Eishockey: NHL & die Montreal Canadiens von 1917 bis 1927
Katastrophen und Schicksalsschläge und die Anfänge der NHL
29.07.2026 78 min
Zusammenfassung & Show Notes
Geburt der NHL aus dem Streit in der NHA
Im November 1917 trafen sich die Klubbesitzer in Montreal, um den Ärger mit Toronto-Eigner Eddie Livingstone zu beenden. Am 26. November wurde die National Hockey League gegründet, indem der Spielbetrieb der NHA ausgesetzt und eine neue Liga ohne Livingstone aufgebaut wurde.
Die erste NHL-Saison 1917/18
Zunächst spielten Montreal Canadiens, Montreal Wanderers, Ottawa Senators und die Toronto Arenas. Quebec stieg wegen Geldproblemen aus, und die Toronto-Mannschaft trat erst namenlos, dann als Arenas an. Gespielt wurde in zwei Saisonhälften in der Westmount Arena mit natürlichem Eis.
Der Kader der Canadiens und der harte Spielstil
Montreal setzte auf Georges Vézina im Tor sowie auf körperlich starke Verteidiger wie Joe Hall, Bert Corbeau und Billy Coutu. Im Angriff führten Newsy Lalonde, Joe Malone und Didier Pitre das Team. Joe Malone wurde mit 44 Toren in 20 Spielen erster Scoring-Leader der NHL.
Brand, Finalserie und erster Titel
Am 2. Januar 1918 brannte die Westmount Arena ab, die Wanderers gaben auf. Toronto gewann die zweite Saisonhälfte, besiegte Montreal im NHL-Finale und schlug danach auch die Vancouver Millionaires um den Stanley Cup.
Spanische Grippe und abgebrochene Finalserie 1919
1918/19 gewann Montreal die erste Hälfte, Ottawa die zweite. Die Canadiens setzten sich gegen Ottawa durch und trafen auf die Seattle Metropolitans. Die Stanley-Cup-Serie wurde bei 2:2 abgebrochen, nachdem mehrere Canadiens an der Spanischen Grippe erkrankten; Joe Hall starb wenig später.
Neue Eigentümer, neue Spieler, neue Rekorde
Nach George Kennedys Tod übernahm das sogenannte Trio Musketiere die Canadiens. Léodon Diron baute ein neues Scouting-Netz auf. Mit Aurel Joliat und später Howie Morenz kamen neue Angreifer, während Georges Haynesworth als Nachfolger von Vézina verpflichtet wurde.
Der erste Stanley-Cup-Erfolg als NHL-Team
1923/24 gewannen die Canadiens gegen Ottawa die NHL-Meisterschaft und besiegten danach Vancouver und Calgary. Damit holten sie erstmals als NHL-Team den Stanley Cup.
Wandel in der Liga bis 1926/27
Mit Boston, Chicago, Detroit und New York wuchs die NHL auf zehn Teams. Die Western League brach zusammen, der Stanley Cup wurde nun nur noch zwischen NHL-Teams vergeben. Die Canadiens gewannen mit Georges Haynesworth, Herb Gardiner und später Cecil Hart wieder an Stärke, scheiterten aber 1926/27 an den Ottawa Senators im Final der Canadian Division.
Im November 1917 trafen sich die Klubbesitzer in Montreal, um den Ärger mit Toronto-Eigner Eddie Livingstone zu beenden. Am 26. November wurde die National Hockey League gegründet, indem der Spielbetrieb der NHA ausgesetzt und eine neue Liga ohne Livingstone aufgebaut wurde.
Die erste NHL-Saison 1917/18
Zunächst spielten Montreal Canadiens, Montreal Wanderers, Ottawa Senators und die Toronto Arenas. Quebec stieg wegen Geldproblemen aus, und die Toronto-Mannschaft trat erst namenlos, dann als Arenas an. Gespielt wurde in zwei Saisonhälften in der Westmount Arena mit natürlichem Eis.
Der Kader der Canadiens und der harte Spielstil
Montreal setzte auf Georges Vézina im Tor sowie auf körperlich starke Verteidiger wie Joe Hall, Bert Corbeau und Billy Coutu. Im Angriff führten Newsy Lalonde, Joe Malone und Didier Pitre das Team. Joe Malone wurde mit 44 Toren in 20 Spielen erster Scoring-Leader der NHL.
Brand, Finalserie und erster Titel
Am 2. Januar 1918 brannte die Westmount Arena ab, die Wanderers gaben auf. Toronto gewann die zweite Saisonhälfte, besiegte Montreal im NHL-Finale und schlug danach auch die Vancouver Millionaires um den Stanley Cup.
Spanische Grippe und abgebrochene Finalserie 1919
1918/19 gewann Montreal die erste Hälfte, Ottawa die zweite. Die Canadiens setzten sich gegen Ottawa durch und trafen auf die Seattle Metropolitans. Die Stanley-Cup-Serie wurde bei 2:2 abgebrochen, nachdem mehrere Canadiens an der Spanischen Grippe erkrankten; Joe Hall starb wenig später.
Neue Eigentümer, neue Spieler, neue Rekorde
Nach George Kennedys Tod übernahm das sogenannte Trio Musketiere die Canadiens. Léodon Diron baute ein neues Scouting-Netz auf. Mit Aurel Joliat und später Howie Morenz kamen neue Angreifer, während Georges Haynesworth als Nachfolger von Vézina verpflichtet wurde.
Der erste Stanley-Cup-Erfolg als NHL-Team
1923/24 gewannen die Canadiens gegen Ottawa die NHL-Meisterschaft und besiegten danach Vancouver und Calgary. Damit holten sie erstmals als NHL-Team den Stanley Cup.
Wandel in der Liga bis 1926/27
Mit Boston, Chicago, Detroit und New York wuchs die NHL auf zehn Teams. Die Western League brach zusammen, der Stanley Cup wurde nun nur noch zwischen NHL-Teams vergeben. Die Canadiens gewannen mit Georges Haynesworth, Herb Gardiner und später Cecil Hart wieder an Stärke, scheiterten aber 1926/27 an den Ottawa Senators im Final der Canadian Division.
Transkript
Herzlich willkommen bei Sportarchiv. Mein Name ist Tim.
Und mein Name ist Stefan. Ja Stefan, nachdem wir ja zuletzt ein bisschen viel
Fußball hatten, freue ich mich darauf, dass du was zum Thema Eishockey wieder vorbereitet hast.
So ist es und wir springen wieder weit in die Vergangenheit zurück.
Wir gehen zu den Anfängen der NHL.
Also verlassen haben wir das Thema in Teil 1 Montreal Canadiens NHL im Jahre
1917, der Saison der NHA, der National Hockey Association, dem Vorläufer der NHL.
Ja und heute geht es darum, wie kam es dann dazu, dass aus der NHA die NHL,
die wir jetzt erkennen wurden, die National Hockey League. Ja und was ist mit
dem Montreal Canadiens? Das war ja erst unser Aufhänger. Wie wurde der Verein
der, der er jetzt ist? Wie ist dieser ganze Mythos entstanden?
Und wie kam es dazu? Ja, also wir gingen erstmal in den November 1917,
da gibt es noch diese National Hockey Association, vielleicht auch zur Erinnerung
oder für die, die den ersten Teil noch nicht gehört haben sollten.
Es gab also fünf Teams, sag mal unsere Montreal Canadiens, für die frankfone
Bevölkerung von Montreal, da gab es das,
für das anglophone Publikum gedachten Montreal Wanderers und dazu in Quebec
die Bulldogs, in Ottawa die Senators, kennen wir jetzt ja wieder.
Und in Toronto gab es ein Team, das wurde dann immer die Blue Shirts genannt.
Und die Kanadier gehörten einem einheimischen Businessmann, George Kennedy.
Und die Liga lief ja eigentlich ganz gut.
Den üblichen Problemen, die es in diesen Jahren überhaupt für Profiteams gab,
die hatten natürlich ein Riesenthema, den Ersten Weltkrieg.
Viele Spieler wurden eingezogen und die Bevölkerung, das Geld war nicht da,
die Wirtschaft wurde auf Kriegswirtschaft umgestellt, es gab viele Probleme,
auch Spieler überhaupt noch,
zu finden, die die richtigen Skills, die Fähigkeiten haben, die eben dann nicht
an der Front eingezogen waren.
Aber irgendwie ging der Spielbetrieb ja immer weiter.
Das eigentliche Problem für diese fünf Businessleute, das war ein George Kennedy
von den Kanadiern, Tommy Gorman von den Senators, Sam Lichtenhain von den Wanderers
und Percy Quinn von den Quebec Bulldogs war ein anderer.
Das war der Eddie Livingstone, der Inhaber der Toronto Blue Shirts.
Und der machte denen so richtig Ärger. Das war ein sehr konfrontativer Typ.
Der immer seinen Vorteil suchte, der auch seine Miteigentümer dieser NHA verklagte,
der sie vor Gericht zerrte, der Verträge, die zwischen den Vereinen geschlossen
wurden, anfechten wollte oder zumindest Ärger machte.
Also sie waren langsam erschöpft von diesem Verhalten und wollten den eigentlich
loswerden, um einfach nur Eishockey spielen zu lassen und wichtiger noch Geld
damit zu verdienen, Ohne so einen Störfaktor, Eddie Livingstone.
Nun ja, was haben sie überlegt, was kann man tun, wie können wir den loswerden?
Und man traf sich dann im November 1917 im Windsor Hotel in Montreal mehrfach
zu viert, ohne den besagten Kollegen.
Und wichtig für die NHL sollte dann der 26.
November 1917 werden, denn man hatte so die Statuten der Liga durchkämmend und
durchforstet und entdeckt, so, wir könnten ja den Spielbetrieb unserer eigenen Liga suspendieren.
Also wir entscheiden, die nächste Saison wird gar nicht gespielt und dann ist
er erstmal. Da kann auch für Eddie Livingston geht es nicht weiter,
für uns formell auch nicht, aber wir sind sehr schlau, wir gründen einfach eine neue Liga.
Die NHL, also Statuten, Regeln, die Trophäe, alles nehmen wir mit oder kupfern
bei der NHA ab, gründen aber eine neue Liga zu viert, den fragen wir gar nicht,
der darf gar nicht mitspielen. Ja, und dann gucken wir mal, wie das dann ausgeht.
Ja, eigentlich eine sehr clevere Idee. Ja, ich auch.
Sehr rücksichtslos, aber dann doch sehr effektiv. Der hat natürlich dann protestiert
und ging vor die Gerichte und hat dann versucht, das aufzuhalten.
Ich nehme es mal vorweg oder verkürze das jetzt sehr stark. Er hat es nicht
erreicht. Die NHL bewährte sich, die lief weiter und die NHA,
die blieb für immer suspendiert. Da wurde nie wieder gespielt.
Ja, und dann war die Frage, ja, wer spielt denn dann?
Es wurde dann festgelegt, Ende Dezember, 19. Dezember 1917 soll der Spielbetrieb
aufgenommen werden und das,
war gar nicht so einfach vor diesem Erster-Weltkrieg-Hintergrund, Geld war knapp und,
das Team aus Quebec entschied dann, bevor der erste Spieltag war,
wir können gar nicht spielen, wir haben zu wenig finanziellen Background,
wichtige Spieler sind eingezogen worden, wir geben auf, wir setzen ein Jahr aus, so hieß es erst.
Das ließ dann eben die Kanadier, die Wanderers und die Senators zu dritt zurück.
Man hatte aber Glück, weil in Toronto gab es noch andere Interessierte am Eishockey
und es gab da eine Canadian Arena Company, denen gehörte eine Eishalle in Toronto
und die sagten, wir sind ganz froh, dass der Eddie Livingston weg ist, wir ersetzen den.
Weil Toronto als große Stadt in Kanada, die braucht ihr, damit die Liga überhaupt funktionieren kann.
Und jetzt gerade jetzt auch noch, wo Quebec aufgibt, also sind wir dann zu viert.
Und das Team aus Toronto hatte erst gar keinen Vereinsnamen,
Und im Laufe der Saison hießen die dann Toronto Arenas nach der Spielstätte.
Also nicht so ganz kreativ, aber ja, es musste erstmal einen Namen haben.
Und die spielten auch mit zu viert dann. Das ist ja auch extrem wenig, vier Mannschaften.
Ja, aus unserer heutigen Sicht ist es absurd, dass man zu viert spielt, immer gegeneinander.
Und zwar auch noch in zwei Abschnitten.
Das war Dezember bis Februar und dann nochmal von Februar bis März.
Also in zwei Saisonhälften spielte man dann gegeneinander.
Was noch zu erwähnen ist, Quebec hat dann gesagt, unsere Spieler könnt ihr aber alle benutzen.
Die überlassen wir euch. Sucht euch mal raus, wen ihr haben wollt.
Und ja, das taten die dann.
Da komme ich aber gleich bei dem Roster zu, wen dann die Kanadien sich ausgesucht haben.
Und die spielten mit den Wanderers zusammen in der Montreal Arena, Westmount Arena.
Das war eine Halle, die hatte auch ein Dach drauf, aber interessanterweise trotzdem
natürliches Eis. Also es war nicht künstlich hergestelltes Eis.
Ich sage da gleich noch ein bisschen was zu.
Da passten 4.300 Zuschauer rein. Insgesamt mit Stehplätzen kam es auf 10.000
Besucher. Das war schon ganz ordentlich.
Und das war überhaupt die allererste Arena in ganz Nordamerika,
die ausdrücklich für Eishockey gebaut worden war.
