominanter. Es kamen ja auch viel mehr Spieler aus Afrika nach Europa. Und vor allem bei George Weah war auch so eine tief berührende Geschichte, die so dahinter stand. Denn der George Weah kam aus Monrovia, der Hauptstadt von Liberia und wuchs dort im Stadtteil Clara Town auf, einem der ärmsten Slums der Stadt. Und 1988 im Alter von 22 Jahren aus Kamerun nach Europa hatte da gespielt und verpflichtet wurde er von Arsene Wenger für den Ars Monaco, wo er damals Trainer war. Und der Arsene Wenger erinnerte sich dann später in seiner Autobiografie daran, dass Wehr bei seinen ersten Trainingseinheiten einen ganz bemitleidenswerten Eindruck hinterließ. Doch obwohl andere schon meinten, der wird es ja nicht schaffen, sah Wenger den Rohdiamanten quasi in ihm und arbeitete unermüdlich mit ihm und hat ihn so ein bisschen wie so seinen eigenen Ziehsohn betrachtet und. Der George Wehr sagt, er hat ihm unheimlich viel zu verdanken. Und er hat auch die ganze Unterstützung, die er vom Arsene Wenger erhalten hat, nie vergessen. Denn er wurde im selben Jahr 1995 nicht nur Ballon d'Or-Sieger, sondern auch FIFA-Weltfußballer. Da hat er den Arsene Wenger, der auch bei den Feierlichkeiten zugegen war, auf die Bühne gebeten. Und hat dann vor der versammelten Weltelite seine Gewinnermedaille abgenommen und sie seinem ehemaligen Trainer mit den Worten geschenkt, dass dieser den Preis weit mehr verdient habe als er selbst. Bei dem George Wehr kam dann noch hinzu, dass er auch wahnsinnig viel für sein Land getan hat. Das war ein kriegsgebeutet Land gewesen, Liberia. Er hat da selber Flüge bezahlt und die Nationalmannschaft ausgerüstet. Also der war auch menschlich besonders stark und wurde auch deshalb ausgezeichnet. Später wurde er dann sogar Präsident seines Landes, Liberia, und war von 2018 bis 2024 amtierender Präsident. Also der ist weit rumgekommen, hat viel erlebt. Ja, vielleicht kommen wir nochmal zu einem, der auch sehr, sehr bedeutend war, was den Ballon d'Or anging. Den habe ich eben schon erwähnt. Denn nur zwei Jahre nachdem der George Beia den Ballon d'Or und auch den Weltfußball gewonnen hatte, trat ein brasilianischer Stürmer in den Fokus, Ronaldo. Also nicht der Cristiano Ronaldo, sondern der brasilianische Ronaldo, genannt O Phenomeno. Dieser gewann 1997 im Alter von nur 21 Jahren den Ballon d'Or und ist damit der jüngste Ballon d'Or-Gewinner. Und er war bereits 1996 jüngster FIFA-Weltfußballer der Geschichte. Ja, Ronaldo hatte in der Saison 96-97 allein für den FC Barcelona in 49 Pflichtspielen sage und schreibe 47 Tore erzielt. Das ist ja schon Gerd Müller-like. Und er wechselte ja dann auch für die damalige Weltrekordsumme zu Intermailand. Mailand. Ronaldo wechselte 1997 für umgerechnet 28 Millionen Euro, damals 56 Millionen D-Mark für Inter. Der war ja vor allem bekannt für seine unnachahmliche Kombination aus rasanter Geschwindigkeit, physischer Wucht und filigraner Dribbelkunst. Also im Grunde konnte der ja alles. Und eines seiner berühmtesten Tore erzieht er gegen den SD Compostela, als er sich an der Mittellinie aus dem Halteversuch zwei Abwehrspieler befreit, die im Vollsprint, drei weitere Verteidiger umkurvete und den Ball flach ins Tor schoss. Sein damaliger Trainer Bobby Robson schlug an der Seite fassungslos