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Geschichten über Legenden und Meilensteine des Sports

Eishockey: Montreal Canadiens: NHL Rekordhalter: Die Gründungsphase bis 1917

Das älteste Team der NHL und Rekord-Stanleycup-Sieger

04.05.2026 67 min

Zusammenfassung & Show Notes

Sportarchiv – Die Geschichte der Montreal Canadiens
🕰️ 1. Einleitung zur Eishockey-Folge
Herzlich willkommen bei Sportarchiv! Wir tauchen tief in die Welt des Eishockeys ein, mit einem Fokus auf die traditionsreiche Franchise der Montreal Canadiens. Diese Episode beleuchtet die Ursprünge, die Entwicklung und den Mythos des Teams, das als das älteste noch bestehende professionelle Eishockeyteam weltweit gilt. 
👉 Besonderheit:
Gegründet 1909, sind die Canadiens ein Symbol für die frankophone Identität in Kanada und eine der erfolgreichsten Franchises in der Geschichte der NHL.

🏒 2. Die aktuelle Saison und Teamstruktur (2025/26)
Wir geben einen Überblick über die aktuelle Situation der Canadiens, die sich in einem Neuaufbau befinden. Mit Spielern wie dem Kapitän Nick Suzuki, dem Torjäger Cole Caufield und den aufstrebenden Talenten Lane Hudson und Juraj Slafkovský zeigt das Team vielversprechende Ansätze. 
👉 Historische Bedeutung:
Die Canadiens haben sich von einer traditionsreichen Vergangenheit hin zu einem jungen Team entwickelt, das auf künftige Erfolge hinarbeitet.

🌟 3. Mythos der Montreal Canadiens
Der Mythos der Canadiens ist tief verwurzelt. Die Franchise, die 1909 als Antwort auf die anglophone Dominanz in Montreal gegründet wurde, hat in ihrer Geschichte viele Höhen und Tiefen erlebt. Wir diskutieren die kulturelle Bedeutung des Teams und wie es zum Herzstück des Eishockeys in Kanada geworden ist.
👉 Symbolik:
Die Canadiens stehen für Französisch-Kanadische Identität und haben unzählige Titel in der NHL gewonnen, darunter 24 Stanley Cups – die meisten in der Liga.

⚡ 4. Die Gründung – Ein Zusammenspiel von Vision und Tradition
Die Gründung der Canadiens durch John Ambrose O'Brien war ein Wendepunkt. Der Plan, ein Team für die frankophone Bevölkerung zu schaffen, legte den Grundstein für die spätere Dominanz. Zusammen mit anderen Teamgründer:innen und Spielern wie Jacques LaViolette wurden die Weichen für die Zukunft gestellt. 
👉 Einzigartigkeit:
Als einziges Team, das vor der Gründung der NHL ins Leben gerufen wurde, haben die Canadiens eine bemerkenswerte Geschichte.

🏆 5. Die frühen Erfolge der Canadiens
Die ersten Jahre der Canadiens in der NHA (National Hockey Association) waren herausfordernd. Wir analysieren die Erfolge und Misserfolge des Teams, die schließlich zur ersten Meisterschaft führten. Die Entwicklung des Spiels und der Taktiken wird ebenso beleuchtet wie die bedeutenden Spieler dieser Zeit.
👉 Rekordhalter:
Die Canadiens halten mehrere Rekorde, einschließlich der Anzahl an gewonnenen Stanley Cups und individuelle Auszeichnungen.

🔍 6. Fazit zur Episode
Die Montreal Canadiens sind nicht nur ein Eishockeyteam; sie repräsentieren ein Stück kanadische Geschichte und Kultur. Während die aktuelle Mannschaft an einem neuen Kapitel arbeitet, bleibt der Einfluss und das Erbe der Canadiens über die Jahrzehnte hinweg spürbar. Tim und Stefan schauen gespannt auf die Zukunft dieser ikonischen Franchise und freuen sich darauf, weiterhin die spannende Geschichte der Canadiens zu verfolgen.

Transkript

Herzlich willkommen bei Sportarchiv. Mein Name ist Tim. Und mein Name ist Stefan. Ja, Stefan. Heute kommt die lang ersehnte Eishockey-Folge. Genau, was lange währt, wird hoffentlich gut. Ich bin mir ganz sicher. Es ist auf jeden Fall super spannend, die Recherche anzustellen. Es geht um die Montreal Canadiens. Ich nehme es mal direkt vorweg. Wir haben da Wünsche gegenüber geäußert, auch über die mal zu recherchieren und zu berichten über deren Geschichte. Wo kommen die her? Und ist dieser Mythos entstanden? Es ist ja einer der NHL-Vereine. Die Canadiens. Ja, Canadien. Canadiens soll man ja nicht sagen. Achso, soll man nicht sagen. Da kommen wir gleich zu. Ja, bin ich mal gespannt. Dann lehne ich mich entspannt zurück, was ganz gut ist, weil meine Stimme ja noch ein bisschen lädiert ist. Aber ich lausche dann mehr. Sehr gut. Ich erzähle einfach mal. Ja, mich hat, als uns herangetragen wurde, über die Montreal Canadiens was zu machen, erst mal selber interessiert. Von denen habe ich ganz lange nichts gehört. Ich war auch nicht mehr so intensiv mit der NHL befasst. Ich muss mich da erst wieder ein bisschen einlesen.
Stefan
00:01:18
Und geholfen hat mir,
Tim
00:01:18
Dass die New York Islanders, mein eigentliches Lieblingsteam mit dem Matthew Schaefer, einen sehr guten jungen Spieler haben und leider sehr knapp an den Playoffs gescheitert sind, aber die Kanadier nicht die spielen. Und ja, wie habe ich angefangen? Ich habe einfach mal geschaut, wo stehen die eigentlich, wo spielen die und wie sieht es aus in der abgelaufenen Saison mit Montreal, ehe wir uns mit der Geschichte Kanadier befassen. Also ich bin Dritter geworden in der Atlantic Division, der Eastern Conference und die Buffalo Sabres waren die Ersten und die Tampa Bay Lightning waren Zweiter und dahinter kam dann schon die Kanadier. Und 106 Punkten, ordentlich. 48 Mal gewonnen, 24 Mal verloren. Und dann ging es natürlich in der ersten Playoff-Runde der Eastern Conference gleich gegen den zweiten, die Tampa Bay Lightning. Und ich habe heute mal geguckt, es steht 3 zu 2 in der Best-of-7-Serie und am Samstag im Bell Center in Montreal. Da geht es dann zur Sache, da können sie die Serie beenden und Tampa Bay nach Hause schicken. Was mir gut gefallen würde, denn ich bin ja ein Fan der Original-Six-Eishockey-Teams. Einzige Ausnahme, Islanders. Aber die kommen andermal dran. Ja und wer sind denn die Kanadier momentan überhaupt? Ich muss zugeben, so aus dem Kopf heraus hätte ich jetzt keinen einzigen Spieler benennen können, weil ich bin halt Baseball-Fan und nicht mehr so im Eishockey tief drin, aber natürlich habe ich mal geschaut, wer da so auf dem Eis gated. Also der Käpt'n und Topline-Center und auch der Teamleader im Scoring, das ist der Nick Suzuki. 26 Jahre hat er Kanadier, hat auch japanische Wurzeln väterlicherseits und der hat ordentlich gepunktet, 101 Scorer-Punkte hat er gemacht, 6 bester Punkte sammelt er der NHL, 29 Tore, 72 Assists und das ist ein richtiger Teamleader. Ihm zur Seite stehen vor allem so ein richtiger Scharfschütze, ein 25-Jähriger, der Cole Caulfield, der kommt aus Wisconsin, also ein Amerikaner. Er hat schon der Bruder und der Großvater, die haben schon Ice Hockey gespielt und Vater Kanadier, Mutter ist US-Amerikanerin, er spielt für die USA, war jetzt bei Olympia überraschend nicht dabei. Super Talent, 51 Tore plus 37 ist Hits, macht 88 Scorer-Punkte, also richtig, richtig gute Leute, die da vorne fahren, die da vorne skaten. Und es gibt auch zwei junge Stars im Team. Lane Hudson, 22, extrem offensiver, tolgefährlicher Elite-Verteidiger. Der hat 2024, 2025 die Calder Trophy als Top-Rookie der Liga gewonnen. Er ist erst der zweite Empfänger der Canadien, der Calder Trophy. Vorher hat nur der legendäre Goalie Ken Dryden Anfang der 70er diese beste Rookie Award gewonnen für die Canadien. Und es gibt natürlich, mir war das noch ein Begriff, die Calder Trophy, weil nämlich der Moritz Seider, unser deutscher Junge für die Detroit Red Wings 2021-22 diese Trophäe gewonnen hat. Ja und Lane Hudson, 12 Treffer, 66 Assists, auch stolze 88 Scorepunkte, also mit dem Cole Caulfield zusammen auf Platz 2 hinter dem Nick Suzuki. Wir wollen nicht den ganzen Kader durchgehen, aber es gibt noch einen, den man erwähnen muss. Das ist ein junger Slowake, auch 22, Juraj Slavkovski. Der hat schon bei den Winterspielen 2022 mitgespielt und zwar entscheidend für die Goldmedaille des slowakischen Eishockeys gesorgt. Also die waren Olympiasieger. Erster große Titel für die Slowakei. Und der wurde auch gleich zum MVP des gesamten Eishockey-Turniers bestimmt, weil der die meisten Tore geschossen hat. Also im Grunde zukunftsträchtiges Team, das wahrscheinlich noch besser wird, als es jetzt schon ist. Das würde ich doch mal hoffen, weil ich würde mir sehr wünschen, dass gerade diese traditionsreichen Eishockey-Vereine. Jetzt um den Standing Cup richtig mal wieder aktiv werden und eine Chance haben, da zu gewinnen. Der Cheftrainer ist Martin Saint-Louis, 50 Jahre, den Namen kannte ich dann auf jeden Fall. Er ist nämlich ein Hall of Famer, der hat über 1000 Scorer-Punkte gemacht in 16 Jahren NHL. Interessanterweise, die spielen ja gerade gegen Tampa, seine Rückennummer 26, die war die erste, welche überhaupt bei den Lightning-Retail, also gesperrt wurde. Ja, so ist das manchmal. Aber jetzt muss er dafür sorgen, dass er die Lightning rauswirft. Aber so viel zum aktuellen Stand der Kanadien. Was macht diesen Mythos überhaupt aus? Seitdem ich mich Ende der 70er Jahre für Eishockey interessierte, kam mir das immer schon so vor, als ob das ein sehr, sehr spannender, mythischer Verein ist. Damals wusste ich das noch nicht so richtig einzuschätzen. Ich habe mal so ein bisschen drüber geschaut, ehe wir wirklich dann ganz weit in die Geschichte zurückgehen. Tja, also du hast ja auch schon eben gesagt, Canadians, das habe ich früher auch. Ab und zu ist mir das rausgerutscht. Aber nein, es ist der Le Club de Hockey Canadien und die spielen in Montreal, in der Provinz-Québec. Das ist sehr frankophon, klar reden die auch ein bisschen Englisch, aber es ist sehr, sehr französisch geprägt. Und sie sind die älteste Franchise und seit ihrer Gründung ununterbrochen bestehende professionelle Eishockey-Mannschaft weltweit. Und es ist der einzige NHL-Verein, der älter als die Liga selber ist. Denn die Canadien wurden am 4. Dezember 1909 gegründet und die NHL tatsächlich erst am 26. November 1917. 