Und wie kommt das Eis in diese Halle, diese geschlossene Halle,
habe ich mich dann gefragt, wenn man da keine Kühlanlage hat.
Und das ging ja nur mit dem eiskalten Winterwetter. Also hat man dann große
Fenster, Fensterläden, Dachluken
geöffnet. Die eisige Winterluft strömte ungehindert dann in das Gebäude.
Temperatur an der Halle sank unter den Gefrierpunkt und glich sich dem Außenwetter
an. Das ist schon mal ganz spannend.
Dann haben Arbeiter auf den Holzboden, also es war ja so ein Erdboden oder Holzboden
in der Halle selber. Und da haben die den feinen Wassernebel dann aufgesprüht.
Und dann bildete sich eine ganz dünne Wasserschicht, also eine Eisschicht.
Das musste man aber komplett durchfrieren lassen, ehe die nächste aufgetragen
wurde. Also wieder Wassernebel drauf, bis sich irgendwann ein stabiles Fundament bildete.
Immer mehr Wasser, Wasser, Wasser, bis du eine glatte, dicke Eiswäsche hattest.
Krass, oder? Okay, aber das setzt sich auch voraus, dass es immer unter null Grad ist. Genau.
In Kanada vielleicht.
Aber das war es also vollständig abhängig vom Außenklima, um das Eis gefroren zu halten.
Problem ist, was ist, wenn es einen warmen Wintertag gibt oder wenn der Frühling
früher einsetzt. Da wird nämlich das Eis zu matsch. Da musste man Spiele absagen oder verschieben.
Ja, das war also schon mal schwierig.
Also gab es auch so einen Beruf des Eisfeldmachers wahrscheinlich?
Ja, die hatten so Mitarbeiter, die haben dann von Hand dann auch das Eis glatt
gekratzt und gleich glatt gezogen und erst in späteren Jahren wurde dann das
Kühlsystem eingebaut in diese Arena.
Also das war so der Anfang dieser Westmount Arena oder Montreal Arena.
Ab dem Jahr 1915 gab es dann aber auch so eine Art Eismaschine mit einem eigenen
Maschinenraum und da gab es dann Rohre, wo eben entsprechende flüssiges Ammoniak.
Durchgedatet wurde. Es gab ein
Und daraus entstand dann künstliches Eis, das ging sehr viel schneller und das
war auch dann eben unabhängig von der Natur.
Aber in dieser Arena spielte man dann mit den Wanderers zusammen,
ganz praktisch, auch für die Eigentümer der Halle.
Da passierte also eine Menge und es gab auch Einnahmen und es gab eine sichere
Spielstätte. Wir kommen zum, wo wir eben ja sagten, Quebec hat aufgegeben,
alle konnten sich welche aussuchen. Wie sah denn das Team aus?
Also die Kanadier hatten nur elf Spieler.
Ganz wichtig im Tor, das einziger Torwart war da Georges Vesina.
Wir wissen ja schon aus der ersten Folge, nach ihm wurde dann später die Viziner
Trophy für den besten Goalie benannt.
Und sein Claim to Fame war ja, dass er 16 Saisons hintereinander kein einziges
Spiel ausgelassen hat und 15 Jahre am Stück, nicht mal eine Minute.
Also ein echter Iron Man. Also der war weiterhin im Tor bei den Kanadien.
In der Abwehr hatte man jetzt einen Spieler aus Quebec ausgewählt,
Joe Hall, Bad Joe Hall genannt. Ein sehr, sehr aggressiver, physisch starker
Spieler, der also auch vor dem Tor von Georges Viziner dann aufräumte.
Und hat auch gleich einen Rekord aufgestellt mit 60 Strafminuten in dieser ersten Saison.
Da war auch offensiv, stark halt acht Tore geschossen, sieben Assists aufgelegt.
Also kein reiner Enforcer.
Und neben ihm sorgte Berthe Corbeau, genannt Pick Iron, dafür,
dass auch von der anderen Seite die Stürmer nicht durchkamen.
Georges Vesina, ein ebenso aggressiver, sehr körperlicher Typ.
Der Name Pick Iron lässt ja auch schon was vermuten.
Also er war sehr rau und sehr, sehr kampfkräftig.
Kämpfte auch gerne gegen andere, war sehr aggressiv. Und Joe Hall und Bert Pickiron
Corbeau haben also versucht, dass erst schon mal gar keiner sich dem Tor von
Georges Wessin ernähren konnte.
Der dritte Verteidiger, den man noch erwähnen muss, ist dann Billy Coutu,
genannt The Wild Beaver, der wilde Beaver. Und wild war der auch.
Sehr, sehr furchtanflößender Typ, sehr aggressiv.
Die drei Verteidiger waren schon sehr beeindruckende Männer,
die also auch rücksichtslos von ihren Schlägern Gebrauch machten.
Das war ja insgesamt ein sehr brutaler Stil, den man dann noch gepflegt hat.
Aber wofür dieses Team hier bekannt war, war er ja als Flying Frenchman.
Sehr offensiv, sehr schnell, technisch versiert und da war natürlich zu nennen
Edouard Charles Nussi Lalonde, mittlerweile 30, der war der spielende Player-Coach des Teams.
Den haben wir ja auch schon gehabt in der ersten Folge. Ganz genau.
Also der war weiterhin der Leader und ein sehr hitzköpfiger Typ.
Wir hatten in der ersten Folge sehr viel über ihn gesagt, über seine durchaus
gezielte Brutalität gegen Mitspieler wie auch gegnerische Spieler.
Und dieser ersten NHL-Saison konnte er sogar nur 14 Mal von 22 Spielen bestreiten.
Schoss aber 21 Tore, machte insgesamt 23 Punkte und führte die Kanadier in der
ersten Hälfte zu 10 Siegen und 4 Niederlagen.
Also ein sehr guter Start. Und die Frage ist, wer unterstützte ihn denn da vorne?
Und zwar kam aus Quebec ein zweiter Spieler, und zwar Joe Malone,
genannt Phantom Joe, auch Gentleman Joe genannt.
Also der war sehr, sehr schnell, hatte einen sehr guten Schuss,
der konnte gut antäuschen, der war gar nicht zu fassen, der konnte extrem gut
skaten, fand immer dann die offene Fläche immer da, wo der Gegner nicht war, da war Phantom Joe.
Der brauchte also gar nicht diese Brutalität, der war einfach technisch versiert,
der konnte gut skaten, der konnte
toll schießen und sich vor allem sehr schnell auf den Skates bewegen.
Der war wirklich unglaublich gut, in 20 Saisonspielen hat er unglaubliche 44
Tore geschossen, plus 4 Assists, also 48 Punkte in 20 Spielen.
Und er war dann der erste Scoring Leader der NHL, also ein echtes Phantom.
Dazu kam dann noch Didier Pietre, genannt Cannonball, den haben wir in der ersten
Folge auch schon gehabt, der auch noch aus NHA-Zeiten dabei war,
der Mann mit dem Kanonenkugelschuss.
Und dazu der Mann, der das ganze Team eigentlich organisiert hat,
die ganzen Franco-Canadier zusammengesucht hat. Das war ja Jack LaViolette genannt,
der Speedmerchant, der Raser auf dem Eis. Der war zwar 38 Jahre,
aber der spielte diese erste NHL-Saison noch mit.
Ja, das waren die Flying Frenchmen, die dann auch extrem gut zusammenspielten.
Ich muss vielleicht noch ein bisschen was zu dem Stil des Eishockeys sagen.
Die Torhüter hatten ja keine Maske an.
Die hatten eine extrem dünne Ausrüstung nur, also wattierte Jacken und auch.
Die Schone an den Beinen.
Das merkte man schon, wenn da so ein Schuss gegenflog.
Und die Torleute durften sich nicht knien.
Durften also nur stehen. Deswegen gab es in dem Sinne gar keine Schlagschüsse
oder so. Es wurde eher flach, maximal bis auf Höhe der Knie geschossen.
Und das war also eine ganz andere Art von Eishockey und das war auch noch nicht dieses.
Man durfte auch in der NHL nicht nach vorne passen, gar nie,
immer nur zur Seite oder nach hinten. Erinnert ein bisschen an Rugby von der Aufstellung.
Der Vorwärtspass, der würde nicht in der NHL erfunden, sondern in der Pacific
Coast Hockey League. Die waren sehr viel innovativer und da begann überhaupt
erst der Vorwärtspass im Eishockey.
Okay, und die existierten noch parallel jetzt? Ja, von 1911 bis ungefähr 1924
war diese Pacific Coast Hockey League auch aktiv und wurde immer ein ganz starker
Rivale der NHL. Aber da gehe ich gleich nochmal drauf ein.
Aber das ist ja auch immer ein ganz krasses anderes Eishockey,
wenn du ja nicht nach vorne spielen kannst.
Nee, du musst dich also mit dem Puck, den im Grunde am Schläger nach vorne führen,
kannst dann zur Seite passen oder auch mal nach hinten, dann rückt einer nach.
Und die hatten auch noch nicht diese drei Zonen in der NHL. Auch das ist eine
Erfindung der Pacific Coast League. Ja, erster Torschütze der NHL war vielleicht
noch zu erwähnen, ein gewisser Dave Ritchie von den Montreal Wanderers im ersten
Spiel, gleich das erste Tor.
Ja, und während dieser ersten Hälfte, wie gesagt, die Kanadier waren der Erster
von den vier Teams mit 10 zu 4, 10 Siege, 4 Niederlagen. Und dann kam ein dramatischer,
schockierender Tag, der 2.
Januar 1918 und die Westmount Arena brannte komplett nieder.
Diese Maschine, dieses künstliche Eiseschelte brach ein Feuer aus und das ganze
Ding brannte bis auf die Grundmauern runter. Und die Montreal Wanderers,
die hatten nicht die finanziellen Reserven, die hatten eh schon wichtige Spieler in der Armee.
Und die Fans kamen sowieso schon nicht in den ersten Spielen.
Dann sagten die am 3. Januar, wir hören auch auf. Wir sind ganz raus. Wir schließen.
Komplett. Da waren sie nur noch zu dritt. Da waren sie nur noch zu dritt, genau.
Und die Kanadien, die waren glücklicher. Die fanden dann den Jubilee-Rink, 3200 Sitzplätze.
Immerhin, man spielte aber weiter. Und das war wirklich wieder ein reines,
natürliches Eisstadion. Jetzt hat man schon wieder nur diese Abhängigkeit vom
Winterwetter. Aber man konnte erst mal weiterspielen. Naja, immerhin.
In der zweiten Hälfte von, das war Februar, März, haben dann dieser Toronto-Verein,
die Arenas, fünfmal gewonnen, dreimal verloren, waren damit erster der zweiten Hälfte.
Und ja, die Kanadier hatten die erste Hälfte gewonnen, Toronto die zweite und
dann traf man sich für zwei Spiele.
Dann wurde von der NHL bestimmt, das ist jetzt das Championship-Finale.
Und in diesen beiden Spielen, wer da mehr Tore schießt, der ist NHL-Champion.
Ich fasse das mal zusammen. Toronto schoss zehn Tore und die Kanadier sieben.
Und damit waren die Toronto Arenas erster NHL-Meister, haben den O'Brien Cup,
der haben sie ja von der NHA mitgenommen, quasi gewonnen.
Der Stanley Cup war ja nicht Teil der NHL. Den mussten sie ja danach erst erkämpfen.
Ah ja, gegen die andere Liga. Gegen den Champion der Pacific Coast Hockey,
ganz genau. Und das habe ich auch nochmal recherchiert, dieser O'Brien Cup,
das war ja wirklich so ein Pokal.
Den hatten die mitgenommen und der Eigentümer, der George Kennedy,
der hatte den in seinem Haus, aber der wurde in diesen ersten Jahren der NHL
gar nicht überreicht. Okay, das war nur pro forma.
Genau, man war Sieger, man war Champion, aber es gab keine Pokalüberreichung.
Und den Stanley Cup gab es ja, wie gesagt, schon mal gar nicht,
weil der nicht Gegenstand der NHL war. Vielleicht noch zur Ergänzung,
also wie kam es zu dem 10 zu 7? in Toronto hat dann in Toronto 7-3 gegen die
Canadien gewonnen. Das war schon mal ein guter Start und die Canadien haben dann in
Montreal nur 4-3 gewinnen können, also mit 7-10 sind sie unterlegen.
Ja, Toronto spielt um den Stanley Cup. Champion der PCHA waren die Vancouver
Millionaires. Und da gab es dann sogar ein Best-of-Five, was dann Toronto mit
3-2 Siegen gewann. Und Toronto war damit dieser ersten NHL-Saison NHL-Meister
und Stanley Cup-Sieger.
Zählt das denn heute auch noch quasi? Das zählt, ja. Das wird gewertet,
auch wenn es gegen einen Meister einer anderen Liga gewonnen wurde.
Weil der Stanley Cup, der war so aufgesetzt zu der Zeit.
Man muss halt nur, wenn man ganz fein hinguckt, unterscheiden,
was ist NHL-Titel und was ist Stanley Cup.
Also diese PCHA war sehr innovativ. Die haben die blauen Linien eingeführt,
die haben die drei Zonen kreiert überhaupt.
Die haben diesen Gold-Crease, diesen Torraum überhaupt entwickelt,
der zum Schutz des Torwarts, und da ist ja jeder gegnerische Spieler,
der dann da steht, wenn ein Tor erzielt wird, macht das Tor ja ungültig.
Ist Torraum abseits. Das haben die also auch erfunden. Muss also alles in Bewegung sein.