die Hände über den Kopf. Ronaldo gewann zweimal den Ballon d'Or und dreimal den FIFA-Weltfußballer. Obwohl er sich danach in den Jahren eine schwere Knieverletzung zuzog und das Ganze hatte so seine Karriere überstattet, aber 2002 kehrte er dann zurück, schoss Brasilien mit acht Turniertouren zum Weltmeistertitel und sicherte sich im selben Jahr erneut, Beide Kronen, sowohl den Ballon d'Or als auch den Weltfußballern. Ja, nachdem das dann in den 2000ern oft so war. Dass entweder der gleiche Spieler ausgezeichnet wurde, dass es aber auch mal andere gab, war doch irgendwo immer die Idee, man müsste das eigentlich verschmelzen, dass es nur einen Titel gibt, dass es nur einen Weltfußballer gibt. Und deshalb einigte man sich im Jahr 2010 darauf, dem damigen FIFA-Präsident Sepp Blatter und Franz Football, die Eigentümer, die einigten sich auf eine Kooperation. Und zwar zum FIFA Ballon d'Or, so hieß das Ganze dann. Und auch das Wahlrecht wurde geändert. Die Stimmen der Journalisten, Nationaltrainer und Kapitäne wurden zu gleichen Teilen gewichtet, sodass man im Grunde die Idee hatte, das Beste aus beiden Welten zu haben. Allerdings hielt das Ganze nicht lange. Nach dieser Verschmelzung gab es dann ab 2011 zusätzlich zu dem FIFA-Weltfußballer auch den. UEFA-Spieler des Jahres, also den europäischen Top-Spieler. Da hatte man jetzt wieder einerseits das europäische, aber auch den Gesamtweltfußballer. Das konnte natürlich in den Jahren auch immer der gleiche sein. Und man muss auch sagen, seit 1968 gibt es auch eine weitere Auszeichnung für den besten Torschützen Europas. Das ist der goldene Schuh. Den gibt es aber auch für bestimmte Turniere. Da wird auch mit dem goldenen Schuh ausgezeichnet. Also das gibt es für verschiedene Dinge. Ja und ab dieser Verschmelzung zwischen Ballon d'Or und Weltfußballer war es halt auch so, dass das Ganze sich mehr oder weniger dann in diesen Jahren oder in den Folgejahren auf zwei Spieler beschränkte, nämlich Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Über sechs Jahre hinweg gab es für andere Fußballer kein Vorbeikommen an diesen zwei super dominanten Spielern. Lionel Messi und Cristiano Ronaldo, die waren in diesen Jahren immer die Besten und die trieben sich vielleicht auch deshalb irgendwo zu Höchstleistungen. Es war allerdings auch so, dass das Mediale da schon eine Riesenrolle spielte, dass die auch medial im Internet und durch Werbeverträge die dominanten Fußballer des Planeten waren. Und es ist ja bis heute so, wenn man jemanden fragt, wer ist der Gauss, da werden gerade die jüngeren Leute immer sagen, Ronaldo oder, also Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi. Da hat man natürlich auch so die älteren Spieler vielleicht auch nicht mehr so vor Augen, kann die vielleicht auch nicht so gut vergleichen. Aber es war halt so, auch gerade aufgrund der unterschiedlichen Spielweise zwischen Messi und Ronaldo, halt immer auch eine Geschmackssache oder so zu diskutieren, wer ist denn der Beste überhaupt. Gerade aufgrund dieser Wahl von den beiden, denn Messi hat acht Titel gewonnen und Ronaldo fünf. Gab es immer wieder Kritiken, vor allem weil dann andere Spiele außen vor blieben, obwohl die in gewissen Jahren viel erfolgreicher waren. Gerade die Einbindung von Trainer und