2017, denn davor gab es ja eine andere Liga, die NHA, die National Hockey Association, in unserer Folge über das Entstehen der NHL, da bin ich da schon mal etwas ausführlicher drauf eingegangen. Ja, da kam Montreal ja auch sehr oft vor. Ja, absolut. Die sind auch ganz einflussreich und innovativ und wichtig gewesen für den Start des professionellen Eishockeys in Kanada. Die Canadiens sind eben auch sportübergreifend eine der ältesten Sport-Franchises in ganz Nordamerika. Sie sind älter als alle übrigen kanadischen Franchises, mit einer einzigen Ausnahme, das wusste ich auch nicht, die Toronto Argonauts, der Canadian Football League. Kannte ich zwar, aber dass die so alt sind, die sind 1873 gegründet worden, aber dann kommen schon die Canadiens. Und die Canadiens sind auch älter als alle US-amerikanischen Franchises, nur die jetzigen Arizona Cardinals, die sind 1898 als Morgan Athletic Club gegründet worden und gelten auch als ältestes noch bestehendes American Football Team der USA. Vielleicht noch für die Fachleute, die Canadiens Franchise ist eine der Original Six, denn zwischen 1942 und 1967 bestand die NHL nur aus sechs Klubs und da waren die Canadiens einer der sechs Vereine. Und der letzte Sieg, das hat mich echt überrascht, der Stanley Cup-Sieg der Kanadier war 1992, 93 und es war auch der letzte Stanley Cup-Sieg eines kanadischen Teams. Also auch die Flames, die Oilers, auch die Maple Leafs schon mal gar nicht, denn die sind ja mit dem richtigen Fluch beladen. 1967 letzter Stanley Cup-Sieg der Maple Leafs. Also die Kanadier waren die letzten, die den Stanley Cup anfassen durften sozusagen. Das ist schon traurig, dass die kanadischen Teams, also die ursprünglichen Teams jetzt in den letzten 30 Jahren so wenig Erfolge hatten. Ja, das finde ich auch. Aber vielleicht werden wir am Eingang ein paar Spieler genannt. Vielleicht können die Kanadien dieses Jahr so ein kleines Wunder schaffen. Bin sehr gespannt und werde das auch weiter verfolgen. Aber in der Tat, auch in den englischsprachigen Medien werden die Kanadien oft auch mit Französisch geschrieben und auch ausgesprochen. Das Sprachthema trifft sich auch bei den Spitznamen des Vereins. Da gibt es Le Canadien, Le Bleu, Blanc, Rouge, die Blau-Weiß-Roten. La Sainte Flanelle, das ist das heilige Shirt, das zielt ab auf das Trikot, La Tricolore, Le Glorieux. Le CH, also C und H ist ja im Trikot. Le Grand Club. Le Plombier, das fand ich sehr, sehr witzig. Le Plombier, die Klempner. In den 90er Jahren war das, die Mannschaft war vor allen Dingen, kam über den Kampf und das war so eher so ein spöttischer Begriff, dann wurde daraus ein Ehrentitel, also so ein bisschen für harte, einfache Drecksarbeit. Also weniger Star-Talent, aber mit Power. Und natürlich gibt es auch noch Les Habitants und das gibt es im Englischen, da wurden die oft so als Haps bezeichnet, also als Les Habitants, das ist eine Bezeichnung im Französischen für die ersten französischen Siedler in Nordamerika, also eigentlich eine ganz normale Bezeichnung. Aber im Englischsprachigen wurde das so ein bisschen als beleidigend, herabschauend, umfunktioniert als quasi eine Beleidigung und daraus wurde auch hapstern. Und das Ganze kam überhaupt in die Medien oder in die Öffentlichkeit durch einen Fehler. Und 1924 hat in den USA dann ein Bordpromoter, Tex Rickert, einem Journalisten, das H im Logo der Kanadians erklärt und es würde für Abitants stehen, also für Einwohner von dieser französischen Ecke von Kanada. Tatsächlich aber sehen die Buchstaben im Logo, das C und das H für Club de Hockey Canadien. Also es hat nichts mit den Les Abitants zu tun, aber es wird in den amerikanischen Sportmedien oft, werden die auch als Habs bezeichnet, aber mehr im Englischsprachigen. Also nicht so nett. Fand ich auch interessant, weil ich habe in der Tat früher im Eishockey Magazin oft von den Habs auch gelesen, aber das wollen die nicht hören, das trifft auch nicht zu. Ah ja, was ich ganz interessant fand, seit 2015 ist das rote Heimtrikot der Canadien auch die einzige Uniform in der Liga, welche auf dem Kragen die französische Version des NHL-Logos hat und zwar mit LNH, Ligue Nationale de Hockey. Im Auswärtstrikot wiederum, im weißen Auswärtstrikot ist das englische NHL-Logo dann. Das sind so kleine Feinheiten, ich dachte, die erwähnen wir mal, obwohl für die Eingeweihten wahrscheinlich normal. Ja, ein Verein der Superlative und ein ganz besonderer Verein. Und man sieht es auch daran, die haben 24 Stanley Cup Titel seit ihrer Gründung 1909 errungen und sind als erfolgreichste Franchise der NHL-Geschichte und überhaupt eines der erfolgreichsten Nordamerikas sportübergreifend. Die Boston Celtics fiel mir als Beispiel ein, die haben 18 NBA-Meisterschaften gewonnen. Und die Kanadier haben ein Stanley Cup gewonnen vor Gründung der NHL, also als Mitglied der NHA tatsächlich. Die Kanadier hatten die größte Anzahl von errungenen Meistertiteln unter allen Franchises der nordamerikanischen Major-Sportgruppen, Sportliegen, MLB, NFL, NBA und NHL, bis die New York Yankees 1999 ihren 25. World Series Titel gewonnen. Also die Yankees sind die erfolgreichsten. Die sind jetzt die erfolgreichsten im 27 World Series Titel. Jetzt errungen, die haben ja noch 2000 gegen die Mets gewonnen und 2009 gegen die Phillies. Und seit 2009 warten dann leider auch die Yankees und ich, wenn ich das so sagen darf, auf den nächsten World Series-Titel. Wir haben 24 Divisionsmeisterschaften natürlich auch. Man muss ja erstmal die Division gewinnen in der Regel, um eine Chance auf den Stanley Cup zu haben. Je nach den verschiedenen Spielmodi, da wurde ja auch viel drum herumgeschraubt. Erst in der NHL, dann in der NHL. Wer, wann, wie, wo um den Stanley Cup spielte. Wir hatten das ja in der anderen Folge, empfehle ich nochmal reinzuhören. Das war ja auch so ein Challenge-System anfangs. Die unterschiedlichen Ligameister spielten gegeneinander. Das war nicht exklusiv auf die NHL zugeschnitten. Das kam dann viel später erst. Mitte der 20er Jahre kristallisierte sich erst heraus, dadurch, dass andere Ligen eben pleite gingen, dass dann die NHL letztlich alleine blieb. Und dann war natürlich klar, wer Meister der NHL ist, der ist auch Stanley Cup-Sieger. Aber das war lange Jahrzehnte nicht der Fall. Es gibt auch ein wunderbares Team-Motto der Kanadien, und zwar, ich versuche es auch mal auf Französisch zu sagen, nos bras meurtrient vous tendons le flambeau, à vous toujours des portiers bienneaux. Ich glaube, die meisten verstehen das jetzt nicht, deswegen auf Deutsch vielleicht die Versetzung, euch aus sterbenden Händen reichen wir die Fackel zu. Es liegt nun an euch, sie stets hochzubehalten. Das Motto ist aus dem Gedicht In Flanders Fields auf Flanderns Feldern von John McRae 1915 verfasst, ein Jahr vor dem ersten Stand-A-Cup, Sieg der Kanadier 1916. Es ist so ein Appell der Gefallenen an die Lebenden, den Kampf oder das Vermächtnis fortzuführen. Also sehr pathetisch, aber das ist ein Motto, was an der Wand der Kanadier-Kabine steht und auf der Innenseite des Kragens des neuen Team-Shirts, was 2017 entworfen und eingeführt wurde. Also das gibt es seit 1915 und wird immer noch von den Spielern gewertschätzt und als Ansporn empfunden. Ja, natürlich gibt es auch ganz viele, nicht nur den Teamerfolg, es gibt auch den Einzelerfolg der herausragenden Spieler über die ganzen Jahrzehnte. Ich habe mal so geschaut, es gibt natürlich ganz viele Trophys, ganz viele Auszeichnungen im Eishockey, die auch historisch gewachsen sind. Ich will es nur mal kurz anreißen, die Hart Memorial Trophy. Seit 1923 gibt es die für den wertvollsten Spieler der regulären Saison in der NHL. 17 Mal von Canadiens gewonnen, von Einzelspielern. Danach kommen dann die Edmonton Oilers mit 13 und die Boston Bruins mit 12. Schon Abstand. Die Lady Bing Memorial Trophy für den Spieler mit, der einen hohen sportlichen Standard und vorbildliches Benehmen kombiniert, Gentleman, da haben sie nur einmal gewonnen. Das war Mats Neslund 1988, den kenne ich tatsächlich noch. Dafür aber die Viziner Trophy für den besten Torhüter. Das hat in der Mitte der zwei, achso, müssen wir vielleicht einflechten. Die Lady Bing Trophy wurde 1925 zum ersten Mal verliehen. Die Viziner Trophy 1926, 1927. und die haben die Kanadier 29 Mal gewonnen. Am Anfang war das mehr so für das beste Team, das Team mit den geringsten Gegentoren. Da wurde automatisch der Torwart dann, an dem wurde das verliehen. Das wurde 1982 dann aus so einem Teamthema, wurde das sehr auf den Einzelspieler und dessen Gegentorschnitt zugeschnitten. Also 1982 wirklich eine individualisierte Goalie-Trophäe. Rekordhalter ist natürlich ein Kanadier. Ja, auch insgesamt, Jacques Plante hat die siebenmal gewonnen, sechsmal mit den Kanadien und einmal mit den St. Louis Blues. Und der zweite, dann kommt nämlich Bill Dernan mit sechs, das ist auch sehr erfolgreich. Also da haben die Kanadier ordentlich zugelangt. Dann gibt es die Calder Memorial Trophy für den Rookie des Jahres. Wir hatten das ja am Anfang schon insgesamt, haben sieben Kanadier dieser Trophäe erhalten. Erstmals 1936, 1937 verliehen. Die Art Ross Trophy für den Spieler, der die höchste Punktzahl, Tore des Sists, während der regulären Saison erzielt hat. Das wurde neunmal von einem Kanadier gewonnen. Die Conn Smythe Trophy seit 1964 verliehen. Für den wertvollsten Spieler, den MVP der Stanley Cup Finalserie, das wurde fünfmal einem Kanadier zugesprochen. Die Bill Masterton Memorial Trophy hat 68 verliehen an den Spieler, der Ausdauer, Hingabe und Fairness im und für das Hockey zeigt, sechsmal verliehen. Die Frank J. Selke Trophy, 77, 78 eingeführt, wird dem Stürmer mit dem besten Defensivverhalten vergeben, siebenmal verliehen. Ja, wo wir gerade bei Zahlen sind, 58 Spieler der Kanadier sind in der Hall of Fame. Da gibt es noch zwölf sogenannte Builder, Funktionäre und Trainer. Und wir bleiben bei Nummern. 