Und die haben die Jersey. Also die haben überhaupt erstmal auf diese Trikots
Nummern draufgebracht, damit die Zuschauer erkennen konnten,
wer skatet denn da unten. Aber eine der wichtigsten Innovationen war der Vorwärtspass.
Und 1913 schon haben wir also die beiden Patrick-Brüder, Frank und Lester, entschieden.
Wir dritteln das ganze Spielfeld in drei Teile.
Jeweils ein eigenes Drittel und dazwischen die neutrale Zone.
Und in der durfte man dann nach vorne passen. Man wollte das Ganze schneller
machen und die Teams zwingen, dass sie nicht dauernd nach hinten passen,
dass sie aggressiver nach vorne spielen.
Und das ist dann auch geschehen. Letztlich erst Ende der 20er,
Anfang der 30er Jahre, seitdem darf man in der NHL überhaupt erst in allen drei
Zonen nach vorne passen.
Das war mir total neu, fand ich
sehr spannend. Und das war so eine der wichtigsten Innovationen der PCHA.
Springen wir ins zweite Jahr, Dezember 1918 bis März 1919. Und auch diesmal,
werden wir mit einer Katastrophe konfrontiert, werden wir noch ganz anderer
Art. Es gibt wieder zwei Hälften. Diesmal gewinnt Montreal die erste Hälfte mit 7 zu 3 Siegen.
Und Ottawa Senators gewinnen die zweite Hälfte. Da war schon klar,
die beiden treffen aufeinander.
Hinsichtlich der Mannschaft gibt es vielleicht noch, muss man auf jeden Fall
ergänzen, Wir hatten noch einen weiteren Stürmer, Odie Claycorn,
das war einer von diesen Claycorn-Brüdern.
Das war aber nicht dieser Schläger, Sprake, sondern Odie war der torgefährliche.
Forward, der dann mit 22 Toren auch sehr gut eingeschlagen hat.
Ansonsten hat sich dann dem Setup der Mannschaft nichts verändert.
Die Serie gegen Ottawa war dann relativ überraschend eindeutig zugunsten der Kanadier.
Die haben mit 4 zu 1 Siegen sich den NHL-Titel geholt und hatten damit das Recht,
den Champion der Pacific Coast Hockey Association zu fordern,
die Seattle Metropolitans.
In der NHA-Zeit gab es schon mal so eine Serie, da hat Montreal Seattle geschlagen
und den ersten Stanley Cup in der Geschichte der Kanadier gewonnen.
Also Revanche. Was machte man damals? Es gab kein Flugzeug, man musste also
einen Zug besteigen und fuhr dann mehrere Tage von Montreal weit im Osten.
Ganz in den weiten Westen der USA nach Seattle.
Und Seattle ist ja so etwas unterhalb von Vancouver und ganz, ganz im Westen.
Es war schon wirklich eine sehr anstrengende, mehrtägige Zugfahrt.
Wir erinnern uns, ich sage es nochmal, also da ja zwei verschiedene Ligen spielen,
fanden auch die unterschiedlichen Regeln Anwendungen im wechselseitigen Spiel.
Wichtigster Unterschied neben dem Vorwärtspassen war dann natürlich auch,
dass die PCH mit sieben Spielern spielte, diesem Rover.
Die hatten also so eine Art Libero, der vorne und hinten spielen konnte und.
Im Wechsel immer. Wurde dann mit sechs Spielern gespielt oder mit sieben Spielern.
Naja, der Start war für die Kennedy ja sehr schlecht.
Seattle dominierte mit 7 zu 0. Alle Spiele fanden in Seattle statt,
also man fuhr jetzt nicht hin und her, das hätte ja Tage oder Wochen gedauert.
Das macht man da nicht. Im zweiten Spiel konnte Montreal zurückschlagen und
gewann 4 zu 2, konnte die Serie ausgleichen.
Dann gab es wieder einen deutlichen Sieg der Metropolitans aus Seattle an 7
zu 2, die gingen wieder in Führung.
Dann gab es etwas, was zu der Zeit gar nicht so unüblich war,
ein 0 zu 0 nach Overtime und das fünfte Spiel brachte dann wirklich einen Comeback-Sieg
in Overtime, ein 4 zu 3 der Canadien.
Beide Teams hatten jetzt zwei Spiele gewonnen und es gab einen Unentschieden.
Das nächste Spiel, das sechste, wäre dann entscheidend gewesen.
Es war für den 1. April 1919 dann festgelegt, aber man ahnte schon,
es würde nicht stattfinden, weil die spanische Grippe, diese Influenza-Pandemie wütete.
Oh, okay. Leider auch in Seattle. Und die Canadien hat es dann richtig erwischt.
Stunden bevor dieses sechste Spiel beginnen sollte, kollabierten verschiedene
Spieler mit hohem Fieber.
Fünf, Joe Hall, der Verteidiger. New Seal Alon, der Spielermanager und Stürmer.
Dann zwei Ersatzspieler, sage ich jetzt mal, Louis Berlinguet und Jack McDonald.
Und der Eisenhauter-Verteidiger Billy Coutu mussten alle mit dem Eigentümer
des Teams George Kennedy gemeinsam ruckzuck ins Krankenhaus gebracht werden.
Sehr, sehr schnell. Die waren also wirklich ganz, ganz krass erkrankt.
Also es blieben dann noch drei Spieler übrig. Und es mussten...
Montreal bot dann an, dass man verzichten würde und Seattle zum Champion des
Stanley Cups erklären würde.
Aber der Manager von Seattle, Pete Muldoon, war dann sehr sportlich und meinte,
nein, das nehmen wir nicht an. Wir gewinnen, so wollen wir das nicht gewinnen.
Champion wird man nur auf dem Eis.
Sehr sportlich. Das fand ich auch ganz toll. Ich habe auch nochmal nachgelesen.
Wurde da sehr gut aufgenommen zu der Zeit. Was wurde aus den Leuten?
Die Spieler, die wir so genannt haben, vier von denen wurden wieder gesund.
Und einer, Joe Hall, herstarb leider vier Tage später, am 5.
April. Der hat dann noch eine Lungenentzündung entwickelt und an der ist dann
verstorben mit 37 Jahren. Das war natürlich schon echt ein Schlag.
Ähnlich hat es den George Kennedy, den Eigentümer erwischt.
Der überlebte das so gerade, aber so richtig gesund wurde der gar nicht mehr.
Und die NHL hat das dann auch insofern gewürdigt, das Ganze,
als man in den Stanley Cup für das Jahr 1919 eingraviert hat.
1919, Montreal Canadiens, Seattle Metropolitan Series not completed.
Also es ist die eine bis heute, wenn es denn mal begonnen wurde,
einzige Stand-A-Cup-Finalserie, die nicht beendet werden konnte. Und es kam noch dicker.
Man hat irgendwie das Gefühl, man liebte zu der Zeit die Katastrophen.
Das alles war ja so Anfang April.
Das Team reiste dann zurück nach Montreal, man war dann in der Off-Season,
man verabschiedete sich und am 23. April 1912 brannte dann die Jubilee-Arena komplett runter.
Innerhalb von 15 Monaten ist die zweite Spielstätte der Kanadier durch Brand
unbrauchbar geworden, also komplett zerstört worden.
Tja, was sollte man jetzt machen? Es gab keine weitere Arena in Montreal,
wo man jetzt hätte nochmal hingehen können.
Also hat der George Kennedy sich einen Partner gesucht, obwohl er ja,
er war ja auch gerade genesen, also gesundheitlich angeschlagen.
Es gab aber einen gleichaltrigen, 38 Jahre alt Bordpromoter,
der ist Thomas Duggan und der hatte so seine Finger überall drin,
ein bisschen im Baseball.
Da gab es so eine Liga, die die Major League Baseball bedrängte,
musste aber wieder einstampfen, dann war er im Pferdesport aktiv.
Er hat dann geholfen, eine Galopprinbahn in Montreal und in Windsor,
Ontario zu bauen und zu betreiben.
Also er wusste schon, wie man Sport organisiert hatte, also auch finanzielle
Rücklagen und man entschied dann zusammen, eine Arena zu bauen,
speziell für die Canadiens, die sollten da bewusst spielen, wurde nur für die gebaut.
Und das sollte natürlich auch dann mit künstlichem Eis, mit einer Eismaschine sein.
Aber das musste man verschieben, da reichte das Geld noch nicht.
Man wollte das erstmal nur die Arena bauen und wie bisher auf natürliches Eis
setzen und später dann eben so eine Eismaschine einbauen.
So war das Versprechen von diesem Thomas Duggan an die Kanadier.
Und die haben das dann auch geschafft, das hinzukriegen.
Also zwischen April 1919 und dem Beginn der 1919-1920er Saison.
Als das erste Spiel stattfand, war das zwar noch nicht so ganz 100% fertiggestellt,
aber man konnte schon darauf spielen.
Aber dieses Problem mit dem natürlichen Eis würde die Kanadier jetzt über Jahre
und Jahre noch begleiten, weil eben diese versprochene Nachrüstung nicht stattfand.
Das war wahrscheinlich zu teuer. Ja, der hatte andere Interessen in der Zwischenzeit.
Sir Thomas Duggan hat sich fest vorgenommen, er wollte die US-amerikanische...
Szene in die NHL reinbringen. Der wollte Teams in den USA gründen und das werden
wir später noch hören, wie ihm das dann auch gelang.
Aber er war also voll abgelenkt und hat sich überhaupt nicht mehr um diese Arena,
diese Mount Royal Arena gekümmert.
Kanadier sollten da spielen, sollten zufrieden sein, aber er hat das nie sein
Versprechen eingelöst. Das war dann konstant ärgerlich für die Kanadier.
Aber die Saison startet im Dezember 1919, sollte bis März 1920 stattfinden und
wir erinnern uns Jahr, wir hatten nur noch drei Teams übrig und Quebec kommt jetzt zurück.
Erstmal ist das natürlich schön, man ist wieder zu viert, immerhin hat man vier Teams.
Problem ist nur, dass Quebec sagt, ja, aber die Spieler hätte ich jetzt schon
gern zurück. Joe Hall ist ja leider tot, der kann für niemanden mehr spielen,
aber Phantom Joe Malone, diesen überragenden Stürmer, der muss jetzt zurück
nach Quebec. Natürlich ein riesen Verlust für die Kanadien.
Muss jetzt der New Seal Alone, muss das jetzt schultern im Wesentlichen mit
dem Didier Petrie und dem Odi Kleghorn vorne, aber 44 Tore von Joe Malone,
die kann man eben nicht so einfach ersetzen. Aber es gibt einen ganz interessanten,
ganz spannenden, erbitterten Kampf um die Scorer-Krone.
Joe Malone, der jetzt für Quebec wieder spielt, der siegt dann letztlich mit
39 Treffern und 10 Assists mit 49 Punkten.
New Zealand, auch bärenstark, macht 37 Tore, 9 Assists, kommt auf 46 Punkte,
also Zweiter. Aber daran sieht man, wie überragend die beiden in dieser Vierer-Liga waren.
Und beide, witzigerweise, in der Saison stellen Ewigkeitsrekorde auf.
New Zealand für unsere Canadiens macht in einem Spiel sechs Tore.
Das muss man sich mal reinziehen. Sechs Tore in einem Spiel.
Es ist der Rekord der Canadiens, den noch nie einer eingestellt hat.
10. Januar 1920 gegen die Toronto St. Patricks.
14 zu 7 gewinnen die Canadiens. Also von Verteidigung war da nicht viel.
Es ging also nur immer nach vorne. Und der hat da eben die sechs Tore geschossen.
Man kann das nur so erklären, dass also die wenigen Spieler,
da spielten, wie gesagt, zehn bis elf, zwölf Spieler. Die meisten mussten,
wie der New Seal Alone, 60 Minuten durchspielen.
Gerade für die Verteidiger war das dann einfach kaum noch darzustellen, zu verteidigen.
Und diese überragende Klasse macht sich da eben auch bemerkbar.
Und so kommt dieses Ergebnis eben auch zustande. Joe Malone würde in einem anderen
Spiel sieben Tore schießen. Das ist der Ewigkeitsrekord der NHL.
Aber die sechs Tore von UCL alone, das konnte also weder Maurice Rocket Richard
noch Guilla Fleur oder Jean Beliveau, keiner von denen konnte das einstellen.
Maurice Richard kam dann in den 40er Jahren dem Nahe 1944.
Mit fünf Toren in einem Spiel. Aber in dieser Saison der NHL wurden da wirklich
Ewigkeitsrekorde aufgestellt.
Wie lief es denn dann in der Liga tatsächlich für die Kanadier ohne Phantom Joe?
In der ersten Hälfte, man spielt ja weiterhin in zwei Hälften.
Wurde man Zweiter, nur Zweiter hinter Ottawa mit 8 zu 4 Siegen.
Die beiden im einen Sieg besser.
Ja, in der zweiten Hälfte wurde es noch schlechter. Man gewann nur fünf von zwölf Spielen.
Ottawa wurde wieder Erster mit zehn Siegen in zwölf Spielen.
Und man entschied dann, da Ottawa beide Hälften gewonnen hat,
wurden die Senators einfach zum NHL-Champion erklärt.
Es gab gar kein Playoff. Das ist natürlich frustrierend für die Kanadier.
Ja, gut, wenn die beide Hin- und Rückserie gewinnen, macht man es sich einfach,
ihr seid die Champs. Und die spielten dann erneut wieder gegen den Champion
der PCHA, der wieder Seattle hieß.
Diesmal gewann aber der NHL-Champion Ottawa mit 3 zu 2 Spielen in der Best-of-Five-Series.
Und die Kanadier waren in keiner Weise am Playoff beteiligt.
