Der Sportgeschichts-Podcast

Geschichten über Legenden und Meilensteine des Sports

Don Mattingly: "Donnie Baseball: Der unvollendete Star der New York Yankees

Grand Slam Rekord, Der Koteletten-Streit und die Simpsons

14.10.2026 60 min

Zusammenfassung & Show Notes

„Donnie Baseball“ – Das Herz der New York Yankees 
In dieser Episode tauchen wir tief in das Leben und die Karriere einer der prägendsten Figuren der New York Yankees ein: Don Mattingly. Bekannt als „Donnie Baseball“, verkörperte er Perfektion am Schlagmal und meisterhafte Defensive am ersten Base wie kaum ein zweiter Spieler seiner Ära. 
Wir beleuchten seinen Weg vom späten 19.-Runden-Draftpick zum unangefochtenen Star und Mannschaftskapitän der Bronx Bombers. Erfahrt, wie Mattingly Mitte der 1980er-Jahre die Major League Baseball dominierte, warum chronische Rückenprobleme eine fast sichere Hall-of-Fame-Karriere ausbremsten und welche kuriose Frisuren-Anekdote ihn sogar in die Popkultur beförderte. 
Der Unterschätzte Draftpick: Wie ein Spätpick in der 19. Runde des MLB-Drafts zum Gesicht der wertvollsten Sportfranchise der Welt reifte. 
Das vereinsinterne Duell: Der Kampf um den Batting-Title gegen Teamkollege Dave Winfield im Jahr 1984. Die MVP-Ära: Die magischen Jahre Mitte der 80er, in denen Mattingly als bester Allround-Spieler der Baseball-Welt galt. 
Der unglaubliche Homerun-Rekord: 8 Spiele in Folge mit einem Home Run sowie 6 Grand Slams in einer einzigen Saison. 
Tragik & Rückenprobleme: Der schleichende körperliche Rückschlag und die Transformation zum Führungsspieler und Captain. 
Kult & Popkultur: Das berühmte Haar-Schisma mit Besitzer George Steinbrenner und Mattinglys Auftritt bei den Simpsons.
Stat-Block: Die Karriere auf einen BlickPosition: First Base / Outfield Trikotnummer: #23 (bei den NY Yankees retired) Schlagdurchschnitt (Career Batting Average): .307 Hits: 2.153 Home Runs: 222 Runs Batted In (RBIs): 1.099 Wichtigste Auszeichnungen & Erfolge: 1× AL Most Valuable Player (MVP): 1985 6× MLB All-Star 9× Gold Glove Award (Rekordverdächtige Defensive an der First Base) 3× Silver Slugger Award 1× American League Batting Champion: 1984 (.343) NL Manager of the Year: 2020 (mit den Miami Marlins) Anekdoten & Story-Highlights aus der Folge1. 
Das Drama um den Batting Title 1984Am letzten Spieltag der Saison 1984 lieferte sich Mattingly ein dramatisches Duell um den besten Schlagdurchschnitt der American League – ausgerechnet mit seinem eigenen Teamkollegen Dave Winfield. Mattingly sicherte sich die Krone im letzten Spiel mit einem Batting Average von .343 gegenüber Winfields .340. 
2. Der Grand-Slam-Rekord In einer Saison stellte Don Mattingly mit 6 Grand Slams (Homeruns bei geladenen Basen) einen historischen Rekord auf. Das Kuriosum dabei: Es blieben die einzigen 6 Grand Slams seiner gesamten Karriere. 
3. „Mattingly, get rid of those sideburns!“Unvergessen ist der Konflikt mit dem strengen Yankees-Eigner George Steinbrenner um Mattinglys Haarlänge. Diese Episode wurde in der legendären Simpsons-Folge „Homer am Schlag“ (Homer at the Bat) parodiert, in der Mr. Burns Mattingly wegen seiner Koteletten wiederholt auf die Bank setzt.

Transkript

Tim
00:00:15
Herzlich willkommen bei Sportarchiv. Mein Name ist Tim.
Stefan
00:00:18
Und mein Name ist Stefan.
Tim
00:00:19
Ja, Stefan. Nach einer längeren Pause sind wir mal wieder da und ich hoffe, du hast uns was Spannendes mitgebracht.
Stefan
00:00:27
Ich glaube ja. Das verbindet meine früheste Leidenschaft in amerikanischem Sport betreffend zu einer Art Mini-Medien-Geschichte auch. Und es geht um Don Mattingly von den New York Yankees, langjähriger First Baseman und das war einer meiner ersten US-Sporthelden. Und ja, wie kam ich denn eigentlich drauf? Vielleicht muss man das vorher kurz erzählen. Es gab immer noch eine Firma Pontell, Pontell GmbH, die seit langen Jahrzehnten, so auch schon in den 80er Jahren, in den USA besondere Verträge geschlossen haben, Lizenzen erworben haben, Major League Baseball, NBA, NFL, um damals am Anfang noch auf VHS-Kassette Videorekorder, die Jüngeren werden das ja nicht kennen, seit Anfang der 2000er auf DVD, ganze Spiele mit Werbeblöcken dazwischen und dem amerikanischen Originalkommentar aufgenommen haben. Dann dem Flugzeug erst von den USA nach Europa transportiert haben und die wurden dann hier aus dem US-Videocode überspielt auf europäische Codes, insbesondere für Deutschland. Und ich bin da durch Zufall drauf gekommen in einer Anzeige der USA Today, die ich damals täglich gelesen habe. Ich wohnte ja in der Nähe vom Kölner Flughafen, wohnte damals in der Nähe vom Kölner Flughafen, täglich mit dem Fahrrad dahin gefahren.
Tim
00:01:39
Ich erinnere mich.
Stefan
00:01:41
USA Today und die damals noch existierende International Herald Tribune gekauft, wegen der Sportereignisse im Besonderen. Und habe dann ab 1989 dann über Pontell diese Videokorsetten bestellt. Erst Baseball, später auch Basketball. Da waren ja die New York Knicks sehr stark in den 90ern. Aber auch College Football, NFL auch mal ganz kurz. Aber fast durchgängig von 1989 bis 2006 Baseball. Im ersten Jahr 1989 noch das Spiel der Woche. Das gab es ja bei NBC noch, das habe ich also einen Überblick zu gewinnen über die Major Leagues, National League und American League, das war ja zu der Zeit noch sehr, sehr unterschiedlich. Der National League waren auch die, die Pitcher mussten dann schlagen beispielsweise und der American League gab es in die Age und die hatten deutlich unterschiedliche Spielstile, mehr Home Run orientiert in der American League und mehr Hit and Run und Base Stealing und Ähnliches in der National League. Naja, wollte ich erstmal einen Überblick gewinnen, war aber seit 1988 im Grunde schon Yankees-Fan, hat auch Nebensports Illustrated, Inside Sports und verschiedenste amerikanische Sportzeitungen gelesen. Naja, kurz und gut, das waren mir zu wenig Yankees, so 1989. Ab 90 habe ich dann jede Woche nur Yankees bestellt und das war natürlich insofern ein Flop, als 1990 die schlechteste Saison der New York Yankees seit den 20er Jahren war.
Tim
00:02:53
Wie passend.
Stefan
00:02:55
Waren dann letzter und da musste ich dann so Deals aushandeln mit Pontell, schickt mir doch, wenn sie schon immer schon verlieren sollten, In dem Wochenende, bevor der Versand anstand, das Spiel, wo die Yankees immerhin dann noch die meisten Runs erzielt haben, also so ein 6 zu 8 oder so ein 5 zu 7, so schlecht war das zu der Zeit. Naja, ein Mannschaft im Umbruch, aber das werden wir gleich dann sehen, wenn ich mich näher mit Don Mattingly befasse, denn der war eigentlich ein Star, bevor ich mich mit Baseball zu befassen begann. Ja, wann ist Don Mattingly oder wie heißt er eigentlich? Das ist nämlich nur eine Abkürzung, da heißt er auch nicht Donny Baseball oder da heißt auch nicht The Hitman, das waren ja alles nur so Spitznamen, die er sich aber sehr, sehr verdient hat, sondern Donald Arthur Mattingly. 20. April 1961 geboren in Evansville, Indiana. Und ja, die Familie, die Eltern, das waren ein arbeitendes Ehepaar. Die hatten auch fünf Kinder, Bill und Mary Mattingly. Der Vater war Postbote und die Mutter, die managte den Haushalt. Er hatte also ältere Brüder Jerry, Randy und Michael und eine Schwester Judy. Man spielte in der Nachbarschaft mit den älteren Brüdern und den Freunden und hat dann gelernt, sich gegen ältere Kinder auch durchzusetzen. Auch der Vater war sehr dafür, dass er sich durchsetzt. also nicht aufgibt und blieb natürlich auch vor der Familiengarage dann und wenn man die traf, das war so auf der linken Seite von dem imaginierten Spielfeld da auf der Straße, dann war das ein Home Run. So hat er dann auch seinen besonders flüssigen Schlag von der linken Seite entwickelt, indem man auch gerne eben auf das Tor der elterlichen Garage dann ziel, versuchte den Ball zu platzieren.
Tim
00:04:27
Also der schlug quasi von der falschen Seite?
Stefan
00:04:29
Nee, der war schon, der konnte anfangs, war ja Werfer zu Beginn seiner Karriere in dieser Little League. Also in der Little League, genau, da war er dann Werfer und Schläger, aber der war Linkshänder, also bot sich an, von der linken Seite auch zu schlagen. Und all das führte dazu, dass er eigentlich als Junge schon sehr, sehr erfolgreich, es gab auch eine Meisterschaft auf der lokalen Ebene, 1973 war das dann, da war er so zwölf. Und dann ging es zur Highschool und das war die Reeds Memorial Highschool. Da spielte er vier Jahre. Und währenddrin hat er einmal in seiner Mannschaft geschafft, 59 Spiele lang ungeschlagen zu bleiben. Das war schon sehr krass und von 78 bis 79, da gab es auch dann mal eine Meisterschaft, da waren sie mit das beste Team in der Region. Man muss davorheben, dass er also einen Schlagdurchschnitt von 4,63 hatte während der vier Jahre, das finde ich außergewöhnlich gut.