15 Nummern sind retired, gesperrt, können nicht mehr vergeben werden auf den Trikots. Plus die 99, die von allen Teams gesperrt wird für Wayne Gretzky. Zu Recht. Absolut. Das ist aber eine Baseball-Analogie. Jackie Robinson, die Nummer darf auch nicht mehr vergeben werden. Aber aktuell, wo spielen denn die Kanadier? Im Bell Center oder auch Centre Bell. Das ist seit 1996 Austragungsort der Heimspiele der Kanadier. Denn was ich noch immer kannte, das bekannte Forum de Montréal, das ist 1996 geschlossen worden. Ja, Centre Bell hatte immer noch einen anderen Namen im Kopf. Und es hieß auch ursprünglich, benannt nach dem Hauptsponsor der Kanadier, der Brauerei Molson, Molson Center, wird aber 2002 umbenannt. Und jetzt ist das Telekommunikationsunternehmen Bell Canada Namenssponsor. Wie viel passen da rein? Bei Eishockey-Spielen 21.105 und damit ist das Centre Bell natürlich die größte Arena der NHL. Mit 21.000. Ist ja nicht viel größer als die Kölner Arena. Habe ich auch gerade gedacht an unsere Kölner Haie. Ja, okay, aber da enden die Vergleiche dann. Aber soviel zum Jetzt. Ja, wir kommen jetzt zur Gründung der Canadiens. Wir springen also ganz weit zurück in das Jahr 1909 und zwar in den Dezember des Jahres 1909. Wir treffen da einen jungen Mann, 24 Jahre alt, der heißt John Ambrose O'Brien, industrieller Sohn des späteren Senators Michael O'Brien. Dieser Vater hat während mit Kobalt und anderen Bodenschätzen sehr, sehr viel Geld gemacht, war an Eisenbahnen in Kanada beteiligt. Also sehr, sehr reich und der junge Mann hatte dadurch auch Zugriff auf sehr viel Geld und beide waren interessiert an Hockey. Ja, was kann man dann anderes machen? Man muss Sportteams, Eishockey-Teams gründen und nicht nur eins, nein, die haben dann gleich in drei dieser Bergarbeiterstädte einen Verein gegründet. In Ontario, in Renfrew, die Creamery Kings, die wurden auch Renfrew Millionaires genannt, weil die, na gut, die waren reich, die Spieler eben sehr, sehr gut bezahlten, sehr viel besser als in vielen anderen Amateur- und den ersten Profivereinen und dann gab es noch zwei weitere Vereine, aber auf die kommen wir dann gleich zu sprechen. Einer der drei Vereine, die Renfrew Creamery Kings, die entsandten dann den John Ambrose O'Brien Anfang Dezember 1909 nach Montreal und zwar ins Winzer Hotel, weil da trafen sich andere Hockey-Team-Besitzer, die Mitglieder der Eastern Canada Hockey Association waren und man wollte entscheiden, ob man noch weitere Teams aufnimmt oder auch nicht. Und oder auch nicht war dann die Antwort für ihn, für den John O'Brien. Sein Team, die Renfrew Creamery Kings, sollten eben dann doch nicht Mitglied bei der Eastern Canada Hockey Association werden. Aber er war jetzt mal da und hörte dann so raus, im Lauf des Tages gab es dann Streit unter den Besitzern und diese ECHA wurde dann gar nicht weiter betrieben. Die lösten sich auf und formierten dann teilweise eine neue Liga, die Canadian Hockey Association und die wiederum hatten das Ziel, die Montreal Wanderers loszuwerden. Die hatten nämlich die anderen Vereine verärgert, weil es gab neun Besitzer bei den Montreal Wanderers und dem gehörte eine Eishalle, der Jubilee Rink. Und der wollte dahin mit seinem neuen Team. Problem für die anderen war nur, dass die Halle kleiner war als die Halle, in der die Wanderers vorher spielten. Also der Anteil an dem Umsatz würde für die anderen Vereine kleiner. Das wollte man dann nicht so und dann war entschieden, die schmeißen wir aus der Liga. Also wir haben da zwei Menschen, da zwei Vereine, die beide nicht in dieser Liga angekommen sind. Nun ja, was macht man so? Man setzt sich in die Lobby und in die Lobby vom Winzer Hotel, da saß dann der John O'Brien und er trifft den Jimmy Gardner, der wiederum die Montreal Wanderers bei den Verhandlungen vertreten hatte. Die beiden unterhielten sich und stellten Gemeinsamkeiten fest. Und man diskutierte, ob man nicht vielleicht eine eigene neue Liga gründen könnte, denn die Familie O'Brien besaß ja drei Vereine. Renfrew, dazu noch die Kobalt Silver Kings und die Hayley Burry Hockey Club und Jimmy Gardner war als Vertreter der Montreal Wanderers zugegen, das war schon mal vier Vereine, könnte man ja schon mal eine Liga gründen und der Jimmy Gardner hatte noch eine weitere Idee, das vier Vereine ist ja schon mal ganz gut, aber sie, die Wanderers waren ja so der Verein der englischsprachigen Bewohner von Montreal ja so eine Minderheit, wäre doch toll, wenn man noch so ein Team für die frankofone Bevölkerung, die Franco-Canadier hätte, da hätte man auch eine schöne Rivalität mit den Wanderers und der schlug auch gleich einen Namen vor, und zwar Le Canadien. Ja, der sprach Französisch. Der war bilingual, ja, der sprach beides. Wie viele Menschen da in der Ecke, in der Provinz Quebec. Und der sah eben das Potenzial auch. Die haben keinen Verein, für den sie sich engagieren können in Montreal und da versteckt ja auch Geld drin, wenn man so ein Derby hat. Ja, da kriegst du auf jeden Fall eine Fanbase auf jeden Fall schneller zu sein. Da sah man Potenzial, genau. Und dann überlegte man, na okay, die anderen, die eine, die CHA, die will uns nicht, beide nicht. Was machen wir? Wir gründen eine eigene Liga. Und Die Liga sollte dann National Hockey Association heißen, NHA. Die wurde am 2. Dezember 1909 dann einvernehmlich gegründet. Wer dazu mehr wissen will, in der ersten Folge über die NHL-Gründung, da haben wir auch dazu ein bisschen mehr gesagt. Deswegen beschränken wir uns darauf, dass zwei Tage später, am 4. Dezember 1909, dann die Le Canadien gegründet wurden oder kreiert wurden. Und die wurden zuerst finanziert von der Familie O'Brien. Die hatten ja schon drei, also ist ein viertes Team auch noch zu finanzieren. Aber von vornherein mit der Absicht, dieses neu gegründete, für die Franco-Canadier gegründete Team dann auch an einen Eigentümer zu übergeben, der auch aus diesem Umfeld der frankophonen Sportsleute und Businessleute in Montreal kam. Und das zwar idealerweise so schnell wie möglich, aber erstmal finanzierten die das eben auch. Ich muss vielleicht Folgendes zu der Zeit sagen, 1909, 1910 wurden die Teams mit frankokanadischen Spielern eher als nicht gut genug angesehen, um mit den eher anglofonen Teams zu spielen. Da gab es halt ein Leistungsdefizit, einen Leistungsunterschied und eine Montrealer Zeitung, die Gazette, warnte dann die potenziellen Fans dieses neu gegründeten Vereins auch, sie sollten doch nicht zu aufgeregt werden, denn es gäbe gar nicht so viele franco-kanadische Eishockey-Spieler, die eine entsprechende Klasse hätten. Also es fing sehr reserviert an, das Ganze. Und dieser John O'Brien hatte auch nicht die richtigen Kontakte in Montreal, in diese franco-kanadische Eishockey-Spieler. Gemeinde, sage ich mal, hinein. Aber der Jim Gardner, der wusste, wen er ansprechen sollte. Und zwar sollte er sich an Jack LaViolette wenden. Eigentlich Jean-Baptiste LaViolette. Der war ungefähr 30 Jahre alt zu der Zeit und der hatte die entsprechenden Kontakte. Sowohl im Sport als auch unter den franco-kanadischen Geschäftsleuten, aber auch Spielern. Und dieser Jack LaViolette, das war ja so ein bisschen sein Spitzname, der war einer der ersten frankophonen Eishockey-Stars. War ein Verteidiger, der aber auch Offensivqualitäten hatte. Aber er ist in der Eishockey-Geschichte nicht für seine Spielkünste in Erinnerung geblieben, sondern als Gründer, als Organisator und er war dann später auch der erste, tatsächlich der allererste Spieler unter Vertrag bei den Canadiens. Er war ja erster Coach und der erste General Manager in der ersten Saison 1910. Ja, alles in einem dann. Das war praktisch. Also für den O'Brien war das der richtige Mann für ihn, denn er hat ja noch drei weitere Teams, um die er sich da kümmern musste. Und kann ich mal so ein bisschen vielleicht zu dem LaViolette selber noch sagen, der war so bekannt, dass er extrem gut skaten konnte und sehr, sehr schnell. Und auch dadurch wurde dann die Kanadien The Flying Frenchman genannt, die fliegenden Franzosen. Einer der Zeitgenossen, ein Spieler, Coach und ein Funktionär, Lester Patrick, wir kennen ihn, der aus der ersten Folge schon mit seinem Bruder die Pacific Coast Hockey League gründen sollte, der kannte den Jack LaVillette auch und der meinte. Ja, der ist extrem stark, der kann toll fahren, der kann sogar rückwärts schneller skaten als manch ein anderer geradeaus und nach vorne. Also der hat richtig drauf gehabt. Aber er war eben kein Superstar wie andere Spieler, die wir gleich noch hören werden. Aber er war erstmal Verteidiger auf dem Eis. Rückhalt der Verteidigung der Kanadien. Der sollte auch neun Saisons dann für die Kanadien spielen und war eben auch zu verschiedenen Zeitpunkten Captain der Mannschaft, Coach und General Manager. So und jetzt sollte ja im Dezember 1909 die erste Saison vorbereitet werden, 1910 der NHA und er sollte also eine Mannschaft zusammenstellen, idealerweise aus sehr vielen Franco-Canadien, zumindest so viel wie es nur gab oder die man unter Vertrag nehmen konnte. Der Jacques Laviolette, der hatte einen sehr guten Freund, Didier Pietre, genannt Cannonball, Kanonenkugel oder auch Bullet Shot genannt. Also der hatte einen unglaublichen Wumms, wenn der mit dem Schläger zuschlug und der wurde dann gleich für 1700 Dollar unter Vertrag genommen. Er wollte später Hall of Hema werden. Der war 26 Jahre 1909. Er war aber ein sehr erfolgreicher und treffsicherer Schütze. Reguläre Saison und Playoffs für die Kanadier. 