Wir gehen ins nächste Jahr, 1921 und da wird es wieder eine Veränderung geben.
Ja, es gibt ständig Wechsel, das war so ein Markenzeichen dieser Liga in der
Zeit. Und zwar war man in Quebec dann irgendwie pleite und entschied,
wir gehen woanders hin. Wir gehen nach Hamilton, Ontario und wir heißen jetzt
Tigers, Hamilton Tigers.
Und in dem Zusammenhang, also wenig Geld da, neue Stadt, ein bisschen Chaos,
gelang es dann Montreal, den Phantom Joe Malone wieder unter Vertrag nehmen zu können.
Das war natürlich eine große Stärkung des Teams.
Man hat jetzt die beiden besten Scorer der Liga wieder unter Vertrag,
Joe Malone und New Zealand. Und das waren sie auch fast die Besten wieder.
New Seal Alone war diesmal die Nummer 1 mit 43 Punkten, 33 Tore,
10 Assists in der Vierer-Liga. Ist das schon krass.
Joe Malone war dann Vierter mit 28 Tore, 9 Assists, 37 Tore.
Die anderen beiden Teams hatten jeweils auch einen. Die Tigers hatten Cecil
Dye, der hat 40 Punkte gemacht, 35 Tore. Der hat die meisten Tore geschossen.
Und die Ottawa Senators in Cidenony, der war mit 39 Punkten und 34 Toren auch noch dazwischen.
Also es gab so eine Handvoll wirklich überragender Stürmer, Center und Flügelflitzer,
die im Grunde die anderen Teams jeweils abschossen. Und dazu kam natürlich bei
den Kanadiern auch Udi Klikhorn mit 21 Treffern.
Aber da gab es einen besonderen Spieler neben diesen.
Die Leistungsträger, das waren die Spieler, die das Team trugen.
Einen Spieler, den kann man nur sagen, der ist sehr kurios.
Harry Mummery heißt der Mann, war 31 zu der Zeit und wurde von den Toronto St.
Patrick's während der Saison unter Vertrag genommen.
Und das war so ein Mensch, wie man sich heute gar nicht mehr in einem Sportteam vorstellen kann.
Der war legendär für seine Größe, für sein Gewicht, für seinen fast monströsen Appetit.
Und dann war er auch noch nebenher freiwilliger Feuerwehrmann,
also ein ganz witziger Typ, der für eine Saison bei den Canadiens gespielt hat.
Der war dann auch Champion im Standing Cup, aber nicht mit den Canadiens.
Ja, was war das für einer? Also ein sehr exzentrischer Typ, wurde geliebt von den Fans im Eishockey.
1,80 groß, wog aber 120 Kilo. Oh Gott. Wurde als, ja, wie soll man das sagen,
wie so eine Art Frachtzug. Wenn der einmal ins Rollen kam, konnte den keiner aufhalten.
Also er ging auch von hinten, er war Verteidiger, ging auch nach vorne und rannte
alle um, die sich ihm in den Weg stellten, weil er einfach so groß und breit
war. Aber das Kuriose an dem fand ich das Witzige, an dem ist einfach sein Verhalten.
Normalerweise saß der in ein Spiel, da geht man essen als Team, so war das damals.
Der wollte aber nicht darauf warten, der hatte halt immer Hunger.
Und vor dem Spiel aß er dann gerne ein oder zwei Kilogramm Steaks.
Und dann hatten die in den Umkleidekabinen so Kohleöfen und in diesen Kohleöfen
auf dieser Schaufel, wo Kohle nachgeschippt wurde, da kamen die Steaks drauf
und die wurden dann da auch fertig gemacht.
In die Aster dann vor dem Spiel.
Und dazu noch einen Apple Pie, einen ganzen Apfelkuchen und irgendwas trinken
musste man ja auch und er trank dann gerne so einen halben bis einen Liter flüssige Sahne.
Also es nannte sich ja ein Heavy Cream, das mal nachgeschlagen,
das war unglaublich kalorienreich, das war fast das reine Fett,
das von der Milch abgeschöpft wurde, das hatte also ein Fettgehalt in den USA
zu der Zeit von 36 Prozent, also unglaublich.
Und üblicherweise bekam man davon echt heftige Magenschmerzen,
wenn man solche Mengen konsumierte, aber der nicht.
Harry Marmory hat dann erst richtig gut spielen können, also Steaks,
Apfelkuchen und noch diese flüssige Sahne und dann ging es auf Eis.
Also schon sehr ungewöhnlich. Ja, allerdings. Wenn er denn überhaupt pünktlich
da war, denn wenn irgendwo ein Brand war, half er gerne erstmal mit als feilwilliger Feuerwehrmann.
Entweder kam er dann zu spät zum Spiel oder eben total eingerust von den Bränden
noch und zog sich dann erst um.
Und man muss auch sagen, zu der Zeit gab es immer nur einen Torwart,
einen Goalie pro Team. Jetzt hatten ja die Kanadier mit dem Georges Vesiner
riesiges Glück. Der spielt hier über Jahre und Jahre und Jahre.
Da auch fast nie eine Strafe, weil wenn eine Strafe muss der Torwart wirklich in die Strafbox.
Der musste das Eis verlassen. Der musste irgendeinen Spieler dann versuchen,
sich da ins Tor zu stellen.
Aber der Harry Marmory, der war ja auch so groß und breit. Der macht das auch super gerne.
Also der hatte echt Lust darauf und der freute sich dann so richtig,
dass er als Ersatz-Torwart dann tätig werden konnte. Also ein richtiges Original,
kann man sagen. Im Grunde schade, dass er nur ein Jahr bei den Kanadien gespielt
hat, aber ich wollte auf jeden Fall ihn mal erwähnt haben.
Also er war unglaublich bekannt und beliebt zu der Zeit.
Aber mehr wegen seiner Exzentrizität und seinen Verhaltensweisen.
Er war ein guter Spieler. Das war, wie gesagt, zweimal Stanley Cup Champion,
aber so einen Spieler sieht man heute eher seltener.
Und diesmal hatten die Kanadien erneut kein Glück. Sie hatten gute Einzelspieler,
aber als Team waren sie nicht so erfolgreich.
Erneut nicht. Ottawa und Toronto gewannen jeweils die Hälften und trafen sich
daher im NHL-Finale wieder nicht die Kanadien. Ich mach's kurz,
Ottawa wurde NHL-Champion und die haben dann die Vancouver Millionaires der
Pacific Coast Hockey Association 3 zu 2 geschlagen.
Und dann kam erneut, man kommt gar nicht aus diesen Unglücksfällen heraus oder
aus diesen tragischen Ereignissen.
Nach der Saison im März 1921 verstirbt dann der Eigentümer George Kennedy.
An den Folgen dieser spanischen Grip hat er sich nie wirklich davon erholen
können. Und er hinterlässt das ganze Team und die finanziellen Probleme seiner
Frau Myrtle Candle. Und es war natürlich die Frage, der Mann stirbt mit 39, am 19. Oktober 1921.
Und er ist natürlich vollkommen überfordert, damit ein Profi-Hockey-Team und
auch mit verbundenen finanziellen Verpflichtungen und Aufgaben,
was auch das Teammanagement angeht, zu übernehmen.
Die Witwe hat sich dann an einen Cecil Hart gewandt, das war in Montreal ein
bekannter Netzwerker, der auch in den Amateur-Eishockey-Ligen bekannt war und
der hat sich dann für sie bemüht, Käufer zu finden und die gab es auch.
Und zwar gab es da ein Syndikat, bildete sich von drei französisch- oder frankophonen
Kanadiern, die dem Cecil Hart dann das Ganze verhandelt haben,
dann mit der Witwe das verhandelt haben.
Und die drei Herren, Léodan Diron, Joseph Catharigny und Louis Letourneau,
die kauften dann die Kanadien mit allem drum und dran für 11.000 kanadische Dollar.
Das klingt ja machbar.
Machbar, genau. Am 2. November 1921 gab es also neue Eigentümer der Kanadier.
Diese Herren wurden dann auch sehr schnell als die drei Musketiere in der Presse betitelt.
Alle drei waren sehr vermögend, sie waren in Montreal sehr bekannt,
auch als Sportsleute. Und vielleicht ein paar Worte dazu. Léodan Diron,
der sehr charismatisch gewesen ist, ein brillanter Geschäftsmann,
war im Pferdesport auch noch aktiv und der wurde dann Präsident und General Manager.
Die anderen beiden, die waren jetzt nicht in der ersten Reihe dann,
in der Zukunft bei den Kanadien, Joseph Caterly nicht.
Der hat sich dann um das Teamscouting und so im Hintergrund die Geschäftsführung
gekümmert und dem Leodon die Rohde in den Rücken freigehalten.
Und der dritte, der Le Trouneau, der hat vor allen Dingen Kapital gegeben.
Also es gab eine ganz neue Ära, die drei Musketiere würden jetzt die Kanadier
führen. Vielleicht noch ein bisschen witzig zu ergänzen, dieser Cecil Hart,
der so ein bisschen dieser Go-Between war, der die überhaupt mit der Witwe erst
in Verbindung gebracht hat.
Der wurde als der vierte Horseman bezeichnet und weil der eben so einflussreich
und so entscheidend für diesen Geschäftsübergang war, wurde der eben auch der
vierte Horseman genannt und der vierte Musketier.
Und dieser Léodon Durand war wirklich ein Glücksfall für die Canadien,
weil der das Scouting und überhaupt auch das Management eines Teams revolutionierte.
Es war ja Scouting als Beispiel, sehr chaotisch, sehr informell, sehr zufällig.
Und er hat dann versucht, das wirklich in eine Struktur da reinzubringen und
so ein Netzwerk zu bilden.
Er hat also überall geschaut, es gab dann so Ligen, die von der Kirche gemanagt
wurden. Da hat er die Priester angesprochen, sollten ein Auge drauf haben,
welche Jungs da spielen.
Dann gab es dann in jeder Stadt so eine kleine Eisfläche. Da gab es ja immer
irgendwelche Männer, die dann immer da waren. Die hat er angesprochen,
die sollten ihn sofort informieren.
Gerade wenn es ein francophoner Junge war, weil er wollte ja diese französische
Marke weiter ausbauen mit den Kanadiens.
Er wurde also sofort informiert, wenn da ein Junge auftauchte.
Und während der gesamten Kindheit, bis der heranwuchs, behielt man den im Auge.
Den wollte man dann ja für das Team haben.
Also sehr, sehr strukturiert das Ganze. Ein riesiges Netzwerk wurde da aufgebaut.
Sehr ungewöhnlich für die Zeit.
Und da hat dann im Gegensatz zu den anderen Teams, die sich also auf die großen
Städte konzentrierten und auf die Bekannten liegen, hat der in der gesamten
Region Nord-Ontario und auch in West-Kanada, da hatte der überall dann seine
Gewehrsleute, die ihn informierten.
Hat so ein richtiges Scouting-Netz aufgebaut. Ganz genau. Und auch diese Hemdsärmlichkeit,
einfach einen Koffer voll Geld packen, da hinfahren und die sofort unter Vertrag nehmen.
Die Eltern auch so ein bisschen überwältigen, mit dem Geld, diesem Cash und
dann hat er den Jungs auch dann Jobs verschafft in verschiedenen Fabriken oder
bei der Eisenbahn in Montreal.
Also der hat alle Register gezogen, um an die jungen Talente ranzukommen.
Ja, und die erste Saison unter der neuen Ägide war dann 1921-22.
Wir spielen weiter mit vier Teams, da hat sich nichts dran geändert.
Aber an einer Ecke ändert sich jetzt was. Und zwar der Stanley Cup,
wie schon in der ersten Folge gesagt. Es gibt jetzt eine dritte Liga,
die auch noch ein Wörtchen mitredet, die Western Canada Hockey League, die WCHL.
Und natürlich gab es auch im Team wieder einen Umbruch. Jetzt wissen wir ja noch, der O.D.
Claycorn, der spielt da vorne im Sturm. Ist eigentlich ein harmloser Typ,
der auch nicht besonders brutal war, der aber gut skaten konnte.
Es war so ein Finesse-Spieler. Aber wir hatten diesen wilden Bruder Sprake Claycorn,
der sehr brutal fast schon mit Körperverletzung agierte.
Und es gelang dann Léodon Durand, diesen Sprake Claycorn zu akquirieren.
Denn der spielte ja nicht für die Kanadien, der spielte in Toronto bei den St. Patrick's.
Aber dieser Sprake-Claycoin, der war halt nicht nur sehr brutal und sehr launisch
und schwierig zu managen, der war also auch ständig gesperrt und hat dann auch
öffentlich verlangt, nach Montreal getradet zu werden, weil ja sein Bruder Odi da spielt.
Toronto Management war maximal genervt von dem, wollte aber natürlich auch nicht,
dass der zu den Kanadiens wechselt, dass die noch stärker werden,
denn die letzten Jahre hatte man die ja trotz dieser Star-Power unter Kontrolle
gehalten. Also was macht Toronto?
Traded den Sprake Claycorn zu den Ottawa Senators.
Der ist natürlich total sauer und weigert sich nach Ottawa zu gehen und droht
damit, Hockey aufzuhören, zu retiren, überhaupt nicht mehr Eishockey zu spielen,
wenn man ihn denn nicht zu den Kanadiens schickt.
Also versucht die zu erpressen. Der Léodon Durand, der ist schlau und ein bisschen
auch rücksichtslos und verschlagen.
Der spricht jetzt die Hamilton Tigers, das vierte Team an, zu der Zeit das schlechteste
und das am wenigsten finanziell ausgestattete Team.