Tim
00:05:21
Muss man vielleicht mal erklären, dass das über 400 ja mega gut ist.
Stefan
00:05:26
Ach, das ist Elite. Also okay, vielleicht die gar keinen Baseball kennen. Also statistisch gesehen von zehnmal, die meisten treffen da so zwei- bis dreimal. Wobei dreimal auch schon super ist, wenn man vier- bis fünfmal trifft, ist das außergewöhnlich elitär und das gelingt nur ganz wenigen. Also 4,63 ist auch wie 46,3 Prozent so grob. Also es war schon extrem gut als junger, also auf der Highschool schon. Und in seinem Senior-Year, in seinem letzten Jahr in der Highschool, hatte er einen Schlagdurchschnitt von 553 oder 55,3 Prozent. Das ist extremst, ganz, ganz, ganz wenig. Naja, seine Mannschaft hat dann auch von den etwas über 100 Spielen 94 gewonnen in den vier Jahren. Neunmal nur verloren, ein Unentschieden. Also extrem gut. Er war aber auch nicht mal im Baseball ein guter Sportler, auch im Basketball, im Football. Wie das ja oft so ist bei jungen Athleten.
Tim
00:06:15
Ja, das hatten wir ja bei vielen Fällen jetzt schon.
Stefan
00:06:18
Genau, vollkommen richtig. Wir hatten ja verschiedene schon, dass man so die Karriere sich betrachtete und die waren halt sehr früh in verschiedenen Sportarten erfolgreich. Naja, dann war die Highschool-Zeit zu Ende und die Indiana State University bot ihm dann eine Scholarship, so eine Art Stipendium, besonderes Stipendium an. Also man wollte also dann auf die Einschreibgebühr verzichten, auf die Kosten, die ja dann teilweise Hunderttausende von Euro auch ausmachen können, weil man ihn sich eben sichern wollte als Baseballspieler für die Zeit seiner College-Karriere. Und sein Vater sagte auch, bevor er 1979 der Major League Baseball Draft war, dass sein Sohn auf jeden Fall zur Universität gehen würde. Aber dann haben sich die Yankees gemeldet in der 19. Runde damals, der Draft. Und Mattingly hat dann auch zugesagt. Er ist also gar nicht zur Universität gegangen, gar nicht zum College.
Tim
00:07:02
Aber er war jetzt quasi nicht ganz vorne in den...
Stefan
00:07:05
Nee, das ist weithin. Der war ja auch eher so ein schmaler Junge. Also wenn man heute die First Baseman oder überhaupt die Spieler sieht, der war in keinster Weise so austrainiert, wie man das heute kennt. Eher sehr schlank, sehr schmal, aber der hat eben dann doch sehr viel Power generiert durch einen außergewöhnlich guten Schwung und tolle Hand-Auge-Koordination. Also nach der Highschool ging es dann für ihn so mit 18 Jahren, 18, 19 Jahren dann direkt in den Profi-Baseball. Und nachdem die Yankees ihn dann ausgewählt hatten, gab es natürlich auch einen Signing-Bonus, aus heutiger Sicht Peanuts, 23.000 Dollar. Damals gar nicht mal so wenig Geld vielleicht.
Tim
00:07:41
Für einen Highschool-Spieler?
Stefan
00:07:42
Also er wollte unbedingt Profi werden, habe ich dann so rausgelesen. Er wollte gar nicht zur Universität. Sein Traum war eben, seit jeher Baseball-Profi zu werden. Und wie das dann immer so ist, die Yankees sagen, na gut, du musst dich erstmal entwickeln, wir schicken dich erstmal in eine der untersten Entwicklungsligen, die Low A New York Penn League war das damals und spielte bei den Onionta Yankees. Und da hatte, wir haben ja gehört, einen extrem guten Schlagterschnitt. In seiner Highschool-Zeit wollte er also mindestens 500 schlagen, also in jedem zweiten At-Bett ein Base-Hit, aber wurde ein bisschen enttäuscht, es waren dann nur 3,49.
Tim
00:08:15
Immer noch gut.
Stefan
00:08:17
Immer noch extrem gut, er war während der ganzen Saison nie unter 3,40, also extremst erfolgreich. Top gestartet in dieser Chain, das geht ja immer so Schritt für Schritt für die Talente dann nach oben. Und von Low-A ging es dann zu Single-A nach Greensboro in die South Atlantic League, da war er auch dann der Beste in der Liga mit 3,58 Schlagdurchschnitt. Und war auch das League-MVP, hat er dann auch gewonnen und war im All-Star-Team der Liga. Aber das ist ja dann oft, wenn man dann so jetzt auf heutige Sicht so guckt, naja, denkt man immer, naja, Talente, Single A, der ist noch weit entfernt vom Major League Baseball. Und sein damaliger Trainer Bob Schäfer hatte auch Bedenken. Der war nicht so richtig außergewöhnlich sprintstark, der war nicht so richtig schnell, wenn er nach dem Schlag zur ersten Base lief. Und auch seine Power war noch nicht so richtig gut entwickelt. Weil viele Singles, Doubles, aber wenig Home Runs. Und man überlegt, ob man ihn nicht zum Second Baseman macht, weil die First Base Position ist eigentlich eine Position, da muss man Power haben, klassischerweise wie auf der dritten Base auch. Und in verschiedenen Outfield-Positionen, die nicht so die Power haben damals. Wir reden ja von Ende der 70er, Anfang der 80er. War mal ein klassisch dann Second Basement oder Shortstop.
Tim
00:09:21
Genau, der andere sind ja so mehr die dicken Jungs. So die Erste oder Dritte, die so Power.
Stefan
00:09:27
Viele Home Runs und die spielen ja meistens in der Line-Up dann auf den Plätzen 3, 4 war das zumindest damals. Da sah man ihn zumindest während seinen ersten beiden Jahren noch nicht. Das wurde ein bisschen stärker ab 1981. Da war dann ein Double Eight. Das ist die zweithöchste Entwicklungsstufe in so einer Organisation wie den Yankees. Die haben ja also die Nachwuchsmannschaften. Double A ist also kurz vor den Major Leagues, aber dazwischen gibt es noch Triple A. Er war jedenfalls in Nashville. Tennessee spielte für die Sounds Schlagteisch der 316 auch sehr, sehr gut und 35 Doubles. Das war schon so ein Indikator, dass er seine Power entwickelte. Gut, er war ja da auch erst 20, also noch sehr jung. Aber man will dann zumindest schon mal so einen Hinweis sehen, dass da Power ist, wenn der erste Bass spielen soll und darf. Und im Jahr drauf, 1982, ging es dann tatsächlich, also jedes Jahr eine Stufe höher, zu den Columbus Clippers in die International League und da war es dann 325er Schlagzehnschnitt und Ende September, dann war das ja immer früher noch markanter als heute, der September Call-Up, das heißt die Roster, die Mannschaften wurden erweitert. Man konnte junge Talente dann zum Ende der Saison nach oben holen und damit die so ein bisschen Erfahrung sammeln. Hat er auch gemacht. Am Anfang, Ende September, war er erstmal so ein defensiver Ersatzspieler, kam am Ende eines Spiels mal rein, durfte ein bisschen die Major League Luft schnuppern. Dann hat er seinen ersten At-Bat gehabt, kein Base-Hit, war ein Pop-Up. Eher enttäuschend, da hat er so zwölf At-Bats, er macht nur zwei Base-Hits. Einer war dann tatsächlich am 1. Oktober 1982 gegen die Red Sox, elftes Inning. Er hat dann seinen ersten Base-Hit gehabt, ein Single ins Right-Field. Also ein sehr, sehr bescheidener Start. Zwei Hits in zwölf Ad-Pets, okay. Aber 1983 war er dann als Rookie, sein erstes Jahr in Major Leagues fest eingeplant. Er sollte aber eine Mischung spielen aus First Base und Outfield. Er wollte erst mal so gucken, wie er sich so macht. Und er machte sich erst mal nicht so gut, aber die hatten zu viele andere tolle Spiele. Und nach vier Spielen im April wurde er nach Columbus zurückgeschickt, für zwei Monate. Und dann hat man ihn aber wieder nach oben geholt, nach zwei Monaten und dann im Juni, am 24. Juni gegen John Tudor und wieder mal gegen die Red Sox seinen ersten Home Run geschlagen.
Tim
00:11:31
Das ist ja schon nicht schlecht. Man muss ja vielleicht sagen, dass die Yankees ja in der Zeit davor wahrscheinlich auch sehr erfolgreich waren. Also das ist ja nicht irgendein Team, wo er da anfängt.
Stefan
00:11:40
Also man muss wirklich noch mal, haben ja bisher nicht so viel über die Yankees gesprochen, mein Lieblingsteam. Es ist so, vielleicht für deutsche Zuhörer so ein bisschen wie das Bayern München. Baseballs neben den jetzt Los Angeles Dodgers, man könnte ja meinen, die Dodgers sind immer schon, die waren auch seit den 50er Jahren auch sehr, sehr erfolgreich. Aber die Yankees seit den 1920er Jahren haben auch mit Abstand die meisten Meisterschaften gewonnen. 27 World Series Meisterschaften. Also ist das auch das erfolgreichste Team, eins der erfolgreichsten Sport-Profi-Teams überhaupt. Und alle im Grunde, die nicht Fans sind wie ich, alle anderen, lieben es, die zu hassen und Lieben es, dass sie verlieren. Seit 2009 haben sie nicht mehr gewonnen, die World Series. Waren jetzt vor zwei Jahren gegen die Dodgers im Finale. Aber zu der Zeit, wo Mattingly seine Karriere begann, hatten die Yankees gerade mal so eine Hochphase gehabt. Fass das mal kurz zusammen. 1962 waren sie dann World Series Champion, dann bis 1976 gar nicht mehr im Endspiel. Zeitweise auch mal letzter gewesen. Dann hat man unter dem George Steinbrenner, der hat das Team gekauft. Ab Anfang der 70er Jahre dann wieder kamen die Free Agents, die man konnte überhaupt Spieler kaufen neben den Trades. Die Spieler konnten sich vermarkten, so ab Mitte der 70er. Und da hat er einige Topstars gekauft. Und prompt wurde man dann 77 und 78 Baseball-Champion. Beide Male gegen die Los Angeles Dodgers. Das war natürlich geil, das war echt ein Highlight, diese Endspiel-Serien. Nun gut, 81 letztmals dann im Finale, auch gegen die Dodgers, dann aber verloren. und ab 82 waren die Yankees nicht mehr im Endspiel. Man kann es vorwegnehmen, während der gesamten Karriere von Don Mattingly würden sie den Weg zurück in die World Series auch nicht schaffen. Also er hat so den Ruf, das ist der beste Yankee-Spieler ever, der aber nie in der World Series gespielt hat. Also unglaublich schlechtes Timing. Und in all den Jahren, wo er gespielt hat, also gerade über die Jahre, die wir gerade sprechen, er beginnt ja 83, also die gesamten 80er Jahre waren sie zweimal Zweiter, zweimal Dritter, einmal Vierter, zweimal Fünfter, aber nie Erster.