143 Spiele. Er hat dann 73 Goals, 41 Assists, also fast so viele Punkte wie Spiele gemacht. Er sollte die ersten vier Jahre bei den Kanadier bleiben, ist dann zwischendrin mal in den Westen gegangen, zu den Patrick-Brüdern, zu den Vancouver Millionaires, dann kam er wieder zurück und blieb letztlich bis 1923 Spieler der Montreal Canadiens. Also ein sehr wichtiger Mann vorne drin. Konnte auch diese Rover-Position, es gab ja auch noch das Eisholke mit sieben Spielern. Die NHA hat das auf sechs, auf die heutigen sechs dann zurückgefahren, aber es gab noch lange Jahre bis in die 20er Jahre hinein. Andere Ligen wie die Pacific Coast League, da spielt man mit sieben Spielern. Aber ja, das konnte er, wenn denn nötig, auch spielen. Also einen Spieler, der so wie so eine Art Libero überall und nirgends war. Und es gibt dann so eine nette Anekdote. Angeblich hätte er einmal so hart geschossen, dass er einen Goalie eines anderen Teams für drei Stunden ins Koma geschickt hätte. Und dem hätte man dann eben die Wunde auf dem, hätte ihm die Kopfwunde wieder nähen müssen. Aber ja, das sind dann so Mythen und Legenden. vielleicht. Als zweiten Spieler hat man dann Édouard Cyril Lalonde unter Vertrag genommen, ein 22-jähriger Stürmer. Er hieß Newsy, also eigentlich Englisch. Warum? Weil er eben. Im Zeitungsmilieu als Jugendlicher gearbeitet hatte. Der war Reporter, der war Drucker. Also bei verschiedenen Zeitungen in Ontario, bei kleineren Zeitungen war er aktiv. Und da nannte man ihn dann sehr schnell Newsy von Newspaper wahrscheinlich. Hatte also mit Hockey nichts zu tun, dieser Spitzname. Und dieser Mann, den ich über den Hockeysport und den Lacrosse-Sport als der größte Spieler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts betrachtet. Okay. Also überragender Eishockeyspieler und Lacrosse-Spieler. Und er spielte also ab der ersten Saison für die Canadien, war dann ein Jahr auch in Vancouver, kam dann wieder zurückspielt bis 1922 für die Canadien, war dann auch Spieler, Coach in den folgenden Jahren und auch Captain. Das ist eine ganz wichtige Persönlichkeit im Eishockey und für die Canadien insbesondere. Siebenmal war er bester Torschütze der NHA und dann aber auch in der Pacific Coast Hockey Association, wo er auch noch spielte. Er hat auch später in der NHL gespielt und in der Western Hockey League. Also in diesen vier Ligen war er siebenmal Scoring Champion und das war lange der Rekord im professionellen Eishockey in Kanada. Dann kam Gordi Howe, da gab es ja nur noch die sechs Team NHL in den 50er Jahren. Der hat es dann sechsmal geschafft gegen sehr viel stärkere Konkurrenz. Das könnte man schon sagen, damit ist der Rekord eingestellt gewesen, aber es hat dann rein numerisch bis zu Wayne Gretzky gedauert. Der hat dann zehn Titel gewonnen in seinen 20 Saisons und damit war dann der Rekord von New Zealand endgültig abgelöst. 1994 hat Gretzky seinen zehnten Scoring-Titel gewonnen. Er hat noch einen anderen Rekord gehabt von 1910 bis 1954. Er hielt den Rekord für die meisten Hore, die während der regulären Saison von einer der Major Leagues im Eishockey erzielt wurden. 468 Treffer, ein Rekord, der bis in den 50er Jahren, bis 1954 hielt. Der Maurice Rocket Richard, von wem? Von den Canadiens, dann brach. Also ein überragender Mann mit einer sehr, sehr großen Legacy. Und man kann das auch in den Zahlen wirklich ablesen. Der hat also in 310 Spielen 466 Punkte gemacht. Das ist schon der Hammer. 379 Treffer und 87 Assists, also ein krasser Stürmer. Und das Ganze kam wohl, das habe ich so nachgelesen, durch einen unglaublich akkuraten Snapshot.
Stefan
00:26:54
Ich wusste nicht, was ein Snapshot ist.
Tim
00:26:55
Ich kannte einen Schlagschuss.
Stefan
00:26:57
Klar.
Tim
00:26:57
Ich kannte auch was im Handgelenk, Wristshot. Und dieser Snapshot ist wohl eine Mischung aus beidem, aus dem Handgelenkschuss und dem Schlagschuss. Der Vorteil ist, dass er ganz schnell innerhalb von Zehntelsekunden ausgelöst wird, mit einer minimalen Ausholbewegung und den Gegner, also den Goalie, oft überrascht. Ein Trickshot. Sozusagen, er muss es wirklich können. Also ich habe das mal nachgegoogelt dann tatsächlich. Da steht dann folgendes, fand ich echt interessant. Der Spieler führt eine kurze ruckartige Schlagbewegung aus, dem Handgelenk aus und trifft das Eis kurz vor dem Puck.
Stefan
00:27:27
Durch das Auftreffen auf dem Eis biegt sich der Schläger,
Tim
00:27:30
Flext und beim Kontakt danach mit dem Puck schnellt der Schläger in seine Ausgangsform zurück und katapultiert den Puck mit hoher Geschwindigkeit nach vorne. Okay. Und das ist dann also ideal für einen schnellen Angriff aus dem Lauf heraus und ganz schwer zu verteidigen. Und dann meinte dieser Lester Patrick, der eben auch die PCHA da im Westen mitgegründet hat und auch selber Eishock gespielte, dass also Lalonde zu der Zeit den allerbesten Schuss, den präzisesten und besaß aber genauso hart wie Pietre, der berühmt war für die Härte, aber eben sehr, sehr viel tödlicher, zielgenauer, treffsicherer. Bis 1918 war es den Torhütern verboten, sich auf die Knie runterzulassen, also vor dem Knien den Winkel zu verkürzen und ihren Schläger und die Pads sinnvoller beim Winkelverkürzen einzusetzen. Also oft waren die durch diesen Snapshot wie eingefroren, weil sie gar nicht wussten, nehme ich jetzt den Schläger, nehme ich meine Handschuhe und nehme ich die Schienbeinschoner und bis die das alles durchdacht hat, war der Puck schon im Netz. Wenn man sich natürlich bewusst runterlassen kann auf die Pads und dann blocken kann, ist das wohl leichter. Also ein Anführungszeichen, ein wenig leichter. Es wird dann schwieriger für die Stürmer. Also er war nicht besonders schnell, aber hat unheimlich schnell gedacht und das hat ihm große Vorteile gebracht. Er galt auch als sehr aggressiver, fieser Spieler auf dem Eis, wurde von den gegnerischen Spielern gehasst, manchmal sogar von seinen eigenen Mitspielern. Also er war durchaus nicht abgeneigt, Gewalt anzuwenden. Und es gibt eine Geschichte, dass er später als Coach einen seiner Spieler wirklich geschlagen hat, weil der es gewagt hat, ihm zu widersprechen. Also durchaus autoritär. Aber na gut, es war eine andere Zeit mit heute nicht zu vergleichen. Eine leichte Impulskontrollstörung vielleicht.
Stefan
00:29:07
Aber wie gesagt, ich kannte ihn gar nicht,
Tim
00:29:09
Aber er ist wirklich ein wahnsinnig bedeutender Spieler, denn es gab 1998 von den Hockey News die 100 größten Hockeyspieler, da wurde eine Liste erstellt und er war auf Platz 32, also ein Spieler, der nur bis die 1920er Jahre gespielt hat. Und ein letztes vielleicht noch, es gibt ja diesen besten, so einen Punktschnitt pro Spiel über eine Karriere gesehen. Wie viele Punkte hast du gemacht pro Spiel? Nach Mario Lemieux und Wayne Gretzky ist an dritter Stelle New Zealand mit 1,667 Punkten pro Spiel. Wow, das ist viel. Wir hatten noch einen dritten interessanten Spieler, der dann in der ersten Saison dabei war, Georges Vincent Poulin, genannt Skinner. Der war auch recht jung, 22. Und das war so ein Center. War sehr klein, 1,68 und eher schmal. Aber er hat das dann wettgemacht durch einen umso aggressiveren und engagierten Spielstil. Also sehr aggressiv und hat sich nicht unterkriegen lassen und sehr viel gecheckt und dem Team Respekt bei den Gegnern eingebracht. Und der galt als ein Batman, also als ein gefährlicher. Ja, die brauchst du auch im Team. Absolut. Vielleicht kein Enforcer, aber geht so in die Richtung, der hat 64 Karrierepunkte gemacht, aber 362 Strafminuten. Das zeigt, wo seine Schwerpunkte lagen. Ja und dann startete von Januar bis März 1910 die erste Saison der NHA mit fünf Vereinen. Die NHA hat entschieden, man wollte das Ganze geschäftsmäßiger machen. Diese Liga sollte also auch ein geschäftlicher Erfolg werden und sollte langlebig bestehen, sollte nicht wie viele andere Ligen nach kurzer Zeit wieder geschlossen werden müssen. Und man entschied dann auch, einen einheitlichen Spielervertrag aufzusetzen, was ja auch dafür spricht, dass man also sehr, sehr strukturiert angegangen ist. Man hat sich da bei dem Montreal Baseball Club bedient, das Vorlage und das so ein bisschen umgeschrieben auf die eigenen Verhältnisse. Und man entschloss sich sogar, Profi-Schiedsrichter einzusetzen. Das war also Novum in der Eishockey-Welt der damaligen Zeit dieser ersten Dekade des 20. Jahrhunderts. Am 5. Januar 1910 war es dann endlich soweit. Man spielte den Jubilee Ring. Man traf auf die Kobalt Silver Kings und gewann mit 7 zu 6 in Overtime. Jack LaViolette war der Coach. Obwohl das Ganze war so ein bisschen wie unter seiner dunklen Wolke, weil Didier Pietre, wir hatten ja Cannonball von ihm gehört, der hat leider dummerweise bei den Kanadier und aber auch bei den Montreal Nationals der CHA einen Vertrag unterschrieben. Naja, und dann haben diese Nationals gesagt, ihr kannst nicht bei den Canadiens spielen, ansonsten gibt es hier 2000 Dollar Strafe und vielleicht musst du sogar für 60 Tage ins Gefängnis. Wir gehen jedenfalls vor das Gericht und klagen gegen euch. Der darf nicht für die Canadiens spielen. Das Ganze hat in der Presse seinen Niederschlag gefunden. Und es gab eine riesige Zuschauermasse von 5000 Zuschauern bei dem ersten Spiel der Canadiens. Eigentlich passten da nur etwas über 3000 rein. Die wollten nämlich jetzt sehen, ob der spielt, ob der das wagt. Und er spielte, weil das Management der Canadiens hatte gesagt, sag du, wenn es irgendeine Strafe gibt, wir bezahlen das. Oh, das ist ja fair. Am Ende wurde aber auch entschieden, dass der Vertrag nicht bindend war mit diesen Nationals. Und dann hat diese CHA auch nach sehr kurzer Zeit, Anfang 1910, die Türen geschlossen. Die Liga wurde... Ja, was sagt man?