Der sagt dann zum einen zu Ottawa, dieser Spray Clickhorn, der nützt euch doch
gar nichts. Der kommt, der ist so sauer, der wird nie für euch spielen.
Gebt den doch auf. Und aufgeben heißt ja im amerikanischen Sport,
der Spieler wird gepostet on waivers.
Das heißt, alle anderen Teams können zugreifen. Was Ottawa glaubte,
was geschieht, war das Hamilton, den sich dann nimmt, weil die hatten das Recht,
als schlechtestes Team als erster auf einen etwaigen Spieler zuzugreifen.
Und Ottawa war erstmal beruhigt, naja, Hauptsache nicht nach Montreal.
Aber kaum hatte Hamilton sich die Rechte an dem Spray Claycorn gesichert.
Gab es dann sofort einen Trade für Cash und einen nicht so tollen Spieler,
Amos Arbor, und der war dann doch im Kader der Kanadier.
Riesenaufregung in Toronto und Ottawa.
Kann man sich vorstellen. Fühlten sich ausgetrickst von dem Dorn-de-Rohan nach
dem Motto, was soll das denn?
Hamilton nimmt sich den und schickt den dann sofort zu den Kanadiern.
Das wollten wir nicht. Wenden sich an die Liga, an den Präsidenten Frank Calder,
bitten denen, dass er doch jetzt was sagen soll.
Aber am Ende entscheidet die Liga oder besser Frank Calder, alles in Ordnung, das gilt.
Also all der Ärger, der ganze Aufriss von Toronto und Ottawa war umsonst,
er spielt jetzt doch bei den Canadiens. Ja, die Brüder sind dann vereint bei
den Kanadiens, die Claycorn-Brüder.
Und diese Brutalität von dem Sprake wird jetzt von dem Léodon-Duron bewusst
eingesetzt, um den Gegner einfach einzuschüchtern.
Oh, die Claycorn, auch die anderen Stürmer der New Zealand, bekommen dann mehr
Platz vorne, weil der Gegner einfach von dieser Brutalität, von diesem dauernden
faulen und eingeschüchtert werden. Das hat einen absoluten Vorteil für die Kanadiens.
Nicht so schön, wenn man das so liest, weil man ja eigentlich von den Flying
Frenchmen immer sprach, der überragenden Technik. Aber diese Komponente kam jetzt halt noch dazu.
Aber nicht nur nach außen, auch nach innen gab es da so einen Vorfall.
Es gab einen Rookie bei den Kanadien, einen Verteidiger Edmond Bouchard.
Der war ziemlich mutig oder der war einfach nicht so leicht einzuschüchtern.
Der dem gelang es dann, den Sprake Kleghorn über seinen Schläger stolpern zu lassen.
Und der fand das sehr respektlos, drehte sich dann um und mit seinem Schläger
haute der dem Volk die Beine.
Und es gab dann einen Faustkampf zwischen Bouchard und Kleghorn.
Néoduron musste dazwischen gehen, aber der Sprake Kleghorn hat sich dann nicht
entschuldigt, weil er meinte, das war eben Lektion in Härte für den Rookie.
Und er hat dann auch sofort 80 Strafminuten akquiriert in der ersten Saison
für die Canadien. Also das war aber ein Vorteil für die Canadien, weil alle wussten,
Und sobald man die zu hart ran nimmt oder zu stark checkt oder ähnlich oder
den Bruder nur anfasst, dann tickt der vollkommen aus.
Das war schon ein Faktor, der die Canadiens stärker gemacht hat.
Und es wurde noch besser für die Canadiens. Es gab einen weiteren Rookie,
Billy Boucher. Der war zwar auch ein taffer Typ, aber der konnte auch sehr gut
skaten und auch einen sehr guten Schuss. Und der hat dann die Stürmer vorne weiter ergänzt.
Man hätte jetzt meinen können, die sind überragend, die gewinnen alles.
Dem war aber mitnichten so.
Ottawa gewann 14 Spiele, Toronto 13, Montreal nur 12.
Hamilton verlor mehr oder weniger ständig, aber Montreal war eben wieder nur
Dritter und konnte zugucken, wie die anderen beiden um die NHL-Meisterschaft
dann spielten. Toronto schlug Ottawa und danach gewannen die Toronto St.
Patrick's den Stanley Cup gegen die Vancouver Millionaires.
Wieder kein Erfolg für die Kanadien, obwohl das Team immer vermeintlicher.
Auch in der Rückschau immer stärker wurde, aber es klappte einfach nicht.
Es war immer ein Tick zu wenig, um die Meisterschaft zu erringen.
Und dann mal kein Unglück, aber ein weiterer aus Sicht der Öffentlichkeit schockierender
Moment, denn es kam zum Machtkampf zwischen Léodon Diron, dem neuen Haupteigentümer
und dem bisherigen Player Manager und eigentlich dem König des Hockeys, Newsy Lalonde.
Also der hatte bisher alles entschieden, der war gewohnt, mein Wort ist das
Entscheidende. Der wollte nicht, dass er jetzt beaufsichtigt wird und der Léodon
Diron meinte, ich habe das Kapital reingebracht, ich habe ja das Sagen.
Und während der Saison gab es dann Vertragsverhandlungen, der Lalonde fühlte
sich eh unterbezahlt und meinte jetzt, also ich brauche viel mehr Geld und ich
hätte auf jeden Fall gerne einen mehrjährigen Vertrag.
Gab es eigentlich ja gar nicht, gab es nur Jahresverträge. Aber Leodon,
die Rom, mauerte. Er sagte, mach ich nicht.
Ich habe hier ein Budget und muss für alle Spieler reichen.
Ich biete dir an ein Jahr und 1.300 Dollar.
Das wären heute so ungefähr 22.000 Dollar. Und der New Seal Alone,
der fühlte sich dann provoziert, beleidigt, fühlte sich vorgeführt und hat auf
jeden Fall gesagt, ich unterschreibe auf keinen Fall.
Er hat das Meeting verlassen und sich sofort an die Öffentlichkeit,
an Zeitungen gewandt und quasi ein Ultimatum gestellt. Also entweder ihr zahlt
mir das, was ich will und was ich wert bin.
Ich bin ja auch jemand, wegen dem kommen die Zuschauer. Oder ich spiele die
ganze Saison nicht. Das war ja immer so eine Drohung der Spieler dann.
Ich muss ja gar nicht spielen. Ich kann ja auch irgendwas anderes machen.
Ja, soll er doch mal machen. Der hat dann angenommen, dass ich diese Öffentlichkeit
mache und dieses Ultimatum würde die jetzt natürlich irgendwann zu Kreuze kriechen und nachgeben.
Aber der hatte die Rücksichtslosigkeit und die Kaltblütigkeit von Léon D'Orn total unterschätzt.
Denn der hat nämlich so ein Credo gehabt. Das hat mich so ein bisschen an Uli
Hoeneß und Bayern München erinnert.
Auch eine lebende Legende ist nie größer als die Franchise, als der Klub.
Tja, kein Spieler ist größer als der Klub, so ist das.
Genau, und der war ja mittlerweile auch 34 und wurde langsamer,
also aus Sicht des Vereins. Die Verhandlungen wurden also von Seiten der Kanadien,
von Léodon Diron, gar nicht mehr aufgenommen. Und da hat sich dann so ganz im
Stillen eine andere Liga gewandt, an die Western Canada Hockey League.
Und da gab es die Saskatoon Cressions und die brauchten händeringend großen Namen.
Die wollten, dass man sie wahrnimmt, dass auch die Western Canada League den
gleichen Stellenwert hat wie die NHL und die Pacific Coast.
Und die wollten unbedingt einen namhaften Spieler haben und waren noch bereit,
richtig Geld auszugeben. Es gab nur ein Problem. Es gab so eine bestimmte Regel
bei diesem Waiver-Prozess, wenn es darum ging, zwischen den Ligen das zu regeln.
Also in den NHL-Statuten stand dann drin, dass man einen Spieler an eine rivalisierende
Liga, das wäre ja die Western-Canada-Hockey-League gewesen, nicht verkaufen kann, wenn
nicht erst innerhalb der NHL dieser Waiver-Prozess abläuft.
Also sie hätten natürlich Toronto und Ottawa zugreifen können.
Das wollten die natürlich nicht. Weil dann hätten ja die anderen Vereine den
New Zealand sich nehmen können. Also war das quasi geblockt und die Vereine
Toronto und Ottawa waren eigentlich ganz froh, der sollte in Montreal bleiben.
Oder aber, wenn Montreal das partout nicht will, dann würden sie den eben nehmen.
Das wäre ja auch okay gewesen. Win-Win für Toronto und Ottawa.
Schlecht für die Kanadien. Aber der Léodon Durand war eben, wie gesagt,
ein extrem gewiefter Geschäftsmann.
Der hat sich den Statut nochmal genau angeschaut. Und da stand dann genau drin,
dass der Verkauf eines Spielers gegen Geld so laufen muss.
Was da aber nicht stand, war ein Trade. Also hat er den ganzen Waiver-Prozess
ignoriert und einfach mit den Saskatoon-Crescent einen direkten Trade durchgeführt.
Und das war natürlich aus Sicht der anderen eine richtige Schweinerei,
weil der da so ein Schlupfloch in den Regeln genutzt hat. Es gab Riesenärger
danach und das führte auch dazu, dass dieses Schlupfloch gestopft wurde.
Also die NHL hat danach bestimmt, dass jegliche Spielertransaktion zwingend
mit dem internen, liga-internen Waiverprozess verbunden sein muss.
Egal ob ein Trade, ob das eine Laie oder ob das ein Cash-Sale war.
Dieser Schlupfer wurde danach aber erst gestopft. Aber für diesen Fall klappte
das. Da konnte erst mal keiner was machen. Ja, und wen bekam man?
Man bekam einen ganz jungen Flügelstürmer, Aurel Julien. Und das wurde ein Hall
of Famer, einer der bekanntesten Spieler in der Geschichte der Kanadier.
Da aber zurück zu dem Trade. Die Kanadier bekamen Aurel Julien,
einen damals im Osten von Kanada vollkommen in den Profikreisen unbekannten Spieler.
Keiner kannte den. Und 3.500 Dollar. Die Zahl der Saskatoon obendrauf.
Ja, und Saskatoon bekam dann UC Lalonde. Der war dann Player Manager.
Und konnte alles bestimmen bei denen und kriegte noch wahrscheinlich 2.000 Dollar.
Also richtig deutlich mehr Geld, als er in Montreal verdient hat.
Ja, kann er sich auch nicht beschweren. Also im Grunde letztlich war das für alle okay.
Wir wenden uns der nächsten Saison zu, wie es dann lief, 1922,
1923. Und da wurde es auch sportlich dann im Ergebnis mal besser.
Weil Montreal wurde Zweiter. Und zwar mit neun Siegen, genau wie Ottawa.
Man verlor nur ein Spiel mehr, aber man war Zweiter. und damit war man qualifiziert
für das Playoff um die NHL-Meisterschaft gegen die Ottawa Senators.
Wir haben auf den Flügeln jetzt den ganz jungen Aurel Julia,
21 Jahre alt, und der wurde sofort ein ganz bestimmender Spieler.
Der hatte einen unglaublichen Speed, 1,73, wog nur 60 Kilogramm.
Also mit seiner Physis konnte der nicht gewinnen, aber mit seinem trickreichen
Skaten und seinem präzisen Schuss und immer so die Lücke finden,
wo gerade kein Verteidiger ist.
Also er passte sehr, sehr gut zu dem Team, was er da noch vorfand.
Und er machte auch gleich 13 Tore in der ersten Saison, fügte sich extrem gut ein.
Und er hatte dann so eine Marotte, er trug aber eine schwarze Kappe.
Das wurde sein Markenzeichen in all den Jahren, die er für die Kanadier dann
spielen sollte, weil er hatte schon wenig Haare.
Und es wurde aber dann mehr und mehr zu einem echten Markenzeichen und war dann
weniger so ein Eitelkeitsthema.
Aber die anderen haben sich dann immer so einen Spaß draus gemacht,
eben die Kappe wegzuschlagen.
Das war aber nicht so clever, weil danach spielte er noch besser und hat sich
dann mit Toren und Assists gerecht.
Aber das ist so, er ist also auch der Mann mit der schwarzen Kappe in der Geschichte
der Kanadier bekannt. Und trotz dieses neuen Wundersturmers war in den Finals
dann Schluss. Es gab zwei Spiele
gegen Ottawa und Ottawa gewann das erste Spiel mit 2 zu 0 in Montreal.
Das Rückspiel in Ottawa gewann dann die Kanadier mit 2 zu 1,
aber mit insgesamt 3 zu 2 Toren, es galt eine Total Goals Regel in dem Jahr.
Waren die Ottawa Senators NHL Champion, die Kanadier waren Zweiter.
Und der Vollständigkeit halber darf man sagen, dass die Ottawa Senators dann
sowohl die Vancouver Maroons mit 3 zu 1 spielen, als auch den Meister der Western
League, die Edmonton Eskimos, mit 2 zu 0 besiegten und erneut den Stanley Cup gewannen.
Ja, die Saison 1923-24 würde insofern sehr spannend werden, als die Kanadier
den Stanley Cup gewinnen würden. Zu Beginn der Saison wurde auch diskutiert,
ob man überhaupt erstmalig ein Team aus den Vereinigten Staaten aufnehmen will.
Aber so weit war man noch nicht. Es blieb bei unseren vier Teams.
Was neu war, weit wurde die Hart Trophy eingeführt für den besten Spieler der Liga.