Tim
00:13:32
Ja, ist ja der Dan Marino des Baseballs.
Stefan
00:13:35
Ja, so ein bisschen, ja. Man kann das echt, die überlappen sich ja von der Zeit her, von den Zeitsträngen. Also es war echt bitter, weil die Mannschaften waren echt teilweise, ich kann ja ein paar Namen mal so nennen. Und dann 1983 beispielsweise war Dave Frigeti, war dann später Closer, für das Team, da war aber noch Starter und hat dann einen No-Hitter gegen die Boston Red Sox geworfen. Witzigerweise am 4. Juli 1983 an der Burstag. Und dann noch gegen die Red Sox und Wade Borgs, kennen ja vielleicht dann viele, wir kennen ihn, dritter Baseman und das war so ein überragender Spieler bei den Red Sox, dritter Baseman und Betting Champion Jahr auf Jahr Gegen den hat er dann noch einen Strikeout geworfen, setzt es aus. Also ganz schwer gegen den einen Strikeout zu werfen. Ja, das war so die Zeit, wo Mettingly dann in die Major Leagues kam. Ich muss mir gerade das Roster mal so ein bisschen angucken. Da war Ron Guidry, das war ein Starter, der hat 21 Siege errungen. Billy Martin, ganz berühmter Yankee, auch sehr kontrovers, weil der war viermal Manager, ein sehr cholerischer Typ, der auch mal in Schlägereien verwickelt war, auch neben dem Baseballplatz. Und das war schon ein spannendes Team. Aber all die Jahre, ich will das mal so zusammenfassen, die hatten also ein tolles Line-Up, aber oft nicht genug gute Werfer. Daran sind sie oft dann gescheitert. Goose Gossic war Closer zu der Zeit. Jetzt haben wir noch einen Namen, die man heute vielleicht noch kennt. Also Fans kennen Ken Griffey, der Vater von Ken Griffey Jr. Später, der spielte First Baseman bei den Yankees. Willie Randolph war ein bekannter Second Baseman über lange, lange Zeit. Greg Nettles, dritte Base. Dave Winfield war schon da, das war ein Star. Der hatte bei San Diego groß geworden, hatte 81, einen 23-Millionen-Dollar-Vertrag über zehn Jahre abgeschlossen.
Tim
00:15:16
Ein Powerhouse war das, ne?
Stefan
00:15:17
Ja, das war ein ganz, also über 1,90 großer Typ, Afroamerikaner, sowohl hoher Schlagdurchschnitt wie auch Power. Aber konnte einfach nicht das liefern, was der Besitzer, der George Steinbeiner gerne wollte, Meisterschaften. Deswegen hat er den immer so ein bisschen erst lächerlich gemacht und später richtig auch mit Privatdetektiven bekämpft. Wollte den Kleinkriegen, weil er dann sagte, ich zahle so viel Kohle für den und wir gewinnen nichts. Das war so paranoid gegen den positioniert, also der Besitzer gegen einen seiner Angestellten. Das war dann wirklich absurd und führte später auch dazu, unter anderem, dass der Besitzer der Yankees, Steinbrenner, für einige Jahre sein Amt niederlegen musste und wurde gesperrt.
Tim
00:15:56
Das ist ja auch ein sehr spezieller Typ gewesen.
Stefan
00:15:58
Ein sehr spezieller Typ.
Tim
00:16:01
Für alle, die Seinfeld kennen, die werden ihn vom Namen her ja auch kennen und er wird da ja auch so parodiert, das ist ja schon sehr lustig.
Stefan
00:16:11
Extremst und der polarisiert er halt total, der hat dann gerade in den 80er Jahren auch fast jährlich seine Manager gewechselt. Er hat dann auch schon mal, es gab einen Stunt 1981, entschuldigt bei den Fans dafür, dass die Mannschaft verloren hat, erst von 1980 gegen Kansas City. Also hat dann oft auch die Spieler total beleidigt oder schlecht gemacht und das war natürlich super unangenehm für die Spieler, für die zu spielen und da professionell zu bleiben. Und auch dieser dauernde Wechsel der Manager, also später hat man dann gesagt, also Don Mattingly ist später auch Manager, ist jetzt aktuell auch Manager gewesen noch. Der wurde so resistent und ruhig durch diese turbulenten, chaotischen 1980er Jahre bei den New York Yankees. Die haben den wohl dermaßen abgehärtet und der muss das auch von seinem Charakter sein. Ein sehr ruhiger, ausgleichender Charakter. Naja, da gab es noch, Lupinella spielt noch im Outfit 1983.
Tim
00:17:03
Das war da auch so ein Verrückter, oder?
Stefan
00:17:04
Ja, der war auch als Manager, der ist 1990 mit den Cincinnati Reds dann World Series Champion geworden, war lange bei den Seattle Mariners dann Manager aus den Heißspornen, der auch die Schiedsrichter beleidigt hat. Ähnlich wie Billy Martin, der da noch sein Manager war. Also ein ganz, eigentlich ein tolles Team, aber nicht gut genug für den Titel, denn man wurde nur Dritter 1983, aber ab 1984 wurde es dann, ja, für das Team auch nicht besser, aber wir können ja so ein bisschen gucken, was Don Mattingly da gemacht hat. Manager war dann Yogi Berra, ein ganz berühmter Yankee, der war x-mal World Series Champion, war Catcher in den 40er, 50er und 60er Jahren und dann eben auch mal Manager. Der New York Yankee.
Tim
00:17:45
Das war ja auch ein richtiger Star. Der trat ja in Filmen mit Doris Day auf.
Stefan
00:17:50
Stimmt, da gibt es einen tollen Film mit Cary Grant, wo dann auch mal eine Sequenz von fünf Minuten im Yankee Stadium spielt. Mit Mickey Mantle, Roger Maris und Yogi Berra. Und eben mit den beiden Schauspielern Doris Day und Cary Grant.
Tim
00:18:03
Das ist super witzig. Die werden nämlich dann alle vom Platz gestellt, weil sie den Schiedsrichter beleidigt.
Stefan
00:18:10
Also lohnt sich das mal anzugucken. Auf YouTube gibt es das. Also 1983, vielleicht kann man das auch noch so interessehalber sagen, waren die Baltimore Orioles dann beispielsweise mit 98 in der American League East vor den Yankees und die wurden dann auch World Series Champion. Ja, 1984 wurden die Yankees wieder nur Dritter mit nochmal weniger Siegen, 87. In Mattinglees Sophomore Year, also im zweiten Jahr, da waren die Tigers nicht zu halten, die waren 104 Spiele und wurden auch World Series Champion 1984. Also man hat es jeweils gegen den späteren World Series Champion, den kürzeren, gezogen. Ja, was war mit Mattingley 1984? Der hat einen richtigen Durchbruch. Er war nur noch First Baseman, full time. Also dann schon erkannt, dass der ein überragender, defensiver First Baseman ist. Also der hat alle Bälle aufgesaugt wie so ein Staubsauger, die ihm von der dritten Base, von der zweiten Base, vom Shortstop zugeschmissen wurden. Die konnten noch so schlecht geworfen sein, noch so weit hoch oder rechts und links vorbei. Wenn es irgend Menschen möglich war, hat er als First Baseman die Bälle gefangen und damit die Outs auch erstmal generiert.
Tim
00:19:09
Was ja auch total schwierig teilweise ist, mit der Geschwindigkeit, mit der die da im Infield werfen.
Stefan
00:19:14
Sie würden es um die Ohren sausen, was für eine Power die kommen. Das ist eine vermeintlich leichte defensive Position, aber du kannst da auch, wenn du da top bist, viele, viele vermeintliche Fehlwürfe der anderen deiner Mitspieler retten. Und damit auch deinem Pitcher. Also du bist ein guter Freund des Pitchers. Ja, aber dieses Jahr ist berühmt geworden für ein Betting Race, ein Duell im Grunde. Wer wird Champion? Wer hat den besten Schlagdurchschnitt der American League? Und das ging dann wirklich gegen seinen Teamgefährten Dave Winfield. Das war insofern unangenehm für beide, weil Mattingly war ja ein 23-jähriger Phänomen, der auf einmal auftauchte wie aus dem Nichts für viele, auch für die Medien. Der war jung, der war weiß und der wurde auch von dem George Steinbrenner, den Besitzer natürlich gerne gesehen, der fand den super, dass der auftauchte. Und Dave Winfield, da war er ja sowieso schon, weil seit 1981 haben sie nur noch verloren. Und er machte das an dem Dave Winfield halt fest, diesen Misserfolg, der Steinbrenner. Also war der schon mal gegen den. Und auch die ganze Organisation behandelte den Winfield nicht so respektvoll, wie das hätte sein sollen. Das hat er dann auch später berichtet. Er fühlte sich da echt alleingelassen von seinen Mitspielern, nicht unbedingt, aber von der Organisation durch den Besitzer. Das war echt krass. Und es ging auf den letzten Spieltag, das allerletzte Spiel. Die Yankees wussten schon, wir werden nicht in den Playoffs sein. Kleiner Einschub. Heute kennt man ja die Wildcard-Runde. Es gibt die Division Series, dann kommen erst die Championship Series und dann die World Series. Damals gab es keine Wildcard, es gab keine Division Series. Du musstest die Gruppe gewinnen. Es gab nur vier Gruppen. Zwei in der American League, zwei in der National League und die vier Gruppensieger, die spielten direkt. Die LCS, die League Championship und die Sieger waren dann automatisch in der World Series. Also sehr viel kürzer. Also die wussten schon, wir werden nur Dritter, also da ist die Luft raus, aber wer wird Betting-Champion, wer wird der Beste? Dem Schlagdurchschnitt, die waren ganz dicht beisammen und es kam dann so am letzten Tag der Saison, Mattingly hat dann in fünf At-Bats vier Base-Hits gemacht, Winfield kam nur viermal zum Schlag offiziell und hat nur einen Base-Hit gemacht und mit 0,002 Prozentpunkten hat Mattingly gewonnen, also mit 3,43 zu 3,40 und das wurde natürlich gefeiert und die haben sich auch die Hände geschüttelt. Ich habe aber nachgelesen, dass der Winfield unmittelbar danach sich umgezogen hat und durch den Seitenausgang das Stadion verlassen hat. Er wollte also nicht mit der Presse sprechen, er wollte nicht mit seinen Mannschaftskameraden und schon gar nicht mit seinem Besitzer George Steinbrenner zusammentreffen.