Stefan
00:32:11
Liquidiert.
Tim
00:32:12
Die Liga wurde liquidiert und es gab dann eben auch gar keinen anderen Vertrag mehr. Also er wurde da auch eine sehr lange Karriere bei den Kindern, die er haben bis 1923. Also das Problem nur, dieser erste Sieg wurde aus den Geschichtsbüchern sehr bald wieder gestrichen, denn mit dem Kollaps dieser CHA waren auch ein paar andere Vereine jetzt auf der Suche nach einer Liga. Und die NHA entschloss sich dazu, zwei der Vereine, die Ottawa Senators oder Ottawa Hockey Club hießen die erst und die Montreal Chamrocks als Teams Nummer 6 und Nummer 7 in die NHA aufzunehmen. Also hat man entschieden, alles, was vorher gespielt wurde, wird gestrichen. Wir fangen bei 0 nochmal ganz neu an und spielen jetzt zu 7. Ja, ist ja sinnvoll. Und dann gab es also ein neues offizielles erstes Spiel am 19. Januar 1910 und das verlor man dann mit 9 zu 4 gegen die Renfrew Creamery Kings. Man verlor dann noch drei weitere Spiele, bis dann am 7. Februar 1910 der allererste offizielle Sieg der Kanadien erreicht wurde. Man gewann gegen den Haley Berry Hockey Club mit 9 zu 7. Aber leider war das nur einer von zwei Siegen. Die restlichen zehn Spiele wurden verloren. Man wurde letzter in dieser sieben Teamliga. Es gab noch eine ganz wilde Geschichte. Renfrew hatte einen Spieler, Cyclone Taylor, und der sagte, wisst ihr was, ich kann sogar gegen Ottawa im nächsten Spiel ein Tor schießen, obwohl ich rückwärts fahre. Es gab ein riesiges Interesse. 7000 Zuschauer drängten sich in das Stadion in Renfrew, um das anzusehen. Aber das schafft. Es wurden dann auf den gewettet, gegen ihn gewettet. Die Ottawa-Mannschaft war natürlich dann sehr, sehr motiviert und hat es auch geschafft, ihn davon abzuhalten. Es gab dann später in der Saison ein Rückspiel und da gelang ihm das dann. Aber es wird dann geschrieben, dass beide Teams keine Chance mehr hatten, den Titel zu gewinnen und nicht mehr so richtig mit letzter Aggressivität gespielt haben. Also er hat dann wohl im Rückwärtsfahren ein Tor geschossen, aber das war wohl mehr so ein Gag. Ein guter PR-Gag, wie das Hinspiel. Total. Ja, was war sonst so? Man stellt dann fest, dass die Saison 1910 so eine Art Übergangsphase im kanadischen Hockey war. Die NHA war zwar gegründet, dann gab es auch noch Diskussionen, wer ist denn eigentlich Meister? Die Montreal Wanderers gewannen diesen Liga-Titel und haben dann auch Spiele um den Stanley Cup gewonnen gegen ein anderes Team, Berlin-Dutchman. Aber die Ottawa Senators in anderen Quellen werden die ebenso als Mit-Champion geführt. Denn die waren Titelverteidiger und die haben auch Challenges, also Herausforderungsspiele gegen andere um den Stanley Cup geführt. Aber kurz und gut, in den offiziellen Statistiken werden die Montreal Wanderers als Champion der NHA und als Stanley Cup Champion, was ja nicht identisch war, geführt. Ja, und dann sind wir schon fast am Ende der O'Brien-Ära bei den Kanadien, denn nach nur einer Saison, er hat ja eh gesagt, ich will das Team abgeben an Geschäftsleute vor Ort, die also mit der franco-kanadischen Gesellschaft mehr verbunden sind, aber das wurde jetzt alles ein bisschen unangenehmer, denn es gibt einen gewissen George Washington Kendall. Ja, dem gehörte mit einem Franco-Canadier zusammen, Joseph-Pierre Gardebois. Ein Club Athletique Canadien, CAC. Und die sagten, Moment mal, wir haben den Club Athletique Canadien, ihr seid les Canadiens, ihr habt uns da den Namen gestohlen sozusagen. Das kann so nicht sein. Wir haben das Recht an dem Namen Canadien. Das musste also dann gerichtlich überprüft werden und das war für den O'Brien, der eh aufhören wollte, ein bisschen unangenehm, aber im Ergebnis gewünscht. Dieser George Washington Kendall nannte sich Kennedy. Warum? Weil er nämlich ein Profi-Wrestler war, ein Ringer. Das war seine Familie nicht recht. Also nahm er diesen Tarnnamen Kennedy an. Und er hat dann später auch Wrestling-Kämpfe promotet. War so eine Art so ein Businessman, wird man heute sagen. Und er konnte Französisch, er konnte Englisch, war mit dem Franco-Canadier befreundet. Und dieser Club Athletique Canadien, die wollten dann irgendwann auch ins Eishockey-Business. Da war noch mehr Geld drin. Wollten erst die Wanderers kaufen, das hat nicht geklappt. Dann bekamen sie Mitacht, die NHA gründet sich und da gibt es ja so ein Team, die heißen so wie unser Club, unser Sport- und Athletik-Club. Und dann haben sie sich an die NHA gewandt und den Frank Calder, den Präsidenten, kontaktiert und gesagt, also wenn ihr euch vor Gericht gezerrt sehen wollt, lasst uns in die NHA rein, gebt uns den Verein, denn der Name gehört uns ja eh schon. Am Ende hat dann dieser Kennedy 7500 Dollar an den O'Brien gezahlt, um diese Franchise zu übernehmen. Aber er musste wiederum dem O'Brien die Rechte an New C. Lalonde abkaufen. Also es ist angeblich einer der ersten Sale oder Verkauf eines Spielers. Das wurde dann im März 1911 auch bekannt gegeben. Also der hatte die persönlichen Rechte an diesem Spieler. Ja, also es gab einen Tausch von Geld. Beide waren am Ende aber zufrieden. Das war uns zur zweiten Saison dann unter einer neuen Ownership, einer neuen Führung durch die Herren Kennedy und Gatbois bei den Kanadier finden und interessant für die Liga, für die NHA ist, dass man eine Salary Cap eingeführt hat, also maximal 5000 pro Team und das fanden die Spieler gar nicht so gut und drohte eine Massenflucht der Spieler aus der NHA, aber die hatten ein Problem, wo sollten die denn dann spielen? Es gab also zwei große Eishockeyhallen in Montreal und die gehörten den Besitzern der NHA. Und die weigerten sich natürlich, dass diese Spieler dann gegen sie unter neuen Vereinen spielen. Also sie konnten nirgendwo hin und mussten einen kleinen Ball geben. Und die mussten ganz schön dann auch bluten. Teilweise wurden deren Gehälter halbiert, bei einigen von 1200 Dollar auf 600. Also das war nicht so angenehm. Also es war ja auch so, dass es in den USA dann noch gar kein Eishockey gab, ne? Ja, gar nicht. Vielleicht amateurmäßig, aber profimäßig zu der Zeit gar nicht, ganz genau. Und wenn man da mal so Exhibition, so Freundschaftsspiele gemacht hat, dann lief das unter internationale Begegnung, dass die Kanadier in die Diaspora USA dann kamen, um das Eishockeyspiel zu zelebrieren. Und in dieser Saison 1910-11 gibt es einige interessante Regeländerungen, die wir ja immer noch kennen. Es wurde festgelegt, das Spiel wurde nicht mehr in zwei Hälften A30 Minuten gespielt, sondern in drei Perioden A20. Kennen wir. Mit zehn Minuten Pause dazwischen. Fand ich sehr, sehr spannend, das 1910-11 schon. Naja und die Canadiens wechselten dann von dem Jubilee Ring mit etwas über 3000 zur Montreal Arena, da passten 4300 rein, also Interesse stieg also auch. Da spielten dann beide, die Montreal Canadiens und die Montreal Wanderers und damit konnten auch keine etwaig von anderen Ligen neu zu gründende Vereine in Montreal spielen.
Stefan
00:38:30
Denn der Jubilee Ring gehörte auch den Wanderers.
Tim
00:38:32
Also da war Schicht, da konnte kein anderer Verein dazwischen. Das Interessante, diese Montreal Arena war, das war eine der ersten speziell fürs Eishockey designte und gebaute Halle. Es gab zwar in New York und auch in Ottawa andere, aber diese Montreal Arena hat was ganz Besonderes. Und zwar war die nicht mehr quadratisch, sondern die war an den Enden gerundet. Das heißt, man den Puck von einem Ende zum anderen schoss, dann lief der entlang dieser gerundeten Enden um das Tor zurück. Also man konnte so einen Rimshot machen, ganz genau. Das war aber was ganz Neues, das war die allererste Halle mit dem allerersten Eishockey-Ring, wo das eben tatsächlich dann auch so war und das sollte sich dann auf die später zu bauenden Arenen dann ausweiten. Beispielsweise die Besitzer der Montreal Arena haben dann später in Toronto den Arena Garden gebaut und daraus sollten sich dann später die Maple Leafs entwickeln, aber das noch lange hin. Und dann wurde es für die Canadien und auch für die Entwicklung des Eishockey ganz spannend. Es gab nämlich auch so Exhibition, so Freundschaftsspiele in der Provinz und man ging dann nach Chiquitimi in der Provinz Quebec, ungefähr 200 Kilometer entfernt von Quebec City, also wirklich plattes Land. Und da gab es so einen informellen Hockey-Club, die nannten sich nach der Provinz, wo sie das spielten, ganz schwer auszusprechen, Saguenay, die People from the Saguenay, also der Region, wo Chiquitimi dann liegt. Und die spielten in der ganzen Provinz und eben an einem bestimmten Tag dann auch gegen die Canadien. Und obwohl dieses zusammengewürfelte Amateur-Team viel, viel schlechter von den Fähigkeiten her war als die Canadien, gelang den Canadien kein Tor und sie verloren das Spiel. Und der damalige Goalie der Canadien, Josef Katarinic, dem werden wir später nochmal begegnen, der war so beeindruckt von dem gegnerischen Torwart, dass er sagte, den sollten wir unter Vertrag nehmen und ich höre dann auch auf. Und das war dann auch sein letztes Spiel für die Canadien im Tor.