Kapitän, das war dann in den Medien jedenfalls immer so, dass die. Gerade wenn die so weit weg von Europa waren, oft dann entweder Messi oder, Ronaldo wählten, vor allem Messi und so gab es dann schon im Jahr 2010 einen gewissen Streit, weil Wesley Snyder zur damaligen Zeit das beste Jahr hatte mit Inter Mainland und die haben das Triple gewonnen, und er führte die Niederlande ins WM-Finale. Deshalb, Dennoch schaffte er es bei der FIFA Ballon d'Or-Wahl nicht einmal unter die besten Dreien. Stattdessen siegten Lionel Messi vor André Iniesta und Xavi, obwohl die beiden letztgenannten Spanien, wobei man zumindest bei den letztgenannten auch diese in die engere Wahl hätte nehmen können, weil sie ja mit Spanien Weltmeister geworden sind. Das gleiche war im Jahr 2013. Frank Ribéry gewann mit dem FC Bayern München das historische Trippel des Vereins und zeigte eine überragende Saison. Doch nach einer umstrittenen Verlängerung der Abstimmungsfrist durch die FIFA. Ging der Preis erneut an Cristiano Ronaldo, der in jenem Jahr überhaupt gar keinen Titel gewonnen hatte. Also das war noch am wenigsten zu verstehen. Ja, das Ganze hinterließ bei den Experten und vielleicht auch bei den ein oder anderen Fans so ein Geschmäckle. Das Ganze wurde dann auch oft als rein populistische Marketing-Show abgetan, wo es nur darum ging, noch mehr Werbeeinnahmen zu generieren für die Spieler durch diese Auszeichnung. Und das führte dann dazu, dass es 2016 oder seit 2016 wieder zu einer Spaltung kam. Zwischen der FIFA und France Football, die konnten sich nämlich dann nicht auf eine Verlängerung einigen. Und seit 2016, seitdem Gianni Infantino der FIFA-Präsident ist, gibt es wieder zwei Titel. Hintergrund war, dass Gianni Infantino und die FIFA die vollständige Kontrolle über den Pokal haben wollten und die ganzen Markenrechte alleine verwerten wollten. Und dazu wollte man noch eine ganze Eventreihe starten, The Best FIFA Football Awards. Gott sei Dank ist es jetzt dazu nicht gekommen, also dass die FIFA das Ganze dann noch auch vereinnahmt hat. Und der Ballon d'Or kehrte dann wieder zu seinen Wurzeln zurück und wurde wieder exklusiv von Sportjournalisten gewählt. Und auch da wurde das Modell so ein bisschen angepasst. Es wurden jetzt nicht alle Journalisten von allen Fußballländern mehr berücksichtigt, sondern nur von den Top 50 oder 100, um das Ganze auch ein bisschen wieder einzuschränken. Und dadurch kam es jetzt wieder zu einer Belebung und auch zu unterschiedlichen Preisen. Denn 2018 wurde dann erstmals nicht Ronaldo oder Messi wieder Sieger, sondern Luka Modric. Denn der hatte ja mit der kroatischen Nationalmannschaft ins Finale der Weltmeisterschaft in Russland geschafft. Was ja auch eine gewisse Sensation war. Zudem hatte er ja mit Real Madrid auch 2016 bis 2018 dreimal hintereinander den Champions-League-Titel geholt. Und sollte auch so ein bisschen das besonders spielerische, das Luka Modric-Quatrat auch besonders auszeichnen. Dass er nicht nur ein super Mittelfeldspieler, ein Techniker war, sondern auch unermüdlicher Läufer war ja und bei Real Madrid ja auch Riesenerfolge erzielt hat. Und das wurde damals durch den Ballon d'Or ausgezeichnet, sondern auch den FIFA-Weltfußballer. Also der war überragend und das wurde auch von beiden