Tim
00:21:35
Ja, der war halt enttäuscht.
Stefan
00:21:37
Er war total enttäuscht und er fühlte sich nicht gut behandelt natürlich. Das muss man dann schon sagen. Jetzt habe ich so ein bisschen geguckt, gab es das in der Vergangenheit schon. Es gab sogar ein Betting Race, was noch enger war. Das habe ich gar nicht mehr so auf dem Schirm, gab 2003 war das in der National League, Albert Puholtz von den St. Louis Cardinals gegen Todd Helton von den Colorado Rockies. Und das war dann Punkt 3587 gegen Punkt 3585. Also 0,0022 Punkte Unterschied. Und es gab ein ähnlich dramatisches, 1976 George Brett gegen Hal McRae bei den Kansas City Royals. Ich muss es mal ganz kurz zusammenfassen. Auch da George Brett, jung, weiß, Phänomen, kommt nach oben, Hal McRae war 30, ein erfahrener Spieler, Afroamerikaner, aber die hatten insofern das Glück, sie haben sich super verstanden, das Team hat sie unterstützt, der Besitzer auch, aber das Problem war dann, am letzten Spieltag hat dann George Brett gewonnen und beide waren der Meinung, dass der Gegner, die Twins, einer der Outfielder, einen Ball, den McRae geschlagen hat, absichtlich hat fallen lassen und der wurde dann nicht als Base-Hit, sondern als Error, als Fehler gewertet und deswegen hat George Brett dann die Meisterschaft gewonnen und beide haben dann diesen Outfielter beschuldigt und den Manager der Twins, die hätten aus rassistischen Gründen dafür gesorgt, dass der Brett der Weiße eben den Titel gewinnt und nicht Helmut Gray, der Afroamerikaner. Das ist natürlich nicht aufzuklären gewesen, die haben das weit von sich gewiesen, Aber das sind so vergleichbare Fälle, die ich so ein bisschen recherchiert habe in der Vorbereitung. Ja, also Mattingly gewinnt den Betting-Title, hat auch 207 Base-Hits, also alles ab 200 ist absolut elitär, das ist Hammer. Während der 162 Spiele, die die ja haben in der Saison. Da hat er dann 44 Doubles und 23 Home Runs, also durchaus auch gute Powerzahlen und das war ein Riesenerfolg. Und 1985 wird es noch spektakulärer für ihn werden. Er wurde nämlich American League MVP, also der wertvollste Spieler der Liga. Er hatte dann 3,24er Schlagterschnitt, 35 Home Runs, nochmal mehr Doubles, 48 Doubles, also Reichen der zweiten Base. Und das war der Hammer, 145 RBI, also Runs batted in. Das waren die meisten in einer Saison durch einen linkshändigen Schläger, seit Ted Williams 1949, 159 geschlagen hatte. Naja, das war also sensationell, da hat man auch gesagt, das ist so gut. Und in vielen anderen offensiven Kategorien war er dann auch sehr gut. Was mir besonders aufgefallen ist, war er natürlich extrem gut, wenn zwei aus waren und Läufer in Scoring Position, also ab der zweiten Base waren, hat er 3,54 geschlagen. Also dann, wenn es echt drauf ankam, in Klatsch-Situationen, dann war er besonders da. Auch nur so kann man erklären, dass er 145 Läufer nach Hause gebracht hat. Ja, und da begann man auch noch insbesondere neben diesem ganzen offensiven Kraft zu erkennen, dass er defensiv so stark ist, so außergewöhnlich gut ist. Und er bekam dann, also es gibt ja die Auszeichnung, Gold Glove, der goldene Handschuh, Gold Glove Award. Das hat er dann später neunmal gewonnen. Und die Yankees haben, Wie waren der Mann, der ist so gut defensiv, dass man ihn manchmal auch auf anderen Positionen, wenn es eng wurde, in Spielen mal einsetzen wollte, zweite Base, dritte Base, zumindest am Anfang dieser Karriere. Aber das hat man dann sehr schnell sein lassen, weil man seinen Wert auf der ersten Base erkannt hat. Und 1985 wurde man dann tatsächlich wieder nur Zweiter, trotz dieser ganzen fantastischen Leistungen von Mattingly und auch von seinem gesamten Yankee-Team, trotz 97 Saisonsiegen, weil die Blue Jays 99 gewannen. Die wurden dann überraschenderweise nicht World Series Champion, die verloren in sieben Spielen gegen die Kansas City Royals verloren. Und die Blue Jays haben dann gegen die Kansas City Royals verloren, die wiederum ihre Meisterschaft gewannen 1985. Ja und in die Jahre 84 und 85, man muss es so ein bisschen sagen, da waren einige Spieler, die dazu kamen, Mike Pax Pagliarulo, Der war später dritter Baseman, der hat dann auch in der Zeit begonnen, da hatten die auch so einen 45 Jahre alten Werfer, die Necro-Brüder Phil und Joe Necro. Die haben auch eine Menge Spiele gewonnen, aber das hatten einfach nicht genug gute Werfer. Und 1985 kam sogar Ricky Henderson dabei.
Tim
00:25:33
Der ist bekannt.
Stefan
00:25:34
Mega bekannt, Hall of Famer. Der war ja bekannt für seine Base-Stealing-Ability. Der hat dann im ersten Jahr auch dann 80 Bases gestohlen, 1985. Der kam aus Oakland. Ich wollte gerade sagen, Baden-Ace, ne? Baden-Ace, genau. Und wird auch Man of Steel genannt, weil er diesen überragenden Antritt hatte und diese Fähigkeit genau zu erkennen, bei welchem Werfer man stehlen kann, hat dann letztlich den heute gültigen MLB-Rekord für Stolen Bases gesetzt über seine gesamte Karriere von 1.406 Stolen Bases, also 80 bereits, In dieser Saison für die Yankees 85. Also es war ein tolles Team, aber wie gesagt, sie waren auch sehr erfolgreich, aber eben nicht gut genug.
Tim
00:26:13
Oh Gott, kurz, der Ricky Henderson, der hat ja nicht nachher dann wieder für die Aces gespielt?
Stefan
00:26:17
Absolut, der hat dann diese Dynasty unter Tony La Russa mit McGuire und Canseco auch verstärkt. Und der war, er ist 90 mit denen World Series Champion geworden, ganz genau.
Tim
00:26:27
Kann ich mich ja gut erinnern, weil ich den Hosse Canseco so cool fand mit dem Mark McGuire, die beiden.
Stefan
00:26:32
Ich muss mich korrigieren. Ich habe es natürlich gerade falsch gesagt. 89 haben die gegen die San Francisco Giants den Titel gewonnen und 90 gegen die Reds verloren und 88 gegen die Dodgers. Das war die Jahre, wo die Oakland A's unglaublich dominant waren. Mit Ricky Henderson dann. Das war ein katastrophaler Trade, als die Yankees den abgegeben haben an Oakland. Aber da kommen wir gleich noch zu. Wir sind im Jahre 1986 und wie sollte es anders sein? Im Jahre 86 wurden die Yankees auch wieder nur Zweiter und diesmal waren die Boston Red Sox besser. Die Yankees gewannen immerhin 90 Spiele, aber die Red Sox waren einen Tick besser mit 95.
Tim
00:27:03
Die aber nie was gewonnen haben, weil der Fluch wurde erst wesentlich später gebrochen.
Stefan
00:27:07
Du sagst es. Die Red Sox haben dann aber auch wieder nicht den Titel gewonnen, sondern die New York Mets der National League. Aber wir kommen zu den Yankees zurück oder zu Don Mattingly. Er hatte ein noch spektakuläreres Jahr. Und zwar hat er eine sensationelle Nummer von Base-Hits zusammengeschlagen. Das sage ich jetzt einfach mal von 238 Hits. Das ist wirklich sensationell. Da kommen nicht viele in der gesamten Geschichte des Major League Baseball dran. Und dann 53 Doubles, das ist immer noch ein Yankee-Rekord. Und er hat mit diesen beiden Werten auch Rekorde der 1927er-Yankees egalisiert oder ausgelöscht. Also seine 238 Hits waren mehr als die 231 von Early Combs aus dem Jahre 1927 und die 53 Doubles waren eins mehr als die 1952 von Lou Gehrig, Iron Horse 1927. Aber das nur für Insider.
Tim
00:27:54
Und für alle, die so ein bisschen Marvel-Nerds sind, Das ist der Grund, warum Captain America im Avengers-Film sagt, wir sind nicht mehr die Yankees von 27.