Stefan
00:40:19
Er würde dann später Teilhaber werden des Vereins,
Tim
00:40:22
Aber auch das dauert noch. Und wer war dieser tolle Goalie, der den Kanadien die Tore verwehrt hat? Das war Georges-Joseph Gonzague Vesina, nachdem die spätere Vesina-Trophy dann noch benannt wurde. Der war 1910 23 Jahre alt und der wurde dann eingeladen, er sollte doch mal vorspielen in Montreal und nach einigem Zögern tat er das dann auch und beeindruckte den Verein so sehr, dass er sofort unter Vertrag genommen wurde und jetzt kommt es. Er spielte von 1910 dann bis 1925, bis er 1938 war. Und in diesen 15 Jahren war er der einzige Torwart, der für die Canadiens zum Einsatz kam. Niemand sonst. Kein Spiel verletzt. Er ist ein Hall of Famer, Trophy nach ihm benannt. Und er wurde dann später auch zwei Standy Cups gewinnen mit den Canadiens. Und zeitweise 367 Spiele hintereinander absolvieren ohne Pause, Regular Season und Playoffs. Er wurde, das fand ich auch irgendwie ganz schräg, Chikutimi Cucumber genannt. Chikotimi, klar der Ort, wo er geboren wurde und gespielt hat, Cucumber Gurke. Das soll wohl ausdrücken, dass er besonders ruhig und also immer ruhig blieb, egal wie hektisch das Ganze wurde. Und ihm gelang dann in sieben Saisons, hat er die wenigsten Gegentore kassiert. Also es war ein richtiger Rückhalt. Und besonders mit seinem Schläger konnte er extrem gut Schüsse blocken. Das hat die Canadien also auch unheimlich beeindruckt. Er hat dann auch gleich alle 16 Spiele der Saison 1910-11 für die Canadien absolviert. Er hat sich auch sehr gut bewährt, weil er in der ersten Saison hat er auch die Liga dann gleich angeführt und nur 3,9 Tore pro Spiel zugelassen. Das war nun mal der beste Goalie der Liga sofort. Naja, New Zealand hat mit 19 Treffern den Verein auch gut nach vorne geschossen. Aber man wurde auch Zweiter, nur, naja, Zweiter achtmal gewonnen, achtmal verloren. Champion wurde Ottawa. Und die haben dann auch den Stanley Cup gewonnen und dann auch gegen Provinzteams aus Ontario verteidigt. 1911, 1912, im Jahr darauf gab es einen schweren Einschnitt, die O'Briens entschieden, dass sie sich aus dem Hockeygeschäft zurückziehen würden. Und das heißt, die Liga schrumpfte, die Vereine der Familie O'Brien, die Renfrew, Creamery Kings, Cobalt-Silver-Kings und Haley-Burry-Hockey-Club verschwanden, spielten nicht mehr mit. Und es gab noch einen weiteren Verein, der aufhörte, die Montreal Chamrocks, die auch des CHA gekommen waren, die haben auch gesagt, wir hören auf, wir sind raus. Und dann spielte man nur noch mit den Montreal Wanderers, den Montreal Canadiens, dem Ottawa Hockey Club und einem neuen Verein, den Quebec Hockey Club. 18 Spiele, kleine Runde. Aber immerhin, ging weiter, man hat nicht aufgehört zu spielen. Aber die O'Briens haben dann gesagt, und man hat dann auch überlegt, naja, was könnte man noch machen, wir könnten nach Toronto gehen, da wird ja auch der Arena Garden gebaut, das würde unsere Liga beobachten.
Stefan
00:42:51
Eine weitere Großstadt auch bringen.
Tim
00:42:52
Und da sollten auch zwei Teams dann spielen, aber der Arena Garden wurde nicht rechtzeitig fertig für die Saison 1911-12. Sie spielten also erstmal nicht mit. Aber man hatte sie im Blick. Und die O'Briens, die waren zwar dann raus, aber man hat dann einen Cup, einen Pokal, einen Pokal gestiftet, und zwar den O'Brien Cup. Den hat der Vater von dem John O'Brien, der Michael O'Brien, der Senator gestiftet. Und der sollte dem Champion der NHA dann überreicht werden nach der Liga-Runde. Der war komplett aus Silber von einer der Minen der O'Briens hergestellt. Wert damals ungefähr 600 kanadische Dollar. Heute wären das etwa 15.000 Dollar. Die Canadiens wurden insofern schlechter, als sie jetzt bei 18 Spielen zwar weiter 8 Spiele gewannen, aber eben dann 10 verloren und dann wurde letzter, vierter von vier. Champion der Liga wurden die Quebec Bulldogs und die gewannen dann auch den Stanley Cup gegen Vereine aus anderen Ligen. Man entschied endgültig, dass man jetzt nur mit sechs Spielern spielen wollte und diese Rover-Position, die siebten Spieler auf dem Eis, dann würde man streichen. Das würde in der NH auf keinen Fall mehr passieren. Kam einigen Teams nicht so ganz recht, also Ottawa zum Beispiel, die liebten es unter den sieben Spielern oder sechs Feldspielern den Puck hin und her tanzen zu lassen, laufen zu lassen, die waren also erstmal dagegen, aber die wurden überstimmt, man spielte nur noch mit sechs. Und es gab zum ersten Mal eine Unterscheidung in Major Fouls und Minor Fouls. Major Fouls, also zur Illustration, also mit dem Schock werfen, um den Tor zu verhindern, also gegen den Puck werfen, Crosschecking, gegen einen Charging. Ein Beinchen stellen oder mit dem Schläger einen festhalten oder auch Foul Language, also Schimpfworte, Trash Talk. Es war also alles verboten und wenn man das aber machte, dann würde man für ein Spiel gesperrt und musste 5 Dollar bezahlen. Man konnte aber dann einen Ersatzspieler aufs Eis lassen. Ja und die Minor Fouls, das war also treten, etwas werfen, festhalten oder den Puck mit der Hand berühren oder den Schläger über die Schulter anheben und für all diese kleinen Minor Fouls gab es dann so eine Art Verwarnung und nach drei Verwarnungen war man raus. Und es gab noch eine Strafe von 25 Dollar. Und wenn das zu oft passierte, dann überlegte sich die Liga irgendwas anderes, was man mit dem machen musste. Ah ja, es war insofern auch noch spannend. Zum ersten Mal in dieser Saison, 2011-12, wurden Nummern vergeben. Also jeder Spieler bekam eine Nummer zugewiesen. Am Anfang waren das mit Armbändern. Und dann wurden sie aber auf die Brust genäht. Und damit die Fans auch wussten, welche Nummer zu welchem Spieler gehörte, gab es dann so einen Aushang an der Seite des Spielfeldes. Und zu Beginn des Spiels, der Heimverein durfte sich auswählen. Von welcher Seite man anfing und wenn man unentschieden nach Ablauf der 60 Minuten spielte, dann gab es eine Overtime und es gab auch unbegrenzte Auswechslungen. Aber der Spieler, der ausgewechselt wurde, konnte dann nicht wieder auf das Eis zurück. Naja, und zwar eine ganz besondere, eine Canadien-Rule oder Regel. Die anderen drei Vereine entschieden, kann Franco-Canadier oder Kanadisch, die durften nur die Canadien unter Vertrag nehmen. Die anderen Teams verzichteten, um also dieses Image noch zu verstärken. Da gab es anscheinend ja nicht so viele Franzosen, die das... Ja genau, da wollte man sagen, wenn wir schon welche haben, dann sollen die bitte auch bei den Kanadians spielen. 1912, 1913 wurden es dann wieder sechs Teams und man spielte 20 Spiele, weil es kamen zwei Vereine dazu. Der Toronto Hockey Club und die Toronto Tecumsees. Die letzteren hießen dann später Ontarios oder Chemrocks. Also sie hatten verschiedene Namen. Der Toronto Hockey Club hieß auch schon mal Blue Shirts. Also jedenfalls zwei Vereine, beide spielten in dem Arena Garden, dem neu errichteten in Toronto. Ja, um so ein bisschen zu illustrieren, was das so für Zeiten waren und wie auch da so miteinander umgegangen wurde, es war ja weit noch, gerade vor dem Ersten Weltkrieg, vor der Saison, es war Eröffnung dieses Arena Gardens, ein Freundschaftsspiel zwischen den Montreal Canadiens und den Montreal Wanderers und da brach eben eine richtige Schlägerei aus und einer der Spieler von den Wanderers, Sprake Clickhorn, der wurde danach angeklagt wegen Körperverletzung. Denn UC Lallone von den Kanadien hatte also den Bruder von Sprake Claycorn, Odie Claycorn, Also ein Beinchen gestellt und dann skatete der Bruder, der Sprake Claycorn, auf den New Seal Alone zu und verpasste dem New Seal Alone einen und das musste dann mit zwölf Stichen genäht werden. Und dann wurde er eben vor Gericht gestellt und er musste auch 50 Dollar Strafe zahlen und wurde von der Liga erstmal gesperrt. Also sehr tough und physisch das Ganze. Also dieser Sprake Claycorn war, das kann man vielleicht mal einflechten, sehr, hat ein sehr explosives Gemüt und Reputation, sehr, sehr gewalttätig zu sein. Dann galt es einer der tougheste und dreckigste Spieler seiner Zeit. Und er nutzte oft seinen Schläger als Waffe und hat dann fast immer, war er unter den Team-Leadern der Liga, was Goals angeht, aber auch was Strafminuten angeht. Und ein Schiedsrichter meinte mal, er wäre doch eine Schande für das Spiel. So dreckig, wie er spielen würde. Ja gut, also ein echter Enforcer wahrscheinlich. Absolut. Dann hat er auch in einer späteren Playoff-Serie gegen Ottawa einen anderen Verteidiger mit dem Schläger gegen den Kopf geschlagen. Das wurde dann wegen schwerer Körperverletzung angeklagt. Er wurde auch da wieder schuldig gefunden vor Gericht und musste erneut 50 Dollar Strafe zahlen. Und es wird die Geschichte erzählt, also Evelyn Bing, die Lady Bing, die dann später die Trophy gestiftet hat, die hätte diese überhaupt nur gestiftet, weil sie von diesem Sprake Claycorn, seinem Spielstil so verängstigt war, dass sie sagte, ich muss einen Pokal stiften, damit man wieder fairer miteinander umgeht. Die Spieler, die fairer miteinander umgehen, die bekommen meinen Pokal. So, warte mal. Da ist aber trotzdem die Hall of Fame später aufgenommen worden. Das vielleicht nur am Rande. Und was haben die Canadiens in der Saison 1912, 1913 so auf die Kette gebracht? Nun ja, sie begannen mit drei Siegen, waren zur Halbzeit mit sieben Siegen und drei Niederlagen ganz vorn in der Liga. Dann kam Quebec mit einer Elf-Sieg-Serie und Montreal wurde dann nur Dritter hinter Quebec und den Wanderers mit neun Siegen, aber elf verlorenen Spielen. Quebec wurde also Liga-Champion und gewann erneut den Stanley Cup. Da waren die Kanadier einfach noch nicht reif. 1913-14, der Folgesaison, waren die Kanadier dann wirklich erstmals Erster in der NHA. Zum allerersten Mal, aber die Toronto Blue Shirts waren leider genauso gut. Okay, punktgleich. Beide Teams hatten 26 Punkte, also beide hatten 13 Mal gewonnen, 7 Mal verloren und die Tordifferenz wurde noch nicht als Tiebreaker genutzt. Was sollte man tun? Es gab ein Playoff, den ersten echten Playoff. Beide sollten zwei Spiele spielen und der Sieger wäre der, welcher einfach mehr Tore, mehr Goals schießt. Im allerersten Spiel am 7. März 1913 gewannen die Kanadier mit 2-0 hinter Georges Vizina, ein Shutout in Montreal in der Arena. Das Rückspiel am 11. März 1913 dann in den Arena Gardens in Toronto, das war dann aber ein ganz klares 6-0 für den Toronto Hockey Club und damit waren sie NHA Champion. Wieder knapp vorbei. Ja, sozusagen, genau. Ja, und was soll man sagen, Toronto spielte dann gegen die Victoria Aristocrats, der Pacific Coast Hockey Association. Und das war der erste Stanley Cup, der also als World Series verkauft wurde zwischen der