Und das würde nach Ottawa gehen an Frank Nibor, ein 31-jähriger Stürmer.
Aber bei den Kanadiern tatsächlich einiges und zwar was Entscheidendes.
Im letzten Jahr hatten wir ja Aurel Julliard als neuen Stürmer.
Jetzt kam eine zweite Angriffsgranate dazu, Howie Morant.
Das würde, man nannte ihn auch den Babe Ruth des Eishockeys,
weil er über das Eishockey hinaus auch bekannt wurde, auch in den USA bekannt wurde.
Franz war ein sehr junger Mann, 20 Jahre alt, auf der Provinz von Ontario.
Und Léodon Diron hat man ja gehört, der hat das Gras wachsen gehört, wenn es um Talente ging.
Der wurde also auf diesen jungen Mann hingewiesen. Und er suchte dann den jungen
Mann und seinen Vater auf und bot wieder ein üppiges Handgeld und nahm ihn unter Vertrag.
Aber der junge Mann bekam dann kalte Füße. Howie Moritz hatte dann doch irgendwie
Angst, wollte seine Ausbildung vor Ort abschließen und bat dann darum,
dass man ihn doch aus dem Vertrag wieder herauslassen solle.
Aber da kam er bei Léodon Diron an den Falschen, der...
Er weigerte sich und meinte, nein, nein, mein Freund, du hast einen Vertrag
unterschrieben und den musst du auch bitte einhalten.
Du musst nach Montreal kommen. Wenn du das nicht machst, dann wirst du nie wieder
irgendwo auf diesem Kontinent Eishockey spielen.
Jedenfalls nicht für Geld. Ja, dermaßen freundlich gebeten, ist er dann nach
Montreal dann doch gefahren.
Aber es entwickelte sich alles großartig für ihn. Er wurde insbesondere von
Phantom Joe Malone unter seine Fittiche genommen.
Die beiden saßen an so Reisen nebeneinander. Sie waren im Hotel im Doppelzimmer zusammen.
Towie Morans war extrem muskulös, 1,75, 75 Kilo und unglaublich explosiv im
Antritt, sage ich mal, auf den Kufen. Man muss sich das so vorstellen,
dass er also unglaublich schnell beschleunigen konnte, viel schneller als alle anderen um ihn rum.
Und er wurde dementsprechend auch mit seinen Spitznamen versehen,
The Mitchell Meteor oder The Stratford Streak.
Alles sollte auf seinen Speed hinweisen, diesen explosiven Antritt,
der es ihm erlaubte, an allen anderen durch die neutrale Zone durchzuschießen geradezu.
Mit dem Puck am Schläger, nur leider war er dann manchmal zwar sehr schnell,
wusste aber gar nicht genau, wo er hinskaten sollte.
Wo seine Mitspieler waren und oft haben sich dann so zwei, drei Gegner an ihn gehängt.
Dann schlug er mit seinem Schläger den Puck irgendwo hin, in der Hoffnung,
dass Billy Boucher oder Aurel Joliat den Puck dann schon aufnehmen würden.
Es wurde dann auch berühmt als Morans Rush, aber das wurde immer besser,
weil der Phantom Malone ihm dann sagte, du musst nicht nur schnell sein,
du musst auch wissen, wo deine Mitspieler sind.
Und das wurde aber im Laufe der Saison immer besser und die Chemie wurde immer größer.
Der Joe Malone gab dann auch Eiszeit auf, um den Howie Morant sich einspielen
zu lassen, weil er eben auch erkannte, meine Karriere geht zu Ende,
dessen beginnt erst und hat dann so auch für das Team entschieden.
Das war also auch ganz entscheidend in dieser Saison, dass diese neue Flying-Frenchman-Linie
aus Morant, Joliot und Boucher immer stärker zusammenwuchsen,
sich perfekt ergänzte und von dem Speed und der Power von den Morant noch mehr profitierte.
Also die drei waren mit entscheidend, dass dieses Team Meister werden konnte letztlich.
Wird das dann jetzt die zweite Meisterschaft insgesamt? Ja, ganz genau.
Das würde vollkommen richtig. Wir hatten ja 1916, 1917 als NHA-Team den ersten
Stanley Cup für die Kanadier und das würde jetzt der zweite Meisterschaft.
Ständig Cup werden. Aber wie kam es dazu? Die endlich gelang es den Kanadier
mal Zweiter zu werden mit 13 Siegen, 48 Punkten.
Die Senators waren wieder mal Sieger der regulären Saison. Aber man hatte jetzt
das Recht um den O'Brien Cup zu spielen. Es gab dann zwei Spiele.
Es ging wieder darum, wer schießt mehr Tore.
Und das erste Spiel war dann in der Mount Royal Arena in Montreal und die Kanadier
gewannen knapp, aber doch mit 1 zu 0.
Und das Rückspiel in Ottawa gewann man dann auch mit 4 zu 2 und hat sie mit
5 zu 2 insgesamt Toren die Meisterschaft der NHL errungen.
Und man muss das vielleicht nochmal ergänzen, so ein bisschen in der Rückschau
zwischen 1920 und 1927 würde immer Ottawa oder Montreal, also ein Team aus dieser
jeweiligen Stadt in der NHL, das Recht haben, um den Stanley Cup zu kämpfen.
Aber es gibt zwei gute Teams und zwei schlechte. Ganz genau.
Ottawa war ja so eine Art Superteam, die waren sehr diszipliniert,
die spielten ein sehr starkes defensives Team, während die Kanadiens ja sehr
explosiv offensiv waren, versehen mit diesem etwas brutalen Abwehrspiel.
Also das waren so die entscheidenden Kräfte in der NHL.
Nachdem sich die Canadiens dann durchgesetzt hatten, hat man ja noch die beiden
anderen Ligen und man traf dann erstmal auf den Champion der Pacific Coast Hockey
Association, die Vancouver Maroons.
Und Canadiens, bisher ungeschlagen, blieben ungeschlagen. Beide Spiele würden
in Montreal stattfinden, in der Mount Royal Arena.
Und die Kanadier gewannen beide Spiele, knapp aber doch 3 zu 2 und 2 zu 1,
also ein Sweep 2 zu 0 und damit war man im Stanley Cup und traf da auf den Meister
der Western Canada Hockey League und das waren dieses Jahr die Calgary Tigers.
Die Spiele fanden im Wechsel statt, das erste Spiel in Montreal und die Kanadier
gewannen deutlich mit 6 zu 1. Howie Moritz war ganz stark daran beteiligt,
denn er schoss einen Hattrick.
Und das zweite Spiel in Ottawa war ebenso deutlich ein glattes 3 zu 0 für die Canadien.
Und damit waren sie erstmalig als NHL-Team auch Stanley Cup-Sieger.
Das war natürlich ein Riesenjubel, erstmals seit 1916 Stanley Cup-Sieg.
Man hatte alle drei Gegner gesweept, kein Spiel verloren, alle sechs Spiele gewonnen.
Und entsprechend Wild wurde auch dann gefeiert. Man hatte dann auch den wirklichen
Pokal überreicht bekommen, den Stanley Cup.
Man fuhr dann zum Haus von Léodon
d'Iron, des Eigentümers, und wollte dann nochmal richtig Party machen.
Und aber auf dem Weg dahin hatte dann ein Reifen des Autos einen Platten,
also den Reifen wechseln, stellte natürlich sehr sorgfältig den Stand-A-Cup
dann neben das Fahrzeug auf den Gehweg.
Und man war dann so konzentriert auf den Reifen zu wechseln und so begeistert
von sich selber, dass man sofort ins Auto sprang und wegfuhr, ohne den Pokal.
Man hat ihn also komplett vergessen, der stand dann ganz alleine da an der Straße, am Straßenrand.
Und man hat das wohl auch langere Zeit gar nicht realisiert,
bis man dann dachte, oh geil, wir haben ja so einen Pokal, da schütten wir Champagner
rein und trinken da draus und dann fiel auf, oh der ist ja gar nicht da.
Man fuhr zurück und er stand auch da und niemand hat ihn angefasst,
war vom Schnee so ein bisschen bedeckt und man nahm ihn dann mit und die Feier konnte weitergehen.
Und die Mannschaft wollte eigentlich jetzt auch weiter gewinnen.
Und im Jahr 1924, 1925 würde das vielleicht ein bisschen schwieriger werden,
weil jetzt waren es auf einmal sechs Teams und man bekam in der eigenen Stadt
einen Rivalen, die Montreal Maroons.
Und es gab ein erstes amerikanisches Team, die Boston Bruins.
Und die Boston Bruins waren dann tatsächlich das allererste.
Bis heute ja noch dann das älteste amerikanische Team.
Ja, ganz genau. Es hat dann eine riesige Anhängerschaft immer noch.
Und die haben auch verschiedene Mal den Stanley Cup gewonnen.
Und das allererste Spiel fand am 1. Dezember 1924 dann statt und sollte,
dann passenderweise gegen das zweite neue Team, die Montreal Maroons, dann stattfinden.
In Boston ist auch das erste NHL-Spiel in den Vereinigten Staaten.
Sehr interessant war auch die Gründung der Montreal Maroons.
Es gab nämlich englischsprachige Geschäftsleute in Montreal,
die alle so ein bisschen oder auch in der Öffentlichkeit der Auflösung der Montreal
Wanderers noch nachtrauerten und die die NHL darum baten, ob doch ein zweites
Team in Montreal spielen könnte.
Und es hätte ja die Zustimmung von dem Léodon Durand gebraucht.
Der hat dann öffentlich ein bisschen geklagt, die würden ja in seinen Markt
eindringen und da müsste man ja irgendwie auch eine Lösung finden.
Die Lösung bestand dann darin, dass die neuen Eigentümer dem Léodon Diron 15.000
Dollar als Gebühr zahlten.
Und dann durften sie da eben in seinen, in Anführungszeichen,
Markt rein, wobei weiter klar war, die französischstämmigen,
sprachigen Spieler, die sollten natürlich an die Kanadier gehen,
aber ansonsten durften die Maroons dann eben auch jetzt dabei sein.
Und was natürlich für ihn sehr interessant war und was er immer im Hinterkopf
hatte, dass die Maroons, diese reichen englischsprachigen Geschäftsleute,
ein komplett neues Eisstadion bauen wollten.
Das spätere Forum, was bis 1996 Heimstätte der Kanadier werden sollte.
Das wurde mit der Absicht gebaut, da sollen die Maroons spielen,
weil die Kanadier, die spielen ja in dieser Mount Royal Arena.
Zwar sehr unzufrieden mit dem natürlichen Eis, also nicht mit künstlichem Eis.
Ja, und dieses Forum wurde dann gebaut und in einer Rekordzeit von 159 Tagen.
Ja, kommt zu glauben. Und zwar wurden 1,5 Millionen Dollar aufgewandt,
um 159 Tage dieses Forum zu errichten.
Dieses neue Stadion sollte eine Kapazität haben von 9300 Sitzplätzen.
Da gab es dann auch Standing Room Only, was etwas über 10.000 dann wäre.
Also auch das war schon State of the Art, das war eine Eismaschine versehen.
Man konnte künstlich Eis machen, wie man ja so schön sagt. Und der Léon de Rondiron,
der hat natürlich sein Auge sofort darauf geworfen. und sein Fernziel war,
da will ich auch spielen.
Und erstmal war er aber zufrieden, dass er keinen Cent ausgeben musste,
um dieses Stadion zu errichten. Das machten ja die Maroons und ihre Eigentümer für ihn.
Und dann gab es natürlich noch ein ganz, er hatte auch Glück,
er hatte auch Glück dabei, denn da der Stand fertig war, war eigentlich gar
kein Spiel angesetzt für die Maroons.
Die hatten erst laut Spielplan Auswärtsspiele, während die Kanadien wirklich eine Notlage hatten.
Es war wieder kein Eis in ihrer Mount Royal Arena. Der Winter war noch nicht bitter und kalt genug.
Also was blieb ihm? Er musste bitten und betteln, dass am 29.
November 1924 seine Canadiens sehr zum Missfallen der Maroons das allererste
Spiel im Forum austragen durften gegen die Toronto St. Patricks.
Und das sollte aber dann sehr, sehr spektakulär werden, weil die Canadiens gewannen
sehr, sehr überzeugend und sehr dynamisch mit 7 zu 1 gegen die St. Patricks.
Und so kam es eben, dass kein Spieler der Maroons, sondern Billy Boucher von
den Canadiens das allererste Tor in diesem Montreal Forum schoss und zwar schon nach 55 Sekunden.
Abelie ist dann nicht dabei, er hat dann noch zwei weitere Tore geschossen,
ein Headtrick. Am Ende war es ein stürmischer Erfolg, auch beim Publikum für die Canadiens.
Es sollte immer wieder sporadisch in den nächsten Jahren mal ein Spiel der Canadiens sein.
Im Forum geben, aber sie waren erst mal mit Vertrag an die Mount Royal Arena gekettet.
Ja, die Saison hatte dann 30 Spiele und das sollte noch Ärger geben.
Ganz überraschend waren nämlich die Hamilton Tigers dann Champion geworden mit 19 Siegen.
Dahinter die Toronto St. Patrick's mit 38 Punkten und noch etwas zurück die
Canadiens Dritte mit 36 Punkten. Eigentlich für die Canadiens alles gegessen.
Dritter Platz, das heißt keine Playoffs. Wir können nach Hause gehen.
Aber es sollte anders kommen, denn Die Spieler der Hamilton Tigers,
die waren nicht ganz so zufrieden damit, dass sie jetzt sechs Spiele mehr machen mussten.