Stefan
00:28:04
Ja, die auch nur das Murderer's Row auf dem Baseballfeld bezeichnet wurden, weil die einfach so stark waren. Ja, noch dazu hat er auch eine Hitting-Streak von 24 Spielen in Folge gehabt 1986. Das war auch ganz ansehnlich. Und sein Schlagdurchschnitt mit 352 und 31 Home Runs und 113 RBI, alles super Werte. Aber er wurde überraschenderweise nicht MVP, sondern Roger Clemens. Der gewann sein erstes Cy Young Award für die Boston Red Sox, auch ein ganz, ganz bekannter Spieler. Den sollten wir auch mal im Laufe der nächsten Jahre porträtieren. Der er auch für die Yankees später mal werfen sollte. Knapp vorbei ist auch daneben, sowohl für das Team wie auch für Mattingly. Aber an persönlichen Rekorden und Leistungen war da eine Menge drin. Nach Yogi Berra war jetzt Lupinella auch Manager der Yankees. Also fast jedes Jahr gab es da einen neuen Manager. 1987, wir sind also fast schon in der Zeit, wo ich mich dann begann dafür zu interessieren, war dann Lupinella wieder Manager, aber man wurde nur Vierter. Es wurde also merklich schlechter, nur 89 Siege. Und Mattingly hat aber nochmal ein ganz besonderes Jahr. Und zwar gelang ihm ein besonderer Rekord. Und zwar gelang ihm vom 8. Juli bis 18. Juli, dazwischen war das All-Star-Game, aber das nehmen wir da mal raus, also in acht aufeinanderfolgenden Ligaspielen mindestens ein Homerun. Und der hat damit einen Rekord von Dale Long aus den 50er Jahren eingestellt. Und der Bestand steht immer noch. Es gibt also keinen Spieler, der es geschafft hat, in neun aufeinanderfolgenden Spielen einen Homerun zu schlagen. Ken Griffey Jr. hat 1993 als dritter Spieler diesen Rekord eingestellt. Aber Long und Griffey hatten jeweils acht Home Runs während ihrer Streak. Mattingly hatte zehn, unter anderem auch einen Grand Slam. Also der war noch ein Tick besser während dieser Phase. Und es kam noch ein weiterer offensiver Rekord dazu, und zwar sechs Grand Slams während der Saison. Also davon zwei während dieser acht Spiele aufeinander. Auch der Rekord wurde aber dann eingestellt und zwar 2006 von Travis Hafner, den Cleveland Indians. Und was ich ganz witzig fand, sehr ironisch irgendwie, nach 1987 hat Don Mattingly nie wieder einen Grand Slam geschlagen. Okay. Aber 1987 war insofern auch ein schwieriges Jahr für ihn, weil er hatte sich am Rücken verletzt und der Presse machte dann so, hieß es, er hätte sich während einer Klaunerei ein bisschen schabernackt mit dem anderen, mit dem Werfer Bob Shirley gemacht, Aus Spaß wurde ernst, er hätte sich verletzt. Aber da habe ich ein bisschen recherchiert und das kann man so nicht ganz stehen lassen. Der Mettingly hat dann später berichtet, er hatte einen angeborenen Defekt und er hatte da so eine chronische Verletzung am Rücken. Und das ist natürlich durch diesen intensiven, jahrelangen Schlagtraining und die Belastung, die man beim Baseball jedes Mal beim Schlagen hat, gab es zu einer chronischen und degenerativen Verschlechterung. Im Juni 1987 wurden dann verschiedene MRTs und CTs gemacht und man stellte zwei verletzte bzw. Vorgewölbte Bandscheiben im unteren Rückenbereich fest. Also jedes Mal, wenn er mit seinem Baseballschläger voll durchzog, um den Ball zu treffen, drückten die prompt auf einen Nerv und das muss wahnsinnig weh getan haben. Also er musste nach der Saison dann seinen ganzen Ablauf seines Schlages verändern, um diesen Schmerz etwas zu entlasten. Er hat natürlich auch viel Physiotherapie gemacht, Dehnübungen und hatte auch dann Krankenhausphasen. Aber seine Peak-Offensive, die war vorbei. Er hat dann nochmal 30 Home-Runs geschlagen 1987, ein 3-27er Schlagdurchschnitt, nochmal 115 RBI, das war ein richtig gutes Jahr. Von 1985 bis 1987 war er im Grunde, wenn nicht der beste Schläger oder Hitter im Major League Baseball. Vielleicht eine Zahl illustriert das besonders gut. Der hat 96 Home Runs in den drei Jahren geschlagen und nur 114 Strikeouts. Das haben jetzt manche oder Vielfaches in einer Saison. Also extrem gutes Auge. Kann man nicht anders sagen.
Tim
00:31:41
Wenn man sich ja vorstellt, bei 162 Spielen und schlägst ja vielleicht drei, vier Mal und wenn du dann nur pro Jahr knapp 33 Strikeouts hast, das ist ja nichts.
Stefan
00:31:51
Unwesentlich mehr, als du Home Runs schlägst. extrem gut. Ja, 87 war mal wieder, wie gesagt, Vierter. Die Tigers gewannen die Division, wurden aber nicht World Series Champions, sondern die Minnesota Twins. 88, das war das erste Jahr, wo ich so Ausschnitte, Sky hieß das damals, habe ich von Kollegen unserer Mutter mir noch so Zusammenfassungen aufzeichnen lassen. Da kannte ich Pondell noch nicht. Und da musste er seinen Schlag schon um, seinen Schwung, den er hatte, Schon umstellen. Er war nicht mehr ganz so kraftvoll. Er war nicht mehr so viel Power hinter dem Schlag, um seinen Rücken zu schonen. Er hat dann weniger Home Runs geschlagen, nur noch 18, 88 RBIs. Der Average war ja noch in der Top 10 mit 3,11. Aber es war nicht mehr so viel Kraft dahinter. Und die Mannschaft hatte zwar immer noch Stars, sagt Dave Winfield, Willie Randall, Fran Guidry war natürlich auch da. Die hatten auch Claudio Washington, Ricky Henderson war noch da. Aber es war einfach von den Werfern zu schwach. Da passte zu wenig zusammen. Und die anderen Mannschaften waren da einfach besser aufgestellt. Das war die große Enttäuschung der 80er Jahre. Wenn man die ganzen 80er zusammennimmt, haben die Yankees die meisten Saisonspiele gewonnen, aber wie wir ja gesehen haben, in den einzelnen Saisons war immer eine Mannschaft im Osten der American League besser und sie kamen einfach nicht in die Playoffs. Tragisch auch für Mattingly. Und 1988 war auch wieder von Turbulenzen gekennzeichnet, aber mitten in der Saison auch wieder ein Wechsel von Billy Martin zum dritten Mal auf Lupinella. Also sehr, sehr viel Unruhe, was natürlich auch nicht so förderlich ist für einen Teamerfolg. Und 1989 wurde es dann, hat er sich so ein bisschen erholt, hat er ein bisschen mehr Power. Sein Rücken ging es besser. 23 Home Runs, 113 RBI, auch wieder über 300 geschlagen. Also man dachte, das geht immer so weiter. Aber wie gesagt, ab 1990 habe ich mich dann ja nochmal mehr dafür interessiert und jede Woche ein Spiel bei Pontell bestellt und prompt Er hat Mattingly massivste Rückenprobleme bekommen und die Mannschaft brach total ein, wurde letzter ihrer Gruppe, der Eastern Division und der war dann ab Juli erstmal auf der Disabled-List, war schwer verletzt, konnte gar nichts machen, kam erst am Ende der Saison über, konnte er wieder spielen, war aber ineffektiv und das war echt ein Schock für alle, für die Presse, für die Fans, für ihn selber und für die Mannschaft. Haben wir jetzt gehört, der hatte mindestens einen Schlagtirschnitt von 300, besser mehr, mindestens 18 Home Runs und oft auch weit über 100 RBI und jetzt waren es nur einen Schlagtirschnitt von 256, also im Grunde, was früher so ein Infielder, so ein Second Baseman geschlagen hat, 5 Home Runs nur und 42 RBI, also total enttäuschend und das war so ein 400 At-Bats, also ein echter Schock und er musste dann Viel in die Therapie gesteckt während der Off-Season, aber man kann es vorweg nehmen, er konnte nie wieder der Power-Hitter sein, der er vorher war, von 84 insbesondere bis 89. Also es war weg, die Power war weg, sein Rücken war nicht mehr so belastbar und das konnte dem Team in der Hinsicht nicht mehr so richtig helfen, aber die Defense, die blieb immer, aber immer ein außergewöhnlich guter Verteidiger. Und hat auch immer, ich habe da die ganzen Jahre ja jede Woche ein Spiel mir angeguckt, der war im Grunde immer, wenn er nicht gerade mal wieder sehr starke Rückenschmerzen hatte, auf der ersten Base. Ja, zwischen 89 und 92, also da musste Mattingly einiges aushalten, Misserfolg. Das waren Jahre, wo man dann 90 eben den letzten Platz belegt. Das war noch eine 7er Liga, die AL East damals mit 67 Siegen nur. Letzter. Das war Jahrzehnte nicht mehr vorgekommen seit den 60er Jahren, seit 65. Und 1991 war unwesentlich besser mit Platz 5 und 1992, da hat man also jedes Jahr mehr verloren als gewonnen, da war man nur Vierter. Und das war aber das erste Jahr unter Buck Showalter, den kennen ja vielleicht heute noch einige, der hat die erste Saisonmanager der Yankees ab 1992, ging es so langsam nach oben. Und 1993 haben dann die Yankees überhaupt erstmals wieder seit 1989 mehr Spiele gewonnen als verloren. Er war dann Zweiter. Das waren dann Jahre, wo so langsam sich auch die Mannschaft wieder regenerierte. Beispielsweise ab 1991 kam Bernie Williams dazu, den kennen wir viel.
Tim
00:35:41
Outfielder, ja.