so gesehen. Ja, im Jahr 2022 regierte France Football dann auf anhaltende Kritik an verfälschten Abstimmungsergebnissen durch verspätete internationale Turniere und ähnlichen und änderte so ein bisschen den Zeitraum, um den es beim Ballon d'Or geht. Dementsprechend wurde nun nicht mehr das Kalenderjahr bewertet wie bisher, wie von Anfang an. Man schaute da ja nicht auf eine bestimmte Saison, sondern auf ein bestimmtes Jahr. Sondern jetzt wurde das angepasst, es geht immer um eine besondere Saison, die man gespielt hat. Der Zeitraum ist beschränkt von August bis Juli. Also wie eine reguläre europäische Saison. Und es wurde nochmals jetzt klargestellt in den Richtlinien, dass es bei der Auszeichnung um das individuelle Auftreten die spielerische Klasse und den entscheidenden Charakter eines Spielers gehen würde an erster Stelle, gefolgt von kollektiven Titeln und sein Fairplay-Verhalten. Aber es sollte jetzt auch so wieder mehr in die Richtung gehen. Weg von dem eigentlich nur Titel haben oder nur weil er medial so gehypt wird. Es sollte dann schon Einschränkungen geben. Ja, dann kam es 2024, 2025 zu einer rechten Dramatik, was den Ballon d'Or anging, beziehungsweise mit tiefgreifenden Zwisten, den es gab durch eine solche Auszeichnung. Am 28. Oktober 2024 fand in Paris die Auszeichnung des Ballon d'Ors statt und im Vorfeld galt der brasilianische Flügelstürmer Vinicius Junior von Real Madrid als der große Favorit. Nachdem er die spanische Meisterschaft gewonnen hatte und auch die Champions League gewonnen hatte, dementsprechend galt er als der absolute Top-Favorit. Doch als am Nachmittag des Tages der Gala so durchsickerte, dass nicht Vinicius Junior ausgewählt werden würde, sondern der Mittelfeldregisseur Rodri von Manchester City die Wahl gewonnen hatte, schlug das ganz hohe Wellen, vor allem wegen Real Madrid. Denn die Reaktion von Real Madrid war drastisch und beispiellos. Denn der Klub stornierte den kurzfristig gebuchten Privatjet, der eine 50-köpfige Delegation nach Paris bringen sollte. Weder Vinicius Junior noch Trainer Carlo Ancelotti, Präsident Florentino Perez. Oder die mitnominierten Jude Bellingham erschienen zur Zeremonie. Die sind einfach nicht hingeflogen. Das Ganze sollte ein Boykott gegen die Auszeichnung werden. Und das gab heftige Diskussionen, was Sportgeist angeht, Respekt untereinander. Und vor allem für den Rodri, der ja schon ein Weltklassespieler ist und das ja auch jetzt bei der letzten WM jetzt für Spanien nochmal gezeigt hat, wie gut er eigentlich ist. Der hat das Ganze nicht so sehr an sich herangelassen. Und er hat dann in einem Interview später gesagt, ja, das hat mir schon wehgetan, dass sie nicht anwesend waren. Ich muss allerdings auch die Enttäuschung respektieren, obwohl ich mich nicht so verhalten hätte, wenn Vinicius Junior ausgezeichnet worden wäre. Aber er gab dann noch so eine kleine Spitze zu Real Madrid, aber sie tun, was sie wollen. Ich spürte ein wenig Unglauben, als im Moment der Übergabe die halbe Halle Vinicius Vinicius rief. Dennoch gab es danach viel Applaus und auch Respekt für mich. Und vielleicht ist es das auch der Grund gewesen, warum Rodri jetzt nicht zu Real Madrid gewechselt ist, sondern doch lieber zum FC Barcelona. Zudem hat der Rodri dann nach der Wahl