NHA und dieser PCHA. Also wie im Baseball. Ja, da hat man sich so ein bisschen gesehen, ganz genau. Und Toronto gewann ganz glatt mit 3 zu 0 Spielen gegen Victoria und war damit Stanley Cup-Sieger. Also Toronto war vor Montreal erstmals Stanley Cup-Sieger. Das muss man auch mal festhalten in der Rivalität der beiden Städte. Sind aber nicht die Maple Leafs. Es werden später mal die Maple Leafs werden. Ja, okay. So, es gab ein ganz wichtiges Spiel. Neben dem ersten Shutout gab es noch einen weiteren Ewigkeitsrekord, der für die Montreal Canadiens in der Saison gesetzt wurde. Am 10. Januar 1914 spielte man gegen die Wanderers und New Zealand Lalland, schoss sechs Tore in einem 8 zu 2 Sieg und diese sechs Tore in einem Spiel sind bis heute Rekord für die Canadiens. Er ist der einzige, der das 1920 dann nochmal geschafft hat. Kein anderer Spieler der Canadiens hat das bis heute geschafft. Ich meine, sechs Tore in einem Spiel ist auch schwierig. Das ist Hammer, ja, absolut. Um vielleicht mal so einen Eindruck zu kriegen, dass Profi-Eishockey zwar beliebt war, aber noch lange oder nicht immer so beliebter wie das Amateur-Eishockey. Vielleicht ein Vergleich, also diese Finalserie zwischen Toronto und Victoria, da waren dann in drei Spielen 14.260 Zuschauer. Und wenn man das mal vergleicht, zur selben Zeit gab es dann zwei Spiele der Ontario Hockey Association, einer Amateurliga. Und da kamen zu zwei Spielen alleine 14.000, Also ein sehr viel höherer Schnitt. Obwohl die nur um den Allen Cup, den Amateur Cup im Vergleich zum Stanley Cup für die Profis spielten. Also das Amateur-Eishockey, generell Hockey in Kanada unglaublich beliebt, aber die Amateure wurden genauso gerne gesehen wie die Profis zu der Zeit noch. 1914-15 wurde es dann ganz dick, ganz übel für die Canadiens, man war jetzt sechster und letzter der Liga-Runde mit nur sechs Siegen und 14 verlorenen Spielen, obwohl Lidia Pietre alles tat, um das zu verhindern, aber es gab ein großes Problem, Jussi Lalonde wollte mehr Geld, wollte anfangs nicht mitspielen, wenn er nicht mehr Geld kriegt, bekam eine Geldstrafe, spielte erst ab Januar, er spielte schlecht, dann wurde er vom Teamer noch intern gesperrt, spielte also nur siebenmal und das war also ein nicht wettzumachender Ausfall. Die Ottawa Senators, Ottawa Hockey Club gewann die NHA Championship gegen die Wanderers in einem Zweispiel Playoff und wurde aber dann von den Vancouver Millionaires der Pacific Coast League in den Stanley Cup Championships besiegt. Also der NHA Champion, man sieht es daran exemplarisch, war nicht in der Saison Stanley Cup Sieger. Und in der Saison spielten die Canadiens zum ersten Mal mit ihrem berühmten, jetzt noch berühmten Trikot mit dem Brustring. Das Interessante aber, damals war noch, man sieht ja immer ein C und heute ist da ein H drin verankert. Da war aber noch ein C und ein A für Athletik von diesem Ursprungsverein von den beiden Besitzern Kennedy und Gabor. Das H für Hockey kam dann erst später. Von Seiten der Liga wurden noch ein paar Änderungen vorgenommen. Man hat die Linien erstmalig gezogen, um die drei Zonen wegen Abseits zu erkennen. 1915, 1916 begann... Die erste Erfolgsstory der Kanadien. 2015-2016 hat dann der Kennedy seinen Club Athletique Canadien getrennt vom Eishockeyverein Le Club de Hockey Canadien und dann auch in diesem roten C das weiße H dann verankert für Hockey. Seitdem ist das Trikot, wurde natürlich immer ein bisschen verändert in Details, aber das Grundtrikot stand damit seit 1916. Ja, man war letzter geworden, man musste also irgendwas tun, also vielleicht ein paar neue Spieler holen, das tat man dann auch und zwar in der Defense. Howard Dennis McNamara, das war ein kanadischer Verteidiger, der war 24 Jahre alt und mit 1,83 Meter ungewöhnlich groß für die Zeit. Der wurde auch gleich Käpt'n der Kanadier. Und dann kam noch dazu Samuel George Proger, genannt Goldie, das war auch ein Verteidiger, der spielte aber nur ein Jahr bei den Kanadiern, aber er hat es genau richtig getimt, weil er wurde Meister und Stanley Cup Sieger mit dem Verein. Ja und Jacques LaViolette, der Manager, der wechselte von der Verteidigung nach vorne als Stürmer und Nussi Lalonde hatte eine großartige Saison. Er führte die Liga an mit 31 Treffern und Georges Vezina verbesserte sein Goals Against Average auf 3,2 Tore, bloß noch Gegentor pro Spiel, Zweitbester in der Liga hinter Clint Benedict von Ottawa. Und am Ende hatten sie eine richtige Siegesserie, sie waren ihre letzten sieben Spiele in der Saison und endeten dann mit 16 Siegen, sieben Niederlagen und einem Unentschieden und 104 zu 76 Toren, die erste Division, aus heutiger Sicht Division Championship. Oder Meisterschaft der National Hockey Association. Ganz deutlich, Ottawa hatte nur 13 gewonnen und dann kamen erst die Arbeiterinnenvereine Quebec Wanderers und Toronto Hockey Club. Eine ganz witzige Regel wurde von der Liga noch eingeführt und der Präsident der Liga vereinbarte, dass die Referees, die Schiedsrichter, während den Pausen in ihrem Raum eingeschlossen werden sollten, damit sie also weder von der Presse oder den Spielern irgendeiner Form beeinflusst werden konnten. Fand ich ein bisschen skurril. Einer der Spieler, Skinny Ronan von Herrn Kanadier, der wurde dann im Januar 16 festgenommen von der Polizei in Toronto und ihm wurde auch Körperverletzung vorgeworfen. Er wurde aber dann vor Gericht freigesprochen. Also es war relativ üblich, dass auch die Polizei eingriff und Spieler vor Gericht landeten wegen übertriebener Härte. Und Didier Pietre, der war in der Liga bester Assist und Point-Sammler. 24 Tore war auch sehr gut, aber 15 Assists. Und in der Zeit war der Assist schwierig zu bekommen, denn der offizielle Scorer, der musste entscheiden, ob das Assist wirklich wichtig war, um das Tor zu erzielen. Und seine 39 Punkte waren dann eben, es war nicht automatisch also der letzte Pass vor dem Turnassist, sondern der Scorer, der Schiedsrichter musste entscheiden, ob es das wirklich wert war. Deswegen sind die 39 Punkte ziemlich viel gewesen in der Zeit. Und mit diesem Titel hatten die Canadien die Chance, zum allerersten Mal um den Stanley Cup zu spielen. Und zwar trafen sie auf die Portland Rosebuds. Portland aus Oregon, USA. Rosebuds, Rosenknospen. Und dann habe ich mir so gedacht, wieso Rosebuds, Rosenknospen? Komischer Sportteam-Name. Aber wie ich lernte, Portland ist die Rose City. Da gibt es auch immer so ein Festival, ein Rosenfestival. Deswegen war das ein ganz passender Name, den die Zeitungen da entwickelt haben für das Portland Eishockey-Team. Da gibt es eine Geschichte von Geschichten aus der Geschichte über diesen Rosengarten in Portland. Ach, siehste, man lernt auch aus verschiedenen Podcasts immer wieder etwas. Und das war dann auch das allererste Team aus den Vereinigten Staaten, welches in einem Stand-A-Cup-Finale überhaupt spielte als Vertreter der Pacific Coast Hockey Association. Was ich witzig fand, das war die einzige Franchise in dieser im Westen Kanadas gelegenen Eishockey-Liga. Deswegen wurden die so informell auch Uncle Sam's genannt. Und das war das erste Mal, dass eben ein Best-of-Five um den Stand-A-Cup gekämpft wurde. Interessanterweise wurden alle fünf Spiele, denn es sollte zu fünf Spielen kommen, in der Montreal Arena gespielt, also gar kein Spiel in Portland. Und es wurde immer gewechselt nach den Regeln der NHA, interessanteste Regel, in dem Fall sechs Spieler und dann im Wechsel ein Spiel nach den Regeln der Pacific Coast League, sieben Spieler. Also es war auch für die beteiligten Spieler immer so ein bisschen anspruchsvoll, dann der Wechsel. Andere Spielsysteme. Und während der Finalserie hatte Georges Vesina eine Goals Against Average von 2,6 und Didi Pietrelette führte alle Spieler an mit vier Treffern. Also wir hören raus, die Kanadier würden gewinnen, aber es sollte nicht so einfach werden. Das erste Spiel am 20. März verlor man nämlich prompt mit 0 zu 2. Portland Rosebirds waren mit dem Zug von der Westküste in Montreal angekommen, waren aber in keinster Weise irgendwie müde oder erschöpft, gewannen also direkt zu 0. Und obwohl das Spiel nach den Regeln von Montreal stattfand, der NHL, also mit sechs Spielern nur, das zweite Spiel gewann dann die Kanadier mit 2 zu 1. New Zealand konnte nicht spielen, war schwer erkältet und Jacques LaViolette hatte einen Kieferbruch aus dem ersten Spiel erlitten. Ja, aber Montreal spielte sehr gut und gewann knapp mit 2-1, obwohl man mit sieben Spielern spielte. Im dritten Spiel gewannen dann die Kanadier wieder 6-3, also kurz vor dem Titel. Lalonde und LaViolette, beide spielten dann. Also auch der eine mit dem Kieferbruch, LaViolette. Und es gab natürlich dann wieder einen Fight zwischen Lalonde und einem der Spieler von Portland. Und die Polizei musste aufs Eis und die beiden trennen. Und Lalonde und LaViolette wurden des Spiels verwiesen. Aber Didier Pietre schoss drei Tore und man gewann dann locker mit 6-3 dann doch noch. Das vierte Spiel dann sah dann Portland wieder als Sieger mit 6-5. Die lichen die Serie also aus. Sie führten schon 3-0, dann gelang den Kanadiern 3-3-Ausgleich. Dann führten sie sogar mit 4-3. Dann wiederum ging Portland 6-4 in Führung und Lalonde machte dann nochmal ein Tor zum 6-5, aber es reichte nicht. Es würde ein entscheidendes Spiel geben, ein fünftes Spiel geben am 30. März 1916, Montreal Arena und die Kanadier sollten 2-1 gewinnen. Die Portland Rosebuds gegen 1-0 in Führung, Skinny Ronan, einer der mehr oder weniger Ersatzspieler, glich aus und George Proger, der nur eine Saison für die Kanadier spielen sollte, der schoss dann unter vier Minuten vor Schluss den 2-1-Sieg-Treffer. Und damit war man zum ersten Mal Stanley Cup Champion. Ja und was kommt danach? Man kriegt dann den Pokal überreicht und dann wird was eingraviert. Das sieht man ja immer seit Jahrzehnten. Ja und was wurde da eingraviert? Da stand dann, ich versuche mal ganz langsam zu sagen, Canadian NHA and World Champions defeated Portland 1915-16. Ein sehr schwerer Fehler, denn nicht Canadien, sondern Englisch Canadian und auch nicht Plural, sondern Singular. Also ziemlich falsch eingraviert, aber so war es. Ja, ich muss natürlich mittlerweile auch ein bisschen darauf hinweisen, wir befinden uns hier mitten im Ersten Weltkrieg. Kanada spielt weiter, man war ja auch noch nicht wirklich involviert. Bestimmte Teile der kanadischen Gesellschaft daran beteiligt. Jedenfalls wollte Ottawa 1916, 1917 die Liga auch dann suspendieren, wegen des Krieges. Man wollte nicht spielen, aber die anderen Besitzer sagten, nee, nee, nee, wir hören hier nicht auf, wir spielen weiter. Ist ja auch wichtig für die Moral der Bevölkerung, dass wir hier weiter spielen.