Die Mannschaft wandte sich in ihren Eigentümer und sagte, hör mal zu,
wir haben ja jetzt hier quasi sechs Spiele umsonst gemacht. Das finden wir jetzt
nicht so gut. Wir sind ja auch Champion geworden oder Erster geworden zumindest schon mal.
Wie wäre es, wenn du uns jetzt für jedes der sechs Spiele 200 Dollar gibst?
So als Kompensation, dass wir da mehr machen mussten, als wir eigentlich sollten.
Und das hat er schlicht abgelehnt und gesagt, nee, mache ich nicht.
Und band sich dann an den NHL-Präsidenten Frank Calder. Und der war nicht amüsiert.
Und der galt sowieso als sehr rücksichtslos, was die Spieler angeht.
Die waren für ihn mehr so ein notwendiges Übel sozusagen. Ohne Spieler geht
es halt nicht. Während die noch da überlegten, was sie dann tun sollten,
drohten dann die Spieler der Hamilton Tigers mit Streik.
Oder sie gingen in den Streik, sagten, wir spielen nicht.
Wir werden nicht gegen Toronto antreten, bevor ihr uns nicht das Geld gebt, die 1200 Dollar.
Kann man verstehen. So eine Siegprämie wäre auch nicht schlecht gewesen.
Wäre auch, wäre ganz gut gewesen. Aber die waren halt da relativ knallhart.
Nach dem Motto, dass sich hier Spieler gegen uns zusammenrotten,
ihre Rechte einfordern. Das wollen wir nicht. Wir sind hier die Chefs.
Und es gab dann aus unserer heutigen Sicht schockierende Ergebnisse.
Denn es gab eine knallharte Bestrafung durch Frank Hall, der den Präsidenten
sagte, okay, ich suspendiere das gesamte Team der Hamilton Tigers.
Jeder muss 200 Dollar Strafe extra dazu zahlen. Und die werden auf keinen Fall
in den Playoffs teilnehmen. Also disqualifiziert. Ihr spielt gar nicht mehr.
Boah, das war natürlich heftig.
Und dem ging es vor allen Dingen, also die Überlegenheit oder die Übermacht
der Eigentümer durchzusetzen.
Die sollten ganz alleine ohne Mitsprache der Spieler die Gehälter bestimmen,
und die sollten auch ganz alleine darüber bestimmen, welcher Spieler wann wie
wohin geht oder auch nicht.
Und er wollte keine in der Form Gewerkschaft oder Organisation der Spieler haben.
Und mit dieser brutalen Vorgehensweise hat er das auch geschafft.
Also für die nächsten 40 Jahre würden sich die Eishockey-Spieler der NHL nicht organisieren können.
Es gab dann später nochmal einen Versuch in den 50er Jahren,
aber auch da ist man dann sehr hart gegen die Spieler vorgegangen,
hat die getradet, hat die gesperrt.
Es gab Schmutzkampagnen gegen deren Ruf und ich sage mal Stichwort Kommunisten.
Also man hat sehr, sehr stark gegen die agitiert.
Bis 1967 würde es keine Spielergewerkschaft geben, die es in anderen Major Leagues,
NBA und sogar im Baseball, gerade auch im Football schon gab.
Ja, aber die haben sich ja auch mit Händen und Füßen erst gewehrt, so an den Anfängen.
Ja, diese Reserve Clause, die hier ja gnadenlos durchgezogen wurde,
war ja auch in den anderen Sportarten bis Ende 60er, Anfang 70er wirksam.
Das war an allen dieser Major-Sportarten in den USA und Kanada ein harter Kampf.
Aber im Verhältnis werden wahrscheinlich die Baseballspieler in den 20er Jahren
schon besser verdient haben. Deutlich. Also hier um die Zeit war,
habe ich mal nachgewiesen, um die 1.500 der Schnitt.
Wenn man an Babe Ruth denkt, der hatte über 100.000 Dollar und mehr pro Saison
in den 20er Jahren schon. Also es waren krasse Unterschiede und die NHL-Spieler
waren auch über Jahrzehnte die in der Relation am schlechtesten bezahlten Spieler.
Also es kam, wie es kommen musste. Die Hamilton Tigers waren raus.
Und wer sollte jetzt spielen? Der zweite und der dritte.
Also Toronto St. Patrick gegen die Montreal Canadiens. Also so war man ganz
unvorhofft dann doch noch in einem Playoff.
Man ergriff die Chance ab einem Schopfe. Die Canadiens gewannen erst in Montreal
3 zu 2 gegen die St. Patrick und das Rückspiel in Toronto gewann man noch glatter
mit 2 zu 0 und stand damit wieder im Wettbewerb mit den westkanadischen Teams.
Und es war in der Tat jetzt nur noch die Western Canadian Hockey League als
Gegner übrig geblieben, denn die Pacific Coast Hockey Association hatte ihren
Betrieb eingestellt und hatte einfach nicht mehr mithalten können mit der NHL.
Im Finale mit Stanley Cup trafen die Montreal Kanadier dann auf den Champion
der Western Canada Hockey League, die Victoria Cougars. Man musste also dann
nach Westen reisen, alle Spiele würden in Victoria stattfinden.
Ich musste erst mal nachschauen, wo die Stadt überhaupt ist.
Wollte gerade sagen, ich kenne das nicht. Der Weg zwischen Vancouver und Seattle,
also ganz, ganz im Westen, so knapp über der Grenze von Kanada zu USA ist kanadisch.
Die Cougars wurden von Lester Patrick trainiert oder gecoacht und gemanagt.
Lester Patrick war eben seinerzeit auch da wieder voraus, denn während die Kanadien
ihren Topspieler in der Regel fast 60 Minuten spielen lassen mussten und wollten,
hat der angeordnet, jede Linie alle 10 Minuten zu wechseln.
Also es ist ja auch schon sehr lange, aber im Vergleich zu Spielern,
die gar nicht wechseln, war das natürlich ein echter Vorteil.
Die Kanadier waren in der dritten Periode dann schon ziemlich erschöpft,
während die Victoria Cougars dann noch so ein bisschen entspannter auf ihren
Kufen standen. Hatten die dann so viel mehr Spieler?
Nicht unbedingt, aber die wechselten einfach mehr. Die waren vielleicht ein
bisschen ausgeglichener, was ich so rausgekriegt habe.
Und die haben ein sehr aggressives Backchecking gemacht, was auch wieder konditionell
die Kanadiers unter Druck setzte.
Und die hatten auch einen exzellenten Torhüter mit Heb Holmes und ein sehr ausgeglichenes Team.
Vielleicht nicht die absoluten Topstars, aber in der Tiefe des Teams war das
ausgeglichener, als bei den Kanadiens, die richtige Topstars vorne hatten,
aber die Ergänzungsspieler waren dann eher schwach und deswegen lässt man die
auch sehr selten, nicht so lange spielen.
Das führte dann dazu, dass eben Übergewicht entstand in den Spielen zugunsten der Victoria Cougars.
Das erste Spiel wurde dann auch 5 zu 2 von den Cougars gewonnen,
dann gewann man 3 zu 1, führte 2 zu 0. Mach mal weiter. Im dritten Spiel konnten
die Kanadier dann endlich auch mal gewinnen mit 4 zu 2.
Aber dann kam das Ende im vierten Spiel 6 zu 1, wurden sie sehr,
sehr deutlich distanziert und mit 3 zu 1 gewann die Victoria Cougars die Stanley Cup Serie.
In der Rückschau weiß man jetzt, das war das letzte Nicht-NHL Team,
was den Stanley Cup gewinnen sollte.
Zwar gab es diese Western Canadian Hockey League dann noch etwas länger.
In der nächsten Saison wurde sie unbenannt in Western Hockey League,
weil sie mit den Portland Rosebuds dann auch ein amerikanisches Team aufnahm in ihre Liga.
Aber das Das Ende war nahe, wie auch die Pacific Coast Hockey League hat,
auch die Western Hockey League unter den immer stärker steigenden Gehältern
zu leiden. Trotz aller Bemühungen waren in der NHL die Gehälter auch weiter
gestiegen, zumindest in Dimensionen.
Die diese anderen Liegen nicht mehr bezahlen konnten. Also es wurde eng für
die. Apropos, in der nächsten Saison 1925-26 würde es dann eine weitere Erweiterung geben.
Es würde auf sieben Teams erhöht. Die Hamilton Tigers wurden gar nicht mehr
zugelassen, beziehungsweise der Inhaber Percy Thompson hatte riesige Probleme,
finanzielle Probleme, riesiger Image-Schaden vor Ort in Hamilton.
Letztendlich war Percy Thompson als Eigentümer der Hamilton Tigers ruiniert.
Er entschied sich dann, die Franchise zu verkaufen. Und das war genau die Öffnung,
die Thomas Duggan brauchte.
Er hatte nämlich in New York einen weiteren Investor gefunden,
einen nicht ganz so vorzeigbaren Investor, vielleicht einen Alkoholschmuggler.
Big Bill Dwyer war der Mann.
Also das war ein schmuggelter Alkohol, war Prohibition in den Vereinigten Staaten.
Man durfte ja offiziell keinen Alkohol trinken, aber man wollte natürlich.
Und wie wir alle wissen, da gab es ja Al Capone, aber es gab eben New York auch
Big Bill Dwyer. Und der hatte Geld, viel Geld. Und Duggan konnte ihm dann sagen,
hier, guck mal, die Hamilton Tigers, die kannst du kaufen.
Das komplette Team, alle Spieler, die da drin sind, die waren ja in dem Sinne
eigentlich Champion der NHL gewesen.
Also der griff zu und sagte, okay, ich kaufe alles, kaufe euch alle für 75.000
Dollar und ihr kommt mit nach New York.
Mein Team heißt jetzt New York Americans. Ihr heißt jetzt Americans,
ihr spielt für mich in Madison Square Garden, denn er hat dann den Madison Square
Garden, der gerade neu in der dritten Reinkarnation gebaut wurde,
von Tex Rickard gemietet.
Man kann vielleicht noch ergänzen, dass das dann letztlich auch dazu führen
würde, dass die New York Rangers entstanden, denn diese New York Americans waren
sofort ein Riesenerfolg.
Das Team selber war ganz gut, war ziemlich gut und es gab da richtig viel zu
verdienen. Also einer dieser Hamilton-Spieler, Shorty Green,
bekam dann einen Drei-Jahres-Vertrag für 25.000 Dollar. Der hat natürlich unglaublich
viel Kohle und musste auch Geld waschen.
Und das eine führte zum anderen. Das setzt ja dann die anderen Besitzer auch
ziemlich unter Druck, wenn einer sowas macht.
Ja, massiv. Das war für kleinere Teams wie die Ottawa Senators,
würde das immer bedrängender und das würde auch dann so der Sargnagel werden.
Dazu führte es aber auch dazu, dass die Reisekosten stiegen.
Du musst dir jetzt immer weiterfahren, denn wir hatten jetzt die New York Americans,
die Boston Bruins und ein drittes Team, die Pittsburgh Pirates.
Die wie die Baseball Pirates. Ja, wir kennen sie natürlich den Namen Pittsburgh Pirates als Baseball.
Von Penguins war noch nicht die Rede in Pittsburgh, sondern von den Pirates.
Und jedenfalls sah der Tex Rickert, wie erfolgreich diese Americans jetzt in
seinem Madison Square Garden waren, also auch finanziell lukrativ.
Howie Morans und die Kanadier beispielsweise mit dem großen Namen zogen ausverkauftes Haus nach sich.
Die Americans nahmen also richtig viel Geld ein. Das war ein toller auch Public
Relations Erfolg, also in den Medien.
Und letztendlich würde das dazu führen, dass der Eigentümer des Madison Square
Garden, Tex Rickard, dann auch ein Team haben wollte, sein Team.
Und das würden dann die New York Rangers werden, die dann mit den Americans
zusammen sich den Madison Square Garden teilen.
Aber noch nicht in dieser Saison. Man hätte jetzt also meinen können,
für die Canadiens vor zwei Jahren Stanley Cup-Sieger im letzten Jahr immerhin
im Finale gewesen, wenn auch mit Glück, weil die Tigers da suspendiert wurden.
Es hätte so weitergehen können, aber wir haben ja in den letzten Jahren schon
gesehen, dass oft schockierende oder unglückliche oder tragische Ereignisse
das Team dann auch überrascht und getroffen haben.
Und diesmal war es wirklich schon heftig, weil der Torwart George Vesina ging
am 28.11.1925 aufs Eis. Er hatte ja kein Spiel, keine Minute der letzten 15
Jahre, 16 Jahre ausgelassen. Und er sah nicht gut aus, als er aufs Eis skatete
gegen die Pittsburgh Pirates.
Er sah krank aus, hatte 38, 39 Tiber, wie man später erfuhr und er spuckte Blut.
Aber natürlich, er wollte spielen.
Und ja, man ließ ihn dann auch. Leodon Durand konnte ihn nicht davon überzeugen,
nicht zu spielen oder gar zum Arzt ins Krankenhaus zu gehen.
Er spielte das erste Drittel. Er stand 0-0.
Und als das zweite Drittel dann beginnen sollte, kollabierte er auf dem Eis.
Und er musste dann ins Krankenhaus.
Man stellte eine fortgeschrittene Tuberkulose fest. Er würde also nie wieder
das Trikot der Kanadier tragen können. Und es kam halt noch schlimmer.
Am 27. März 1926 verstarb er dann im Alter von 34 Jahren ab.
Ja, schon heftig. Und jetzt ist er der einzige oder vielleicht beste Torwart.