auch erklärt, dass er die Wahl sehr gut verstehen könnte. Denn als Zweiten hätte er ohnehin nicht Vinicius Junior gesehen hinter sich, sondern noch Dani Caval. Denn der hätte ja auch überragend gespielt. Allerdings muss man dazu sagen, dass für Vinicius Junior es natürlich auch noch einen Preis haben. Denn in dieser Zeit gab es ja zwei Preise. Der Ballon d'Or hat Roti gewonnen. Bei der FIFA-Weltfußballer-Wahl, da wurde Vinicius Junior gewählt. Also die Diskrepanz war da, die Diskussionen waren da, aber vor allem um halt dieses ein bisschen respektlose Verhalten von Real Madrid. Ja und im letzten Jahr war der Gewinner Ousmane Dembélé. Auch etwas spektakulär, dass es da überhaupt so gekommen ist, denn den hatte man ja eigentlich schon so ein bisschen abgeschrieben, den Ousmane Dembélé. Nachdem er ja bei Borussia Dortmund überragend war und dann für eine Riesensumme zum FC Barcelona gewechselt war. Kam er ja da nie so richtig an, war unbeständig, extrem verletzungsanfällig, erlebte schlechte Zeiten. Aber nachdem die ganz großen Stars bei Paris Saint-Germain jetzt weg waren, jedenfalls Neymar und Messi und später ja auch Mbappé, zeigt er dann viel, viel bessere Leistung, was vor allem wohl auch am Trainer Luis Enrique. Liegt, der ihn ja besonders gefördert hat. Dann haben sie ja auch ohne Mbappé jetzt gespielt und da wurde der Dembélé halt noch besser und mit dem Champions League Gewinn 2024, 2025, ja, da war er dann ganz klar der Beste vielleicht in diesem Jahr und hat dann wohl auch zu Recht diesen Preis gewonnen. Und das Ganze war so eindeutig, dass er sowohl den Ballon d'Or gewonnen hat, als auch den FIFA-Weltfußballer. Und dazu muss man sagen, dass dazu auch Lamin Jamal als 18-Jähriger den zweiten Platz belegte, was auch natürlich zeigt, wie stark dieser als ganz junger Spieler ist. Und er gewann im Übrigen auch die Copa-Trophäe nach dem bekannten früheren französischen Star Copa. Und das ist die Auszeichnung für den besten U21-Spieler. Insofern möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass nach Stanley Matthews und Alfredo Estefano der dritte Sieger ja Raymond Coppard war, nachdem dann später dieser Preis für den besten Jungstar entstand. Nach Coppard hat dann Alfredo Estefano wieder gewonnen, dann der Luis Suarez, also nicht der heutige, sondern der damalige Spieler vom FC Barcelona in den 50er und 60er Jahren. Und da war Dritter bei der Wahl im Übrigen Uwe Seeler. 1958 wurde bereits Helmut Rahn Zweiter beim Ballon d'Or-Wahl. Also es waren immer wieder viele Deutsche dabei, zum Beispiel Franz Beckenbauer, auch 1966 war er Dritter, als Bobby Charlton ausgezeichnet wurde. 65 war es Eusebio. Übrigens, der letzte deutsche Ballon d'Or-Gewinner war Matthias Sammer 1996. Er wurde allerdings nicht Weltfußballer, sondern das wurde 1996 Ronaldo. Ja, wie ich bereits gesagt habe, die meisten Titel, sowohl was Ballon d'Or als auch FIFA-Weltfußballer angeht, ist Lionel Messi. Der hat bei beiden achtmal, die Auszeichnung bekommen. Cristiano Ronaldo bei beiden fünf. Danach folgt dann Ronaldo, El Femino, mit fünf Titeln. Zweimal Ballon d'Or, dreimal FIFA-Weltfußballer. Und danach Zinedine Zidane mit einmal Ballon d'Or und dreimal Weltfußballer. Auch dabei Marco von Basten, der hatte halt dreimal Ballon d'Or und