Stefan
00:35:42
Ganz genau, während der ganzen Meisterschaften Teil des Teams von 96 bis 2001. Centerfielder, sehr, sehr, sehr erfolgreicher und auch toller Typ. 1992 kamen dann Spiele dazu, die dann ab 96 Champion wurden. Bob Wickman, ein Relief Pitcher und Charlie Hayes, ein dritter Baseman. Die werden die wenigsten, glaube ich, kennen. Die waren so Ergänzungsspiele, aber nicht ganz unwichtig. 1993 gab es ein besonderes Highlight, da war ein Werfer, Jim Abbott. Er kam von den California Angels, so hießen die damals, in einem Trade. Und das war ein Spieler, der war geboren worden ohne eine rechte Hand. Also der hat aber trotzdem gelernt, mit diesem Arm, der trotzdem komplett ausgebildet war, aber halt keine Hand hatte, den Fanghandschuh da drüber zu stülpen. Und der konnte also auch defensiv ganz gut spielen und war halt ein linkshändiger Werfer. Und der hat einen No-Hitter geworfen für die Yankees in dem Jahr. Das war wirklich eine Sensation und das hat mich auch sehr, sehr gefreut für ihn. Da muss man sich so ein bisschen dran festhalten. mit Jimmy Key, kam ein ganz toller linkshändiger Werfer, der auch dann 96 bei der Meisterschaft dann dabei war, leider ohne Mattingly. Und der kam von dem Blue-On-Wade-Box, den haben die Red Sox da rausgeschmissen. Man dachte, der wäre fertig. Hat aber den Yankees dann noch sehr lange, einige Jahre bis 97, geholfen. Und Paul O'Neill kam von den Cincinnati Reds. Die haben auch aufgegeben, die dachten, der ist zu undiszipliniert, der hat auch Wutausbrüche. Wenn er den Ball nicht trifft, muss man so ein bisschen zusammenzufassen. Also über, also ein Fanatiker, aber ein positiver Fanatiker. Der hat der Mannschaft richtig gut getan. Der konnte nämlich nicht verlieren. Und das tat diesem Team, was er sehr, sehr lange nur verloren hat, richtig gut. Wade Borgs war ein Champion. Paul Lundgren 1990 Champion. Jimmy Key mit den Blue Jays. Also es waren Spiele, die waren gewohnt zu gewinnen. Und mit Mettingly zusammen haben dann die jüngeren Spieler versucht anzuleiten und wieder auf Erfolgsspur zu bringen, neben dem jungen Trainer Buck Showalter. Also Mettingly merkte auch, da ging was, da tat sich was. Und 1994, ich erinnere mich noch wirklich sehr, sehr gut, haben die Yankees super gestartet. War noch fast die ganze Zeit Erster der AL East. Und dann kam der Cut, der Spielerstreik. Und die Saison wurde am 12. August wegen dieses Spielerstreiks vorzeitig abgebrochen. Es gab auch keine Playoffs. Die Saison war Ende. Mit 70 Siegen und 340 Niederlagen waren die Yankees Erster. Viele Spieler hatten richtig gute Jahre. Der Beginn 1995 war dann sogar so mit Replacement-Spielern. Der Streik zog sich noch zu Beginn 1995 hin. Aber dann kamen die Spieler zurück. Man konnte sich dann einigen. Es gab wieder ein Collective Bargaining Agreement, also einen Vertragsabschluss zwischen der Spielergewerkschaft und den Besitzern. Aber dieses 94er-Jahr, das war eine meiner ersten großen Enttäuschungen als Fan. Ja, es wurde eben nicht zu Ende gespielt. Und Mattingly hatte da ein paar Highlights, sein 1000. RBI hat er gemacht, sein 2000. Career-Hit hat er gemacht und der lag auch ganz gut mit einem 304er-Durchschnitt und also wieder zum ersten Mal seit 1989 über 300 geschlagen, war richtig gut. Auch da keine guten Power-Number, waren nur sechs Home-Runs und so 51 RBI, aber der Schlagdurchschnitt, der half dem Team. Die Home-Runs kamen aus anderen Ecken dann.
Tim
00:38:44
Bietet denn da noch Steve Sachs?
Stefan
00:38:45
Nee, Steve Sachs, gut, dass du ansprichst. Ansonsten war er 1988 mit den Dodgers Champion und ist dann ab 1989 zu den Yankees rübergegangen. War einer meiner ersten Lieblingsspieler auf der zweiten Base. Aber da konnte der Mannschaft nicht entscheidend helfen. Der war ein guter Veteran, Second Baseman. Aber da ging es ja richtig nach unten, leider ab 1989, 1990. Der hat, meine ich, bis 1992 gespielt.
Tim
00:39:06
Aber der hatte einen coolen Look.
Stefan
00:39:08
Ja, der war super cool. Ganz cool, der war so wie so ein Filmschauspieler aus. Der hatte auch einmal, meine ich, 200 Bases in einer Saison. Also er war schon Leistungsträger, aber das Team war auseinandergefallen. Da kam halt kein Impuls mehr, der die Mannschaft nach vorne gebracht hätte. Also 1994, eine riesen Enttäuschung für die gesamte Organisation der Yankees, auch für Don Mettingly persönlich. Er hätte ja erstmalig überhaupt mal in den Playoffs spielen können. Die Yankees wären ja ganz sicher Champion dieser Eastern Division geworden, hätten gegen den West Champion dann um die American League Meisterschaft spielen können. Aber es kam nicht dazu. Wieder mal eine Enttäuschung. Und das zieht sich ja durch seine ganze Karriere. Aber da hat er zum ersten Mal, so dicht war er nur 85, wo sie eben mit zwei Spielen hinter den Blue Jays als Nummer zwei gescheitert waren. Ja, und dann kam 1995 und die Yankees waren sehr gut, aber sie waren wieder nicht gut genug, könnte man sagen. Sie wurden nämlich wieder nur Zweiter in der Eastern Division, aber ihre Rettung war, das war das allererste Jahr der sogenannten Wildcard. Sehr, sehr umstritten im Baseball damals, dem Motto, warum sollen denn Verlierer in den Playoffs spielen und die Zweiten der Divisions wurden als Verlierer eigentlich erstmal angesehen. Aber sie waren einer der ersten Wildcard-Teams und durften gegen die Seattle Mariners. Und das erinnere ich nach unten, das war eine epische Fünf-Spiel-Serie, die auch bis zum letzten Spiel durchgezogen wurde. Und am allerletzten Spiel, da haben die Yankees erst den zweiten Platz sicher gemacht durch einen Auswärtssieg in Toronto, wo Mattingly auch seinen allerletzten Regular-Season-Homerun geschlagen hat, seinen 222. Und dann ging es gegen Seattle. Und da waren einige Spieler, ein Spieler insbesondere, Jay Buena, ein Outfield, ein richtiger Hulk. Dann hatten die Yankees als jungen Spieler weggetradet nach Seattle. Da war Edgar Martinez, da war Ken Griffey Jr. Also Edgar Martinez, der ewige Betting Champion, teilweise auch der American League. Ken Griffey, dieses Phänomen, der seinem Vater nachfolgt, der konnte ja irgendwie alles, alle five tools, super werfen, super schlagen, Schlagdurchschnitt, der hatte Power, der war ein guter Defensiv-Outfielder, alles, whole package. Und gegen die müssen wir dann antreten. Und Mattingly, der hatte eine sensationelle Series, der hat alles gegeben, der hat einen Schlagdurchschnitt in den fünf Spielen von 4-17, sechs RBIs, der hat vier Doubles geschlagen, im zweiten Spiel auch einen entscheidenden Home Run geschlagen, seinen ersten und einzigen Playoff-Home Run, das war in Yankee Stadium. Und die Yankees gewannen die ersten beiden Spiele und sind dann aber in allen drei Spielen in Seattle geschlagen worden. Und im fünften Spiel, das war im elften Inning, da führten die Yankees erst und sind dann im unteren Elften leider geschlagen worden. Ja, kann es kaum sagen. War sehr, sehr bitter. Two-Run-Double von Edgar Martinez. Ich sehe ihn noch und Joey Cora und Ken Griffey laufen nach Hause. Der Ball kommt und kommt nicht aus der Ecke im linken Feld und die sind dann schon safe und das war's. Riesenjubel in Seattle. Auch das lohnt sich mal über YouTube anzuhören. Also der Sprecher der Seattle Mariners auf deren Fernsehkanal, der ist dann beinahe ausgerastet vor Freude. Das ist wohl auch immer noch eine der berühmtesten Szenen dieser Franchise, der Seattle Mariners. Die haben ja nicht gewonnen. Aber das ist eben ikonisch für die. Und ikonisch negativ für Yankee-Fans wie mich. Also für Mattingly wieder gescheitert. Er hat zwar in den Playoffs, aber daran geschnuppert, um die Championship der American League zu spielen oder eine Chance zu bekommen, in die World Series zu kommen. Er ist leider dann trotz allem daran gescheitert. Sehr, sehr, sehr, sehr schade. Und man muss dazu sagen, auch Derek Jeter, der war da schon als Rookie. Dabei hat nicht gespielt, war aber im Roster der Yankees. Bernie Williams war dabei, Paul O'Neill. Also viele, die dann 96 den Titel gewinnen würden.
Tim
00:42:37
Ja, Derek Jeter ist ja nachher auch Käpt'n gewesen, ne?
Stefan
00:42:40
Ganz genau, der war Nachfolger von Don Mattingly als Käpt'n. Nach einiger Zeit. Und ja, bei Derek Jeter müssen wir mal eine ganz eigene Folge machen. Das war ja dann mein Held, als dann 96 die Yankees begonnen haben, World Series, wie das geht zu gewinnen, Meisterschaften. Und wirklich dominant aufgetreten sind. Aber das ist jetzt nicht so unser Thema. Vielmehr, Mettingly war danach, er hatte seine Karriere beendet. Er hat dann gesagt, 96 setze ich aus, ich will gar nicht spielen. Und hat dann aber auch nie wieder gespielt. Hat mir sehr leid getan.
Tim
00:43:11
Ja, vor allem, weil die dann so erfolgreich wurden. Das ist ja besonders.