Stefan
00:59:11
Also wir werden den Spielbetrieb nicht einstellen.
Tim
00:59:14
Und zu der Zeit waren es dann sechs Teams, die 1916, 17 spielten. Wir kennen die Montreal Wanderers, die Canadien, und Ottawa Hockey Club, die Quebec Bulldogs, Toronto Hockey Club. Und es gibt noch einen sechsten Verein, denn die Ticumces, beziehungsweise Ontario, Chemrocks, die waren ausgeschieden. Und jetzt spielte ein Militärteam, die hießen Toronto 228. Battalion, 228th Battalion oder Northern Fusiliers genannt. Und die spielten in ihren Militäruniformen, Kaki-Uniformen und waren das populärste Team der Liga auf einmal. Und die schossen auch die meisten Tore und die waren also unheimlich beliebt. Aber im Februar 1917 kam dann der Befehl, ihr müsst nach Europa, ihr müsst in den Krieg ziehen und die mussten ihr Team dann zurückziehen. Dann waren schon wieder eine Mannschaft weniger im weiteren Ligaverlauf. Da waren es aber nur noch fünf Teams. Tja und dann, dann kam das Problem mit den Toronto Blue Shirts. Wenige Tage später, am 10. Februar 1917, spielten die noch einmal verloren 4 zu 1 in Toronto gegen Ottawa. Und am 11. Februar 1917 gab es ein Meeting, der Besitzer der NHA, der Funktionäre. Und Toronto schlug dann vor, wir spielen mit fünf Mann weiter. Aber ungerade Zahl, da müsst ihr immer eine Mannschaft aussetzen. Die anderen vier meinten, nö, machen wir nicht. Wir tun euch suspendieren. Ihr wisst, Toronto spielt nicht mehr mit, wir machen das zu viert weiter. Und eure Spieler, die verteilen wir auf die anderen vier Teams. Und nach der Saison bekommt ihr die wieder, aber das wollen wir euch aber auch nicht garantieren. Da gucken wir dann mal beim nächsten Jahresmeeting. Und am 13. Februar, also der Besitzer von Toronto, Eddie Livingston, fand das nicht so prickelnd. Er meinte, ja, das gefällt mir irgendwie nicht. Und er hat also am 13. Februar dann ein Statement veröffentlicht in der Presse, er wäre mit der NHA durch, so könnte man mit ihm nicht umgehen und er würde die Franchise verkaufen an den höchsten Bewerber. Wer das höchste Angebot abgibt, der kriegt die Franchise. Aber so einfach wurde es dann doch nicht. Wir werden dann später sehen, dass er sehr, sehr viele Gerichtsprozesse gegen seine Kollegen dann anstrengte und über lange Jahre noch immer wieder gegen die NHA und später die NHL, sag mal, stänkerte und versuchte, denen Schwierigkeiten zu machen, obwohl ich finde, mit ihm wurde auch nicht so gut umgegangen. Aber ja, am 3. März gab es dann vor Gericht, am 9. März hat dann Eddie Livingston vor Gericht gezogen gegen die NHA und deren Vereine. Er wollte also Schadenersatz haben, er wollte, dass das Gericht verhindert, dass die anderen Teams seine Spieler bekommen und im Zweifel müsste man die NHA eben auflösen. Und am 18. März, neun Tage später, hat das Gericht dann sogar eine einstweilige Verfügung erlassen gegen die anderen Teams, um eben diesen Verkauf des Teams zu verhindern. Er fühlt sich also dadurch im Recht. Wir werden dann in den nächsten Jahren noch sehen, wie das damit weitergeht. Also erstmal spielten die aber dann tatsächlich nur zu viert weiter. Und wie kam es dann überhaupt zu einem Saisonabschluss? Man hat also dann die zwei Spielhälften betrachtet. Es gab also eine erste Saison. Saison-Hälfte mit zehn Spielen noch mit sechs Teams. Da war Montreal und Ottawa gemeinsam mit sieben Siegen Nummer eins. In der zweiten Saison-Hälfte waren dann Ottawa und Quebec mit jeweils acht Siegen vorne. Letztlich wurde folgendes entschieden. In der ersten Saison-Hälfte hatten die Canadiens und die Ottawa-Sanators jeweils sieben Siege, aber die Canadiens hatten mehr Tore geschossen. Man stellte fest, die Canadiens waren Sieger der ersten Saison-Hälfte. In der zweiten Hälfte war Ottawa und Quebec sieggleich mit acht Siegen. Aber Ottawa hatte deutlich mehr Tore geschossen. Also würden Montreal und Ottawa in einer Playoff-Serie um den Titel spielen. So, es würde zwei Spiele geben. Das erste Spiel in Montreal fing damit an, dass Verteidiger Bertram Pickiron Corbeau Montreal mit einzelnen Führungsschoss. Corbeau sollte der erste Spieler sein, der sowohl für die Canadien wie auch die Maple Leafs in seiner Karriere spielt. Und er würde dann viel, sehr viel später, zehn Jahre später, der erste Spieler sein, der in einer Saison mindestens 100 Strafminuten sammelt. Aber er war der Schütze des 1 zu 0. Beide Teams tauschten dann Tore aus. Letztlich gewann aber dann Montreal mit 5 zu 2 durch weitere Treffer von Didier Pietro und Tommy Smith. Aber es ging ja um die Total Goals, also hatte Ottawa noch eine Chance im zweiten Spiel. Dann wurde es relativ eng. Während des Spiels führte Ottawa verschiedentlich zu verschiedenen Zeitpunkten. Letztlich gewann sie aber nur mit 4 zu 2 und das war einfach zu wenig. Denn insgesamt hatten die Kanadier sieben Treffer und Ottawa nur sechs in den beiden Spielen erzielt. Und die Kanadier waren dadurch Champion der NHA und erhielten den O'Brien Cup erneut. Und hatten erneut die Chance, um den Stanley Cup zu spielen. Ja, man verlor aber dann gegen die Seattle Metropolitans in der Pacific Coast League mit 1 zu 3 Spielen im Best of Five. Und die Seattle Metropolitans waren das erste Team aus den Vereinigten Staaten, welches den Stanley Cup gewann. Das erste Team, die überhaupt eine Meisterschaft in irgendeinem Sport für Seattle gewonnen hat. Und ganz witzig ist, dass die Seattle Kraken, die jetzt ja in der NHL spielen, vor einiger Zeit einen Banner eben auf das Hallendach gehangen haben, in Erinnerung an diese Seattle Metropolitans und diesen allerersten Stanley Cup-Sieg eines US-amerikanischen Teams. Ein kleiner Funfact, es wurde wieder auf dem Stanley Cup was eingraviert und betreffend Montreal stand da unter anderem also Seattle World Champions defeated Canadiens, also man hat das noch falsch geschrieben, also von Französisch gar nicht die Rede. Und vielleicht noch erwähnenswert, dass alle Spiele in Seattle stattfanden, in der heutigen Ice Arena. Das waren also auch die ersten Standing-Cup-Spiele, die auf amerikanischem Boden stattfanden. Also einige Firsts in dieser Serie. Ja, und das war die achte und auch die letzte Saison der National Hockey Association in der Form, wie wir sie kennen. Man begann mit sechs Teams in der ersten Saisonhälfte, endete mit vier Teams und es sollte nicht besser werden. Kann ich das vielleicht so sagen, denn Eddie Livingston und sein Team aus Toronto, die würden weiter sehr viel Ärger machen. Und vielleicht in einem Satz, in einem Nutshell, die anderen Eigentümer würden sich das nicht gefallen lassen und die würden die NHA quasi schließen oder würden die Liga verlassen. Also Livingston und Toronto da alleine drin lassen und dann gemeinsam eine neue Liga ohne Eddie Livingston und Toronto gründen. Und das wird dann die National Hockey League, die NHL sein. Aber dazu kommen wir beim nächsten Mal und ich glaube relativ bald, denn ich habe da schon einiges recherchiert und es wird sehr spannend. Wenn es dann mit der NHL überhaupt erst losgeht. In den Jahren ab 1917 bis 1942, 1943 und diese Original Six Zeit werden wir auf jeden Fall auch nochmal vor allen Dingen aus Sicht der Montreal Canadien begleiten. Also das Ganze wird hauptsächlich weiter um die Canadien sich drehen, aber immer so asides, um das einzuordnen und zu schauen, wie entwickelt sich die Liga so nebenher, zumindest grob. und mein Wunsch wäre für alle Original-6-Teams.

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