nur einmal Weltfußballer. Und dann kommen schon Johann Kreuf, Michel Platini mit jeweils drei Siegen. Wobei man da sagen muss, da gab es ja nur den Ballon d'Or und keinen anderen Titel. Also die muss man vielleicht eigentlich noch in der Nummer höher setzen. Ja, die jüngste ausgezeichnete Spieler war halt Ronaldo, El Phenomeno. Wie ich ja schon gesagt habe, war ja 20 bzw. 21, als er Weltfußballer bzw. Ballon d'Or-Sieger wurde. Michael Owen im Übrigen hat das auch gewonnen mit 22 Jahren. Der war auch sehr jung mit 22. Und dann kommt schon Lionel Messi auch mit 22. Und im Übrigen auch George Best, der wurde 1968 Ballon d'Or-Sieger. Ja und die Ältesten war Klaas Daniel Matthews mit 41 Jahren und Lionel Messi, der ja jetzt immer noch 2023 sowohl Weltfußballer als auch Ballon d'Or-Sieger war. Bei den Ländern ist es so, dass die Länder mit den meisten Auszeichnungen, natürlich Argentinien sind, durch Lionel Messi mit neun Auszeichnungen, dann gefolgt von Frankreich mit sechs verschiedenen Spielern, haben die insgesamt acht Auszeichnungen. Ballon d'Or Titel erhalten und dann kommt schon Deutschland mit sieben aber auch Niederlande, Portugal die haben auch jeweils sieben und wenn man das Ganze mal auf die europäischen Top-Vereine runter bricht oder vergleicht ist es so, dass der Verein mit den meisten Ballon d'Or Titeln der FC Barcelona ist der hatte 13 Titel gefolgt von Real Madrid mit 10 Titeln und dann kommt schon Juventus Turin mit 9 und der AC Mailand mit 6, Bayern München als bester Deutscher ist Fünfter mit fünf Titeln. Und wenn man da die Ligen untereinander vergleicht, ist es so, dass die spanische Liga mit Abstand am erfolgreichsten ist mit 24 Ballon d'Or Titeln, Serie A mit 18 und die Bundesliga mit neun. Dann kommt erst die Premier League mit sechs Titeln. Ja und man muss auch dazu sagen, dass man im Jahr 2015 seitens der France Football Zeitung etwas versucht hat. Sozusagen immer in der Rückschau zu schauen, wenn man bereits seit 1956 weltweit den Ballon d'Or vergeben hätte, statt nur auf Europäer zu beschränken, wie es dann ausgegangen wäre. Vor allem durch die Leitfrage geprägt, wer eben der beste Spieler aller Zeiten ist. Und neben Messi, Ronaldo, dem brasilianischen Ronaldo, gibt es natürlich vor allem auch einen Pelé, der ja nie die Möglichkeit hatte, einen dieser Preise zu gewinnen. Und dementsprechend hat man dann versucht, durch heute in der Rückschau zu schauen, wen hätte man eigentlich auszeichnen müssen. Und da man Pelé natürlich als den Ausnahmespieler sieht, kommt er in dieser Aufstellung dann quasi auf fast genauso viele Titel wie Lionel Messi. Er kommt auf sieben Titel. Man hat ihn 1958, 59, 60 ausgewählt, dass er sozusagen da eigentlich hätte ausgezeichnet werden müssen. Und 1962 kommt dann noch Garincha als Brasilianer dann noch dazwischen und dann kommt wieder dreimal Pelé. Also man hat da versucht sowas so zu schauen, wer in den einzelnen Jahren eigentlich ausgezeichnet wurde, aber vielleicht hätte man jemand Besseres gefunden. Da hätte man zum Beispiel 1986 sicherlich Diego Maradona ausgewählt, statt Igor Belanov, der für die Sowjetunion ausgezeichnet wurde. Umstritten ist, ob man Diego Maradona 1990 hätte auch auswählen müssen statt Lothar Matthäus. Als Deutscher hätte ich jetzt gesagt