Stefan
00:43:14
Ja, direkt 1981, wie gesagt, Wahnsinn, nochmal ein Jahr bevor er begonnen hat, in der World Series, haben sie es da verloren. Und dann 96, kaum ist er retired, spielt nicht mehr, machen die dann den Titel klar. Und man muss seine Karriere, man darf die so ein bisschen zusammenfassen als Spieler. Also über 2000 Base-Hits, über 200 Home-Runs, über 1000 RBIs. Aber man könnte jetzt einen Schlagdurchschnitt von über 300, das ist auch hervorragend für die gesamte Karriere, trotz einiger, also aufgrund seiner Verletzungen, seiner Erkrankungen, schwächere Jahre, aber hat das gehalten bekommen. Also 300 für immer 307 Betting Average. Aber er ist bis heute kein Hall of Famer, obwohl da gibt es Diskussionen in den USA, da gibt es Spieler wie Kirby Puckett, der zeitgleich bei den Twins gespielt hat und auch ältere Spieler, die vergleichbare Leistungsprofile dann über ihre Karriere haben wie Don Mattingly. Aber es ist ihm nicht vergönnt bisher, auch nicht über das Veterans Committee in die Hall of Fame aufgenommen zu werden. Ich finde, er hätte es von seinem Charakter, von seiner Art und auch von seinen Peak-Jahren verdient, in die Hall of Fame aufgenommen zu werden, weil er wirklich ein vorbildlicher und auch sehr erfolgreicher Spieler war. Aber bisher leider nicht. Das war seine Spielerkarriere, aber er ist seitdem dem Baseball treu geblieben. Er wurde nämlich dann Coach, dann erstmal den Yankees gecoacht und dann Joe Torrey, der seit 1996 Manager war. Man muss es vielleicht mal ganz kurz einschieben. Ich habe ja gesagt, die 80er und auch die 70er waren sehr chaotisch unter George Steinbrenner, fast jedes Jahr neuer Trainer. Gefühlt manchmal auch tatsächlich. Gerne auch mal zwei oder drei Coaches in einem Jahr. Und seit 1996 haben die New York Yankees ganze drei Manager. Joe Torrey, Joe Girardi und aktuell Aaron Boone. Auch wenn heute in der Zeitung schon wieder steht, wo wir aufnehmen, er hat zwar noch ein Jahr Vertrag bei den Yankees, aber man ist so enttäuscht in New York über das erneute Ausscheiden in den Playoffs, dass es für ihn vielleicht schwierig wird, diesen letzten Vertrags ja noch zu erfüllen. Da müssen wir mal schauen. Aber es ist sehr, sehr, sehr verstetigt, diese Manager-Situation bei den Yankees. Also geradezu vorbildlich, da kann kein anderer Verein mit. Aber da war Mattingly erst mal unter Joe Torrey eben dann Hitting-Coach, hat also seine früheren Teamkameraden und neu dazukommende dann angeleitet, wie man dann am besten schlägt. Gut, so ein ganz überragender, muss natürlich auch überlegen, ist ja nicht jeder so talentiert oder auch so. Kann das so gut wie er, muss sich auch mit den etwas schlechteren Spielern dann, die muss er auch versuchen, besser zu machen. Ihm ist das ziemlich gut gelungen. Denn er war das von 1997 bis 2003. Insofern auch so eine signifikante Marke. Er hat das 2003 geschafft, dass die Yankees ein Allzeit, ein All-Time-Rekord gesetzt haben für die Franchise mit 242 Team-Home-Runs in 2004. Das war also mit seinem Verdienst. Da konnte man schon sehen, er kann auch gut was erklären. Er kann Spieler, die ein ganz anderes Profil haben, dahin bringen, dass die erfolgreich sind. Und er hat das also sehr lange gemacht. Und 2006 wurde er dann Bench-Coach, also ein bisschen so, ich sag mal, Consultant, Berater des Managers von Joe Torrey, die besprechen sich dann über die Taktik. Das passte einfach auch menschlich zwischen den beiden sehr, sehr gut. Und der Joe Torre hat dann 2007 nach 13 Jahren entschieden, ich mache ja nicht weiter, ich höre jetzt auf bei den Yankees zu den Dodgers. Und dann kam Joe Girardi und Mettingly war halt auch im Gespräch, Nachfolger von Torre bei den Yankees zu werden. Aber die Yankees und der General Manager Brian Cashman haben sich eben für den Joe Girardi, der war ja lange auch bei den Yankees, dann Catcher, entschieden. Und da ging Mettingly mit Joe Torre zu den Dodgers. Und da war er dann von 2008 bis 2010 auch für die Offensive zuständig als Hitting-Coach und als Torrey dann seine Karriere beendet hat, also komplett beendet hat bei den Dodgers, ist dann Don Mattingly ihm nachgefolgt als Manager. Das fand ich auch ganz lustig in der Recherche, damit er auch erstmal Manager-Erfahrung sammeln kann in der sogenannten Arizona Fall League, dieser Herbstliga in der Wüste von Arizona 2010, so ein Team gemanagt. Naja, das hat dann natürlich klassischerweise im März 11 gegen die San Francisco Giants, die Giants sind ja der ewige Rivale der Dodgers, das erste Spiel gemanagt, dann als verantwortlicher Manager und prompt auch 2-1 im Dodgers Stadium gewonnen. Der Anfang war total schwer, da gab es einen Besitzer Frank McCourt, der hat sich scheiden lassen und da gab es ein Riesenthema mit seiner Ehefrau, die wollte dann auch Geld haben und dann war das die gesamte Franchise in Gefahr verkauft zu werden, also es war nicht einfach das Team zusammenzuhalten. Und er hat es aber geschafft, dass sie zumindest mehr gewonnen als verloren haben zu der Zeit und da war Clayton Kershaw ganz frisch als Werfer, hat den Cy Young gewonnen und alle fanden das halt super, wie der das macht, er war so positiv und da hat die eben konzentriert zusammengehalten. Und dann 2013 kam dann sein erster Manager Erfolg, die sind ganz schlecht gestartet, viele waren verletzt, da waren sie im Mai 2013 letzter, Und da wurde schon spekuliert, schmeißten die Dodgers Mettingly als Manager raus. Dann wurden die Spieler gesund. Ich weiß das mal so zusammen, dann haben sie nur noch gewonnen. Und am Ende auch die NL West, also die Division, wo die Dodgers dann spielten, gewonnen. Haben dann die Atlanta Braves in der Division Series in vier Spielen abgefertigt. Dann leider gegen die Cardinals in der Championship Series in sechs Spielen verloren. Aber immerhin. Das war schon der erste Erfolg als Manager. Und Mettingly hat dann gesagt, so, wenn ihr mich weiterhaben wollt, dann will ich aber auch die Unterstützung vom Management haben. Gebt mir hier also mehr Jahresvertrag bitte. Dann komme ich in 2014 wieder und das haben sie dann auch gemacht. Und er bekam nämlich einen Drei-Jahres-Vertrag und hat dann 2014, also in einer besseren Position begonnen und hat dann die nächsten beiden Jahre extrem erfolgreich gemanagt. Die Dodgers waren wieder NL West-Champion, aber verloren leider schon in der NLDS. Und zwar in vier Spielen gegen den Ost-Champion, die Cardinals, und in 15 gegen die Mets. War jeweils in der ersten Playoff-Runde Schluss. Aber immerhin in drei aufeinanderfolgenden Jahren hat er die Dodgers in die Playoffs gebracht und das war lange vorher nicht so der Fall gewesen, seit 88 und das war schon echt ein Erfolg in den Jahren. Sein großes Vorbild als Manager war interessanterweise der eben von uns schon angesprochene Tony La Russa. Ich fand den Grund witzig, weil der hatte Ende der 80er, Anfang der 90er waren die Oakland A's ja mega stark und die Yankees sehr schlecht und die haben die dann oft wirklich sehr dominant besiegt. In einem Spiel, das hatte ich auf Videokassette, da haben die Oakland A's in einem Inning zehn Läufe gegen die Yankees gemacht. Also echt demütigend Und da passt das, was Mattingly dann sagte, der hatte sich mich erinnert, dass die A's so überlegen waren Gegenüber den Yankees, dass man ja hätte meinen können, naja, die lassen es leicht angehen, aber nein, die haben voll aufs Gas getreten und sehr intensiv gespielt und das hat er auf den Tony La Russa zurückgeführt. Und in 2015, da hatten sie ja noch ein Jahr, da haben sich aber die Dodgers und Mattingly dann, ja, die haben sich eben getrennt. Man hat dann gesagt, ja, weißt du, und wir lösen den Vertrag auf. Der hatte auch Probleme mit seiner zweiten Ehefrau. Die wohnt in Indiana. Er war immer in Los Angeles. Das passte alles nicht so richtig. Und dann war seine Karriere bei den Dodgers dann erstmal, war dann beendet. Er hat auch einen kleinen Sohn, noch einen Nachzügler in seiner zweiten Ehe. Aber er hatte eine ausgezeichnete Winning Percentage. Also er hat mit 55 Prozent aller Spiele gewonnen. Das war die zweitbeste in der Geschichte der Dodgers in dem Moment so ab bis 2015. Das war also, man kann sagen, ein Erfolg, aber er hat leider auch da als Manager bis dato keinen Titel gewonnen. Und er ging dann nach Miami zu den Marlins. An die erinnere ich mich immer sehr ungerne, weil die 2003 gegen die Yankees die World Series gewonnen haben. Aber ja, er hat einen Vierjahresvertrag bekommen bei den Marlins 2015 und hat dann erstmal versucht, sie waren also ganz schlecht. Das Team ist wieder aufzubauen, von Jahr für Jahr immer ein bisschen mehr gewonnen und hat dann 2020 die Playoffs erreicht. Die Wildcard, die gab es ja. Und da wurde er auch dann Manager des Jahres der National League, also auch ein sehr großer persönlicher Erfolg. Und da hat er bis 2022 gemanagt, hat leider auch mit den Marlins keinen Titel gewonnen, weder in der National League noch in der World Series gar. Und im September 2022 ist er dann nach Toronto gewechselt, dann wieder als Coach, nicht als Manager, war dann der offensive Koordinator bei den Blue Jays. Und dann ist er dann vom Hitting, oder ist er vom offensiven Koordinator dann zum Benchcoach entwickelt, in der 24er-Saison und leider war er dann auch immer noch Coach der Blue Jays 2025, letztes Jahr. Da trafen ja die Blue Jays auch die New York Yankees und meine Yankees in der Division Series und da haben die Blue Jays die Yankees leider in vier Spielen sehr deutlich besiegt. Aber haben dann, ja, in der Championship Series haben sie die Mariners in sieben Spielen besiegt und waren in der World Series. Das war so Mattingly's erste World Series nach über 40 Jahren im professionellen Baseball als Spieler, Manager und Coach. Persönlich hat mich das sehr gefreut. Das war ja sehr dramatisch letztes Jahr. Da haben ja dann die Blue Jays in sieben Spielen gegen die Dodgers verloren. Doch verloren. Ja, sehr schade. Und zwar ist ja immer noch Manager der Dodgers Dave Roberts. Der war ist 2015 Nachfolger von Mattingly geworden und ist es ja immer noch zehn Jahre später, elf Jahre später.