Absolut, genau. Es war ein Riesenschlag für das Team. Er war ja der Rückhalt
gewesen, der im meisten Jahr der beste Torwart der Liga. Wie will man den ersetzen?
Das war natürlich so schnell überhaupt nicht möglich. Es gab einen Mann,
den man verpflichten konnte, Herb Rihom.
Der war auch gar nicht mal so schlecht. Er hatte den Goal-Against-Average von
2,92 und konnte auch zehn Spiele gewinnen tatsächlich.
Es gab aber noch einen weiteren Rookie, den man dann als Team einbaute in der
Abwehr. Er hat einen ganz tollen Namen, Albert Leduc, genannt Battleship.
Der hat dann auch gut eingeschlagen, 22 Jahre alt, 1,75, nicht so groß, aber mit 86 Kilo Masse.
Das war schon ein Typ, der an der Bande den Gegner gut festbinden konnte.
Aber im Tor stand eben nicht mehr Georges Viziner und die Mannschaft war auch
irgendwie geschockt davon.
Da konnte auch ein junger neuer Stürmer, Alfred Pitlipin genannt,
ein neuer Center, weil ja Joe Malone die Karriere beendet hatte.
Der spielte dann auch 25 Spiele und Pitlipin, vielleicht noch kurz ein Satz
zu ihm, er würde dann auch sehr berühmt werden bei den Kanadiern.
Und er würde auch wichtige Tore schießen in der Zukunft und bis Ende der 30er
Jahre sie im Team erhalten bleiben.
Aber das reichte nicht. Ungewöhnlicherweise wurden die Canadiens siebter und
letzter mit nur elf gewonnenen Siegen, 23 Punkten, vier Punkte hinter Toronto und Champion war,
wer kann das schon wieder sein, die Ottawa Senators mit 52 Punkten,
sieben Punkte vor den recht frischen Montreal Maroons mit 45 Punkten.
Und die spielten dann um die NHL-Meisterschaft. Und die Montreal Maroons setzten
sich dann in ihrem zweiten Jahr Existenz sofort gegen die Ottawa Senators durch
und gewannen sogar den Stand-A-Cup gegen den Stand-A-Cup-Verteidiger, die Victoria Cougars.
In der Five-Game-Series. Wie schlecht im zweiten Jahr?
Absolut. Und das war natürlich, immerhin konnte man dann, man schrieb in der
Presse, naja, die Kanadier sind Letzte geworden.
Das war natürlich für alle Beteiligten, erst der Tod des Torwarts,
wie Sina, dann dieses schlechte Abschneiden.
Das war schon ein Schock, aber die Presse in Montreal freute sich,
dass die Maroons wenigstens NHL-Meister und Stanley Cup-Sieger geworden sind.
Nach der Saison kam es dann zum Kollaps der Western Hockey League.
Es gab auch innerhalb der Canadiens nochmal einen Aufreger in der Hinsicht,
dass Leodon Diron sich auf das Geschäftliche konzentrieren wollte und mit Cecil
Hart einen Trainer engagierte.
Cecil Hart, da klingelt vielleicht noch was, der hatte damals den Verkauf von
der Witwe von George Kennedy an die drei Musketiere an Leodon Diron eingefädelt.
Und der war in Montreal im Amateur-Eishockey auch eine Nummer.
Der konnte trainieren und war so, okay, dann mach du das doch mal.
Der erwähnte das Team da mit den guten Händen, der Léodon Durand.
Und der sollte damit auch durchaus recht behalten. Und das Jahr 1926,
1927 war insofern schon sehr, sehr interessant, als es eine weitere Erweiterung der NHL gab.
Und zwar jetzt auf sogar zehn Mannschaften. Es kamen nämlich noch drei amerikanische
Teams hinzu. Die Chicago Blackhawks, die Detroit Kugars, späteren Red Wings
und die New York Rangers. Das klang ja eben schon so ein bisschen an.
Und damit waren die kanadischen Teams zum ersten Mal in der Minderheit.
Es gab jetzt sechs amerikanische Mannschaften und nur noch vier kanadische.
Und dazu kam noch, dass mit dem Aufgeben, dem Kollaps der Western Hockey League,
dieses Herausforderungssystem an ein Ende kam.
Das hieß, dass zukünftig, seit dieser Saison 1926, 1927, der NHL Champion zugleich
Denley Cup Champion war.
Hm, okay, macht Sinn. Und bisher hatten wir immer eine Liga,
erst mit vier Teams, jetzt am Schluss mit sechs Teams. Und jetzt haben wir ja
zehn und man hat dann entschieden, wir machen da zwei Divisionen.
Wir splitten die Liga in zwei Divisionen.
Und das lag natürlich nah, dass man die kanadischen Teams mit einer amerikanischen
Mannschaft zusammen in der sogenannten Canadian Division spielen ließ.
Die New York Americans wurden dann ausgewählt. Warum? Weil die ja quasi komplett.
Aus Kanadiern bestand. Es waren ja alles Kanadier, aber die hatten ja diese
Tigers-Franchise aufgesogen.
Und dann entschied man, okay, ihr seid ja jetzt auch schon länger dabei,
ihr spielt jetzt in der Canadian Division mit und die Amerikaner,
die Boston Bruins, die es ja schon gab, sowie die Chicago Blackhawks,
Detroit Cougars, die New York Rangers und die Pittsburgh Pirates,
die bildeten die American Division.
Und man hat dann auch so an dem ganzen Playoff-System natürlich rumgeschraubt,
indem man sagt, ja, also die spielen erstmal ihre Runde in ihren Divisionen
und dann wird es ja von fünf Teams drei den ersten, zweiten,
dritten geben und die spielen dann um den Divisionstitel.
Der Erste, wer Erster wird, der hat erstmal Ruhe, der kriegt ein Bei.
Der kann dann gucken, wie das jeweils Zweite und Dritte der Division gegeneinander
spielen. Und dann gibt es ein Divisionsendspiel.
Erster gegen den Sieger, aus Zweiter gegen Dritter. Und der Sieger der Canadian
Division spielt gegen den Sieger der American Division, dann um den Stanley
Cup. Das kommt einem ja schon sehr bekannt vor.
Ganz genau. Das Aussetzen ist ein bisschen wie in der NFL. Ja,
ganz genau. Und dann hat er diese Meisterschaft um die Division.
Da wird es dann wieder nur um diese zwei Spiele geben, wer mehr Tore schießt.
Und der Stanley Cup war dann ein Best-of-3-Format, Best-of-3.
Wobei es durfte unentschieden geben, wenn da nach Overtime unentschieden stand,
dann konnte man maximal fünf Spiele absolvieren.
Naja und die waren relativ rücksichtslos, die NHL-Teams, die Western Hockey
League löst sich ja auf und beispielsweise die Detroit Tigers,
die haben dann eben das gesamte Roster der Victoria Cougars aufgekauft und die
Chicago Blackhawks haben die Portland Rosebuds komplett aufgekauft.
Wir hatten das ja schon bei den Americans mit den Tigers. Die Boston Bruins
wollten auch profitieren.
Und die hatten einen besonderen Spieler im Blick, und zwar Eddie Shore,
24 Jahre alt. Der Defensivspieler, einer späterer Hall of Famer.
So ein bisschen, der konnte vorne spielen, der konnte hinten spielen,
der war torgefährlich und ein echter Topstar.
Und den hat man dann mit ein paar anderen Spielern von den Edmonton Eskimos
für 50.000 Dollar unter Vertrag genommen. Der hat Charles Adams richtig Geld
in die Hand genommen und er wollte unbedingt Eddie Shore haben.
Und er bekam ihn. Das sollte dann später auch dazu führen, dass die Bruins den
Stanley Cup gewinnen würden.
Und unsere Kanadien, was würden denn die machen? Ja, Léodon Durand würde natürlich
auch zugreifen. Er war ja auch nötig, man war letzter geworden, Georges Vesina war tot.
Man sollte es vielleicht auch hier einflechten, dass natürlich die NHL sein
Andenken insofern auch würdigte, als man nach ihm die Vesina-Trophy benannte.
Und man suchte einen Nachfolger. Der Herb Reom, der war es nicht.
Und man hatte so ein bisschen rumgeschaut in der Western Hockey League und mit
George Haynesworth, einen extrem guten Mann bei den Saskatoon Cressions gesehen.
Und den wollte man haben. Und wir haben eben ziemlich große Summen gehört,
aber der war für kleineres Geld zu bekommen. Der hatte zwar schon bei den Toronto
St. Patrick's so eigentlich gesagt, ja, ich komme zu euch.
Aber im Hintergrund gab es dann so Gemagel und Gerangel und letztlich konnten
dann die Kanadier für 5.000 Dollar den George Haynesworth einkaufen. Vielen Dank.
Und das sollte ein Riesenerfolg werden. Der wurde der ideale Nachfolger von
Georges Vesina. Und er wurde auch der erste Gewinner der Vesina-Trophy.
Und er hat in 44 Spielen einen grandiosen 1.46 Goals Against Average.
Und er würde dann auch die ersten drei Vesina-Trophys gewinnen.
Also die Kanadier hatten damit wieder einen echten Rückhalt hinten drin.
Ansonsten wurde das Team auch weiter gestärkt. Man hat einen extrem guten Verteidiger
gefunden mit Herb Gardiner.
Das war nicht irgendein Einkauf. Der wurde nämlich sofort Gewinner der Hart-Trophy. Das ist MVP der Liga.
Und damit war er auch der erste Spieler der Canadien, der diese Hart-Trophy
damit gewann. Gut, es weiter ist im zweiten Jahr, aber er war damit der erste Hart-Trophy-MVP,
der Kanadier Herb Gardiner. Erwähnung wollte man noch Art Gagné,
das war ein Spieler, der von den Edmonton Eskimos kam, also zumal man Billy
Boucher abgab an die New York Americans.
Es gab also ein bisschen hin und her, aber überwiegend wurde das Team richtig
gestärkt und der neue Coach Cecil Hart hatte etwas, hatte Material,
mit dem er arbeiten konnte.
Es hat auch wirklich erfolgt. Vom letzten Platz in der Vorsaison arbeiteten
sich die Kanadier dann auf den zweiten Platz der Canadian Division vor.
44 Spiele, 28 Siege, 58 Punkte, Platz 2 hinter den Senators aus Ottawa mit 64
Punkten, aber deutlich vor den Montreal Maroons, die nur 20 Mal gewannen und
44 Punkte sammeln konnten.
Ja, dann ging es natürlich erstmal zweiter gegen dritter, Montreal Derby und
einfach, beide Spiele wurden im Forum ausgetragen, weil es einfach jetzt das
schicke, neue, tolle Stadion war.
Keiner wollte in der Mount Royal Arena spielen und da war ja auch viel mehr
Kapazität, Zuschauerkapazität. Kapazität. Es wurde eng.
Das erste Spiel endete auch 1-1. Und im zweiten Spiel, erst in Overtime,
konnten die Kanadier dann mit 1-0 gewinnen
und gewannen so knapp wie fast gar nicht anders möglich mit 2-1 in Total Goals
gegen die Maroons und waren damit im Endspiel um die Division gegen die Ottawa Senators.
Das war dann leider nicht so erfolgreich.
Das erste Spiel im Montrealer Forum wurde mit 0-4 gegen die Senators verloren.
Das Rückspiel in Ottawa ging 1-1 aus. Das war eine glatte Sache.
Ottawa gewann mit 5 zu 1 Toren und war damit Sieger der Canadian Division.
Auf der anderen Seite waren ja nur die amerikanischen Teams in der American
Division. Also eins war klar, es wird auf jeden Fall ein amerikanisches Team
im Finale geben. Der zweite waren die Bruins, dritter waren die Blackhawks.
Also die Boston Bruins gewannen locker mit 6-1 gegen die Blackhawks. Rückspiel 4-4.
Boston war im Finale der American Division und traf da auf die New York Rangers.
Nach einem 0-0 im Hinspiel gewann Boston 3-1, war im Finale um den Stanley Cup
gegen die Ottawa Senators.
Und das war dann eine Serie, die wurde sehr spannend. Das erste Spiel war 0-0
in Overtimes, fiel einfach kein Tor.
Dann gewann Ottawa 3-1. Dann gab es wieder ein 1-1, wieder keine Entscheidung.
Und das vierte Spiel gewann Ottawa erneut mit 3-1 und war damit Stanley Cup-Sieger.
Ich habe da nochmal nachgeguckt, in dieser Zeit, die wir jetzt diese zehn NHL-Saisons,
die wir jetzt betrachtet haben, Da haben die viermal den Stanley Cup gewonnen.
Es würde das letzte Mal sein, dass die Ottawa Senators den Stanley Cup gewinnen.
Und das war eben im Grunde eigentlich das Team, das man schlagen musste.
Aber wir sehen ja, die Amerikaner kommen und den Amerikanern kommen die höheren Gehälter.
Und so ein kleiner Markt wie Ottawa, der geriet dann in starke Bedrängnis.
Und das würde auf lange Sicht für Ottawa nicht mehr gut gehen.
Aber das sehen wir beim nächsten Mal. Und auch, ob die Kanadier nochmal richtig
den Stanley Cup angreifen. Ich darf vorwegnehmen, sie werden.
Gehen wir mal von aus. So ist es. Ja, okay. Das waren die ersten zehn Jahre
der NHL. Und ich fand da waren einige ganz spannende Sachen drin,
die ich so noch nie gehört hatte.
Und ich bin selber sehr gespannt, wie es da weitergeht. Es wird ein bisschen
dauern. Es muss ja immer recherchiert werden.
Ich werde vielleicht ein paar andere Legenden in kürzeren Episoden vorstellen. Vielen Dank.
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