nein. Aber er hat ja auch verloren im Endspiel. Aber das wäre halt auch eine Überlegung wert gewesen. Also es ging darum, wie man das Ganze dann vergleicht, Ist vielleicht auch mehr so eine Spielerei, die man da angestellt hat. Ist ja nicht so populär geworden oder so, dass das jetzt überall so steht. Hat sich nicht durchgesetzt. Ja, das war meine Geschichte über den Ballon d'Or und den FIFA-Weltfußballer, um da vielleicht mal so einen kleinen Überblick zu geben, wie ist gewählt worden, wie ist das Ganze entstanden und welche berühmten Preisträger. Dazu muss man vor allem sagen, so Ende der 70er ist ja vor allem die Zeit, wo die Bundesliga ganz dominant ist, weil wir mit Kevin Keegan, Karl-Heinz Rummenigge Spieler hatten, die dann quasi hintereinander den Ballon d'Or gewonnen haben. Da haben wir die Bundesliga, weil Ende der 70er bis Anfang der 80er sehr, sehr stark vertreten, natürlich auch durch Franz Beckenbauer. Zeigt auch so ein bisschen wie in so einer Phase, wo vielleicht andere Ligen nicht so dominant waren, dass die Bundesliga vielleicht da so ihren Höhepunkt hatte, was so den internationalen Glanz und so angeht. Man sieht ja auch daran, dass erst durch Lewandowski quasi ja wieder ein Bundesligaspieler, Weltfußballer, dann spät geworden ist für Bayern München und dass man auch besonders darum gekämpft hat von Bayern München aus, dass der Lewandowski einen Preis gewinnt, halt diesen Weltfußballer. Denn das war ja die Saison 2020, die Corona-Saison. Und da wurde kein Ballon d'Or vergeben. Da wurde nur der Weltfußballtitel vergeben. Das ist ja so etwas ein bisschen... Was dem Lewandowski ja so ein bisschen leidgetan hat, wo der Lewandowski so ein bisschen dran geknabbert hat, dass er halt nicht Ballon d'Or-Sieger geworden ist. Das hat ihm auch nicht so groß geschadet und es ist wahrscheinlich auch nicht so schlimm, dass er nicht gewonnen hat. Insgesamt muss man ja sagen, heutzutage ist das Ganze ja doch ein hochglobales, hochgradig kommerzielles Spektakel eher, als dass es jetzt wirklich sportlich besonders relevant ist, wer da jetzt der Ballon d'Or-Sieger ist. Aber ich finde, das ist manchmal auch so eine nette Geschichte. Wenn man mal irgendwo ein Bierchen trinkt, kommt ja schon mal so eine Diskussion auf, ob der, der den Ballon d'Or oder den Weltfußballertitel gewonnen hat, ob das berechtigt war oder nicht. Ja, das war meine Geschichte und demnächst werden wir uns dann als nächstes wohl entweder dem Thema Baseball oder noch einmal der Reihe vom FC Bayern widmen. Bis dahin, alles Gute.

Feedback geben

Dir gefällt der Podcast und Du möchtest das mal loswerden? Du hast Tipps für neue Themen oder magst über den Inhalt bestimmter Folgen diskutieren? Dann wähle im Formular die jeweilige Episode aus und schreib uns eine Nachricht. Vielen Dank für Dein Feedback!

Mit einem Klick auf "Nachricht absenden" erklärst Du Dich damit einverstanden, dass wir Deine Daten zum Zwecke der Beantwortung Deiner Anfrage verarbeiten dürfen. Die Verarbeitung und der Versand Deiner Anfrage an uns erfolgt über den Server unseres Podcast-Hosters LetsCast.fm. Eine Weitergabe an Dritte findet nicht statt. Hier kannst Du die Datenschutzerklärung & Widerrufshinweise einsehen.

★★★★★

Gefällt Dir die Show?
Bewerte sie jetzt auf Apple Podcasts