Tim
00:51:58
Ja, aber super erfolgreich. Mega erfolgreich.
Stefan
00:52:01
Also er hat echt ein gutes Händchen mit dieser Star, diesem absoluten Star-Ensemble zu managen und auch sehr, sehr erfolgreich. Also verdient. Ja, und nach diesem World Series-Niederlage hat dann Mattingly seine Rolle bei den Blue Jays beendet und ging dieses Jahr zu den Phillies. Er blieb also in der National League, ging für Phillies. Und da Rob Thompson, den kannte er noch aus der Yankee-Zeit. Der war da in den Minor-Leagues-Manager und Hitting-Coach und die kennen sich sehr gut. Und da war er Bench-Coach, saß also mit dem zusammen. Leider sind die Phillies dieses Jahr gar nicht gut gestartet. Die waren dann ganz am Anfang haben die elf von zwölf Spielen verloren, waren ganz unten. Und dann wurde Rob Thompson gefeuert und Mattingly Interim-Manager benannt. Und hat dann mit Dave Roberts auch das All-Star-Game, die National League, zusammen gemanagt. Und da hat die Phillies in die Playoffs gebracht. Ich habe mir jetzt vor ein paar Tagen nochmal die Zusammenfassung der Spiele angesehen. Wir sind dann leider gegen die Padres ausgeschieden und ich habe gestern in der Zeitung gelesen und da stand dann, dass man sich wahrscheinlich trennen wird. Also er wird es nicht weiter managen wird in der nächsten Saison, möglicherweise aber in der Phillies-Organisation bleiben wird, in irgendeiner Funktion, die aber noch nicht bestimmt ist. Don Mattingly's Trikot-Nummer, vielleicht kleiner Einschub, die Yankees haben immer noch, seit den 1920er Jahren, nur Nummern auf ihrem Trikot keinen Namen. Und seine Nummer, finde ich sehr gut, ist halt Tradition. Und lange Jahre war er bei den Seine Nummer, die 23, die ist natürlich außer Dienst gesetzt worden, retired worden von den Yankees 1997. Damit wurde er eben geehrt, seine persönlichen Erfolge, auch das, was er so als seine Persönlichkeit, von seiner Ausstrahlung in der Organisation eben bewirkt hat, wurde geehrt. Und man wollte ja wirklich nochmal ein Denkmal setzen und sagen, du warst zwar mit uns nicht World Series Champion wie so viele andere, Aber du bist für uns ein ganz wichtiger und du wirst in unseren Vereinsroller-Film quasi aufgenommen, dem nie wieder eine andere deine Nummer, die 23, auf dem Rücken tragen darf.
Tim
00:53:59
Aber eine Geschichte musst du noch erzählen.
Stefan
00:54:01
Absolut, das werde ich auch. Und zwar ist das mehr so ein bisschen Mediengeschichte. Und ich gehe zeitlich ein bisschen zurück Anfang der 90er. Seit ewigen Zeiten laufen ja The Simpsons. Und bevor wir zu The Simpsons kommen, muss man so eine Real-Life-Geschichte erzählen. 1991 gab es einen riesen Disput bei den Yankees zu der Zeit und bis vor kurzem galt ja bei den Yankees, dass kein Spieler einen Schnäuzer tragen darf, dass er keinen Bart haben darf oder jedenfalls nicht exzessiv lange Haare haben darf. Also es war so eine No-Hair-Policy von George Steinbrenner, wurde von vielen dann vor dieser Saison überholt. Zeichnet jedenfalls hat der damalige Manager Stump Merrill wahrscheinlich auf Betreiben des damaligen Besitzers George Steinbrenner sogar Mettingly aufgefordert, junge Junge, du musst dir die Haare schneiden, die müssen kürzer sein und dein Schnäuzer und auch die Koteletten, das musst du alles ein bisschen ordentlicher machen. Und er hat sich aber geweigert und gesagt, also Leute, ich bin seit 1983 bei euch, ihr kennt ja meine Erfolge und wisst, was ich für das Team bedeute, das kann es doch jetzt echt nicht sein. Er hat sich dann geweigert, das zu machen, wurde für ein paar Spiele dann auf die Bank gesetzt, aber der Furor, der Ärger darüber, dieses als ungerecht empfundene Manöver gegenüber Mattingly hat dann dazu geführt, er musste gar nichts machen, er durfte dann wieder weiterspielen. Aber das haben dann die Macher der Simpsons ganz gut aufgegriffen, denn am 20. Februar 1992 gab es eine besondere Folge und die hieß Homer at the Bat, also Homer am Schlag. Homer Simpsons spielt Baseball. Und natürlich war...
Tim
00:55:34
Total realistisch.
Stefan
00:55:35
Ja, das ist ja im Universum der Simpsons viel möglich. Und Mr. Burns ist ja der Besitzer des Atomkraftwerks. Und das Atomkraftwerk hat natürlich auch ein Baseball-Softball-Team. Softball ist ja in den USA unter den Firmen sehr beliebt. Und das Springfield Nuclear Power Plant, in der Mannschaft spielte eben Don Mattingly. Und dann hat natürlich der Mr. Burns dann auch gesagt, hier, Manager, sagt dem Mattingly mal, er soll seine Koteletten mal kürzen. Und das führte dann dazu, dass Mattingly eben protestierte und das hat er natürlich auch daran nicht gemacht. Ich rasiere mich nicht hier, beziehungsweise ich mache es ganz anders, ich rasiere mir den Kopf ab, also ich habe gar keine Haare mehr auf dem Kopf, ich rasiere mir die ab, so, als Protest. Und das hat dem Burns wieder auch nicht gepasst und dann hat er gesagt, okay, Mattingly, du spielst nicht mehr. Und dann gibt es so eine letzte Szene, wo ein total entsetzter und aufgebrachter Don Mattingly das Spielfeld verlässt und dann sagt er nur, da murmelt vor sich hin, trotzdem mag ich Mr. Burns immer noch lieber als George Steinbrenner. Das war natürlich ein gefundenes fressend für die Presse. Wenn man das sagen muss, ab 96 war ja George Steinbrenner dann viel softer, wurde langsam softer und heutzutage kann ich nur eins sagen, wenn man die Kommentarspalten der amerikanischen Sportzeitung oder gerade in New York dann liest, wenn die Yankees mal wieder, wie dieses Jahr aus den Playoffs ausscheiden, oder irgendein Spieler nicht die Performance bringt, die man sich von ihm erhofft hat, dann wird oft dann geschrieben von den Fans, ja wenn George das noch erlebt hätte, was hätte der wohl gemacht? Der ist dann ja gerne unten direkt, wenn ein Spieler irgendwie Mistbaut beim Manager angerufen und verlangt, dass der Spielfeld verlassen soll oder der wurde sofort rausgeschmissen oder der Manager wurde gefeuert. Ja, das wünscht man sich dann manchmal sogar zurück auf Seiten der Fans.
Tim
00:57:16
Das ist wie bei Seinfeld, wo man ihn ja auch immer nur im Schatten sieht, sein Gesicht ja nicht sieht, sondern immer nur das Telefon.
Stefan
00:57:22
Das wollte ich noch sagen. Seinfeld ist die zweite Serie, wo dann also Mettingly auch mal wirklich mitgespielt hat. Es gibt Folgen, wo dann dabei waren, von George Costanza als Assistent von George Steinbrenner dann auch gemaßregelt wird. Oder er soll dann irgendwelche Klamotten anziehen, gehäkelte, aus Strick, irgendwelche Trikots, die dann reißen während des Spiels. Also absurde Sachen. Und wie du zurecht sagst, Steinbrenner sieht man nie wirklich, nur immer so im Anriss oder als Schatten. Weil man sich wahrscheinlich bei den Producern von Seinfeld auch nicht direkt mit dem doch sehr mächtigen George Steinbrenner anlegen wollte, obwohl es wurde dann später auch kolportiert. Er hätte sich geschmeichelt gefühlt, dass man ihn in diesen Serien porträtiert. Ich hoffe, das war ganz kurzweilig. Ich fand es super interessant, nochmal so an meine Frühzeit des Baseball-Fandom zurückzudenken. Und gerade in meinen ersten Jahren tat sich ja sportlich wenig bei den Yankees, gemessen an den Erfolgen in den Jahrzehnten davor. Und Mattingly war halt einer meiner frühesten Helden, wobei der dann ja gar nicht mehr so viel konnte aufgrund dieser Rückenproblematik. Aber er ist mir in bester Erinnerung geblieben.
Tim
00:58:27
Auf jeden Fall. Ist auf jeden Fall einer der frühen Helden.
Stefan
00:58:30
Ja, der ist super sympathisch und Donny Baseball ist wirklich ein sehr verdienter Spitzname, weil der auch so ein Gentleman-Sportler war, der immer fair, nie aufgeregt, nie rumgeschimpft, nie den Gegner irgendwie schlecht gemacht hat. Auch wenn es dramatisch war, man unglücklich verliert, immer Kontenanz bewahrt hat. Also wirklich ein Vorzeigesportler. Der müsste in die Hall of Fame.
Tim
00:58:53
Alles klar. Wenn ich dann als nächstes wahrscheinlich was über auch eines unserer Lieblingsteams früher, Celtic Glasgow, mache.
Stefan
00:59:03
Oh, spannend. Hatte ich ja mal ein Trikot. Ich auch. Bin sehr gespannt.

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